Zusammenlegung der Barbara-Klinik und des Josef-Krankenhauses

„Operation Wachstum“: So läuft die Verschmelzung von St. Jupp und St. Barbara

Die Grafik zeigt, wie es am Ende des Projekts „Wir werden eins“ aussehen soll: Links, im Südosten, entsteht das neue Bettenhaus, rechts, also im Nordwesten, der neue Funktionstrakt.
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Die Grafik zeigt, wie es am Ende des Projekts „Wir werden eins“ aussehen soll: Links, im Südosten, entsteht das neue Bettenhaus, rechts, also im Nordwesten, der neue Funktionstrakt.

Hier ein Loch statt der Liegendanfahrt, dort wächst ein Bettenhaus, das gerade noch ein Loch war: Der Plan, die St.-Barbara-Klinik mit dem St.-Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel am Heessener Standort zusammenzulegen, liegt baulich im Zeitplan. Das ist eine gute Nachricht für Projektleiter Dirk Wiese.

Heessen – „Wir sind eins“ heißt das Projekt der Zusammenlegung, und auf den Baustellen gilt: Wir sind viele. Viele Hände arbeiten an Gebäuden oder Erschließung, viele Beine tragen Material hier- oder dorthin. Dabei laufen die Arbeiten sichtbar derzeit nur an zwei Stellen: Am Funktionstrakt auf der Vorderseite der Klinik, und am neuen Bettenhaus auf der Rückseite.

Im Zeitplan: Projektleiter Dirk Wiese erläutert den Fortschritt an der Baustelle.

Auf der Vorderseite – wenn man vor dem Haupteingang steht: rechts – wurde in den vergangenen Monaten ein zum großen Teil nicht mehr genutzter Gebäudeteil abgerissen. Der war mit dem Hauptgebäude mit einer Überdachung verbunden – für die alte Liegendanfahrt. Hier entsteht in dem Rechteck zwischen zwei Gebäudeflügeln ein neuer Funktionstrakt. Jetzt aber ist er gerade mal ein Loch – eine ziemlich große Baugrube. Hier beginnen die Arbeiter jetzt, die Fundamente zu legen, danach sind die Leitungen der Grundversorgung dran. In die Höhe geht es an dieser Stelle zu Beginn des kommenden Jahres, kündigt Projektleiter Dirk Wiese an.

Sechs zusätzliche Operationssäle

Vier Etagen wird der neue Funktionstrakt haben. In den Keller zieht die Gastroenterologie ein, das bedeutet ein Plus von 1300 Quadratmetern für diese Abteilung, die sich vor allem mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes befasst. Das Erdgeschoss wird die zentrale Notfallaufnahme füllen. Damit beläuft sich deren zusätzliche Fläche auf 1700 Quadratmeter.

Das Projekt „Wir werden eins: Zusammen ab dem Jahr 2023

Das Projekt „Wir werden eins“, die Zusammenlegung der St.- Barbara-Klinik und des St.-Josef-Krankenhauses Bockum-Hövel am Standort Heessen soll insgesamt 60 Millionen Euro kosten. 9,7 Millionen Euro kommen dabei aus Fördermitteln aus dem Krankenhausstrukturfonds. Derzeit hat die St.-Barbara-Klinik 351 Betten, das St.-Josef-Krankenhaus 250. Der Umzug soll im Laufe des Jahres 2023 stattfinden. mig

Die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie und die aus Infektionskrankheiten allgemein sind in die Konstruktion des Neubaus eingeflossen, sagt Wiese, und sie betreffen vor allem die Zentrale Notaufnahme (ZNA). Untersuchungsräume haben hier Außeneingänge für infektiöse Patienten bekommen. Außerdem entsteht ein eigener Wartebereich für infektiöse Patienten.

Ganz am Anfang: Wo jetzt nur eine Baugrube zu sehen ist, entsteht der neue Funktionstrakt, unter anderem zusätzlichen mit OP-Sälen.

Im ersten Obergeschoss des neuen Funktionstrakts finden sechs weitere Operationssäle Platz – auf 1900 Quadratmetern. Von hier aus führt eine Brücke in einen alten Flügel nebenan, und hier wurden Arbeiten bereits abgeschlossen. Entstanden sind neun weitere Betten in Aufwachräumen. Zu sehen ist das von außen nur noch an einem Fenster, das von Bauholz geschlossen ist – Wiese zeigt mit dem ausgestreckten Arm darauf.

Der Anbau an die Intensivstation wird auf Stelzen stehen – und im zweiten Obergeschoss direkt an die bestehende Intensivstation angedockt.

Dirk Wiese, Projektleiter

So ganz „nebenbei“ hat der Bauteil E, in dem derzeit unter anderem die Ambulanz und die Onkologie untergebracht sind, neue Wasserleitungen erhalten. Und oben auf dem Dach ist die neue Technikzentrale zu erkennen, jedenfalls eine Art Rohbau der Stahlkonstruktion. All diese Arbeiten laufen seit Dezember, die Fertigstellung ist für den Mai 2023 geplant.

Der Bettenhaus-Anbau nimmt bereits Formen an

Viel getan hat sich am Bettenhaus, das sich vom Haupteingang aus gesehen im Südosten des Komplexes anschließt. Zu erkennen sind bereits Keller, erstes, zweites und drittes Geschoss, ein viertes wird in den kommenden Wochen draufgesetzt. Um den Anschluss ans Kerngebäude zu schaffen, so berichtet Wiese, mussten Balkone abgebaut werden – Arbeiten, die die Patienten wegen der Lautstärke wohl besonders gestört haben. Deswegen waren sie auch bereits nach einem Tag wieder beendet – der Lärm dauerte so kurz, wie es von den Bauarbeiten her möglich war. 83 zusätzliche Betten entstehen hier, die unteren Etagen fressen sich ein wenig in den Hügel des Heessener Waldes. Die ersten Arbeiten begannen im Mai vergangenen Jahres, der Anbau soll in einem Jahr, im Juli 2022, fertiggestellt sein

Erweiterung: Das neue Bettenhaus im Südosten des Hauptgebäudes bietet Platz für 83 zusätzliche Betten.

Erst im Januar beginnen die Arbeiten an der Erweiterung der Intensivstation, in den Obergeschossen eines hinteren Anbaus. „Der Anbau an die Intensivstation wird auf Stelzen stehen“, erläutert Projektleiter Wiese, „und im zweiten Obergeschoss direkt an die bestehende Intensivstation angedockt.“ Neun neue Betten wird es hier geben.

1900 Quadratmeter mehr für verschiedene Ambulanzen

Von außen nur durch den Gerüstbau zu erkennen sind die Innenarbeiten an den Ambulanzen von Onkologie/Hämatologie und der Urologie – sie werden größer. Seit Februar 2021 laufen die Arbeiten hier schon, und sie stehen kurz vor Abschluss. Bald stehen hier 1900 Quadratmeter mehr zur Verfügung.

Das Gerüst außen zeigt: Die Ambulanzen von Onkologie/Hämatologie und der Urologie werden größer.

„Der Umzug von St. Josef“, sagt der Projektleiter, „ist nach wie vor für das Jahr 2023 geplant.“ Insgesamt nimmt die Franziskusstiftung, Träger der Barbara-Klinik und des St.-Josef-Krankenhauses, dafür 60 Millionen Euro in die Hand. Knapp 10 Millionen davon stammen aus Fördermitteln aus dem Krankenhausstrukturfonds.

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