Erstmals "Kirmes to go" in Hamm: Stunikenmarkt sendet Lebenszeichen

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Ein kleines bisschen Kirmesgefühl in der Innenstadt. Corona macht's möglich...

Ob der 31. Stunikenmarkt im September stattfinden kann, steht wegen der Corona-Krise noch völlig in den Sternen. Ein paar der Teilnehmer setzen in der Hammer Innenstadt jetzt ein Zeichen nach dem Motto: Wir sind noch da!

Hamm - Kein Oktoberfest in München, keine Cranger Kirmes in Herne. Nur zwei Beispiele bereits abgesagter Traditions-Volksfeste von hunderten in diesem Jahr. Nur zwei Beispiele dramatischer wirtschaftlicher und persönlicher Flurschäden. Der Stunikenmarkt in Hamm wurde bislang nur deshalb noch nicht abgesagt, weil er erst drei Wochen hinter dem bisherigen Großveranstaltungs-Stoppschild mit dem Aufdruck "31. August" beginnen soll. Mit einer "Kirmes to go" machen seit Freitagvormittag vier der Kirmes-Anbieter auf ihre Not aufmerksam und hoffen zudem auf ein wenig Geld für die leeren Kassen. (Siehe auch die Aktion "Leere Stühle" der Gastronomen.)

Die Anbieter Hoppe Mandeln, Kreuz Churros, Seonie Langos und Kreuz XXL Pommes haben ihre Stände nun auf der Nordseite des Santa-Monica-Platzes aufgebaut - also dort, wo sich in Ausweichsituationen sonst der Wochenmarkt breit macht. Die Aktion sei ganz kurzfristig zustande gekommen und von der Stadt Hamm genehmigt worden, erklärt Schausteller-Chef Uwe Röhrig. Unter Einhaltung der gesetzlichen Hygiene- und Gesundheitsmaßnahmen werden dort zwei Wochen lang typische Kirmes-Schleckereien "to go" erhältlich sein.

Für Röhrig - er ist Vorsitzender des Schaustellervereins „Hand in Hand“ Hamm - hat die Aktion einen symbolischen und einen wirtschaftlichen Wert. Denn die hier versammelte Anbietertruppe ist aus der jungen Generation und auf diese Einnahmen noch dringender angewiesen als die etablierten Älteren wie er selbst. Gleichwohl weiß auch der Kirmes-Boss, dass diese "Kosmetik" die aktuellen und noch drohenden Verluste der Schausteller in keiner Weise auffangen kann: "Die Ungewissheit macht uns allen Angst."

Angst vor Horrorszenario

Diese "Ungewissheit" könnte laut Röhrig sogar in einem "Horrorszenario" münden, wenn mögliche weitere Corona-Wellen weitere Verbote hervorbrächten, zum Beispiel auch für den Hammer Weihnachtsmarkt: 15 Monate ohne alle Einnahmen würden vor allem den jüngeren Kollegen das Genick brechen, glaubt er. Die 9000 Euro Soforthilfe vom Staat seien bei vielen ja schon jetzt aufgebraucht. Röhrig: "Neue Kredite nutzen da nichts, das wäre nur eine Umfinanzierung."

Aber auch bei den Etablierten geht es um Existenzen: Unabhängig von den laufenden Kosten im persönlichen Bereich summiert sich allein Röhrigs Betriebsflotte auf 19 Fahrzeuge, die instandgehalten und vorbereitet werden müssen.

Und was wird mit dem Stunikenmarkt?

Der eigentliche Stunikenmarkt - geplant ist er vom 18. bis 22. September 2020 - ist einer der relevantesten Wackelkandidaten dieses Jahres in Hamm. Die Grobplanung steht längst, alle Verträge sind unterschrieben. Heißt: "Wenn wir bis Ende August grünes Licht bekämen, würden wir es hinkriegen", glaubt Röhrig. Er sei ohnehin "kein Freund verfrühter Absagen".

Die Vorbereitungen für die beliebte Hammer Innenstadtkirmes gehen also bis auf Weiteres weiter. Nur: Sichtbar wird das im Vorfeld diesmal nicht. Denn wegen der großen Unsicherheit wird Röhrig den Werbeaufwand deutlich herunterschrauben. Denn das seien gewaltige Kosten, die die Veranstalter und Teilnehmer im Absagefall dann weit nach hinten werfen würden. Röhrig: "Wenn ein neuer Schub käme, würde es zappenduster."

Buden-Aktion in der Innenstadt:

Die vier Kirmesbuden sollen mindestens bis zum 23. Mai stehen bleiben. Sie sollen von Montag bis Samstag zwischen 12 und 19 Uhr geöffnet sein.

Klicken Sie sich hier in eine Übersicht über coronabedingt abgesagte und verschobene Veranstaltungen in Hamm.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

Abschlussfeuerwerk des Stunikenmarktes 2019

Abschlussfeuerwerk des Stunikenmarktes 2019
Abschlussfeuerwerk des Stunikenmarktes 2019
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Abschlussfeuerwerk des Stunikenmarktes 2019
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