Firma aus Heessen wendet neue Methode an

Erstmals in Hamm Schaum gegen Eichenprozessionsspinner

+
Kampf dem Eichenprozessionsspinner: Die Heessener Firma Alphaclean wendet das Heißschaumverfahren an. (Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das komplette Motiv.)

Die einen verwirren, die anderen saugen ab und wiederum andere setzen auf Meisen als natürliche Feinde oder die Behandlung der Eichen mit Bioziden. Die Rede ist, na klar, vom Eichenprozessionsspinner (EPS). Eine Firma aus Hamm geht jetzt einen neuen Weg.

Hamm – Die Firma Alphaclean aus Heessen, die in der Gebäudereinigung und in der Schädlingsbekämpfung tätig ist, hat im Kampf gegen die nervige Giftraupe erstmals in dieser Saison in Hamm das in den Niederlanden entwickelte Heißschaumverfahren zum Einsatz. Auf mehreren gewerblichen und privaten Grundstücken habe man den EPS erfolgreich besiegt, sagt Dennis Schönhoff.

Der ist bei Alphaclean für den Eichenprozessionsspinner zuständig und hat sich zu einem echten Raupen-Experten entwickelt. Das Prinzip des Verfahrens ist recht einfach: „Durch 100 Grad heißes Wasser und Schaum aus Kartoffelstärke werden die Eiweißstrukturen der Larven, Raupen und Härchen des Eichenprozessionsspinners zerstört, sodass keine Gefahr mehr von ihnen ausgeht.“

Die Reste der Nester und Raupen werden von der Firma entsorgt. Der Unterschied zur Absaugmethode: „Wir sprühen den gesamten Baum ein und behandeln nicht nur den Stamm“, erläutert Schönhoff. Damit töte man auch Raupen und Härchen ab, die sich hoch oben in der Krone befinden. Und: Durch die Verwendung von Kartoffelstärke sei der Schaum völlig chemiefrei.

Kampf gegen EPS in 30 Meter Höhe

Dank eines Hubsteigerwagens können die Mitarbeiter von Alphaclean bis zu 30 Meter hohe Bäume einsprühen. „Voraussetzung ist allerdings, dass wir von allen Seiten mit dem Wagen an sie herankommen.“ Bei kleineren Bäumen reiche oft auch eine Leiter oder ein Gerüst. „Wasser und Strom werden mitgebracht“, so der Experte.

Der hätte sich gerne an der Ausschreibung der Stadt zur Bekämpfung der Giftraupe beteiligt. Gesucht wurden jedoch nur Firmen, die absaugen. „Also waren wir raus“, bedauert er. Dennoch hätte man der Stadt in den vergangenen Wochen helfen können. Aufgrund der starken Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners seien die beauftragten Firmen mit der Beseitigung nicht mehr nachgekommen. Im Selbachpark, an der Oberonstraße, der Kamener Straße oder an der Dr.-Loeb-Caldenhof-Straße beispielsweise seien die Nester über mehrere Wochen nicht abgesaugt worden und zum Teil immer noch da.

Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das komplette Motiv.

Wichtig ist, ganze Bäume zu behandeln

Warum es so wichtig ist, dass ganze Bäume und nicht nur einzelne Bereiche behandelt werden, macht Schönhoff an zwei Beispielen deutlich: „Selbst wenn die Nester abgesaugt wurden: Es besteht immer noch die Gefahr, dass Härchen durch die Luft wirbeln oder Raupen weiter oben im Baum überlebt haben.“ Und: Ein Falter könne bis zu 100 Eier legen, erklärt Schönhoff. „Und da sollte jedem klar sein, was das für Folgen fürs kommende Jahr hat.“

Je nach Höhe des Baumes benötigt die Firma ein bis zwei Stunden, um ihn einzusprühen. Bei einem Kunden, auf dessen Privatgrundstück elf Bäume vom EPS befallen waren, waren die Mitarbeiter eineinhalb Tage im Einsatz. „Das war unser bislang größter Auftrag.“ Abgerechnet werde nach Bäumen und nicht nach Nestern.

Mit Blick auf 2021 hofft Schönhoff, dass die Stadt Hamm im Kampf gegen die Giftraupe auch auf andere Methoden zurückgreift. „Dann könnten die Nester schneller beseitigt werden als zuletzt“, ist er sich sicher. Und: Die Heißschaummethode könne auch schon dann zum Einsatz kommen, bevor sich Nester überhaupt gebildet haben. Eine Prozession der Tiere müsse allerdings zu erkennen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare