Erste Bilanz

Ruhiges Wochenende in Hamm - Ausgangssperre wird beachtet

Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren den Lippepark.
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Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollieren den Lippepark.

Es war ein sehr ruhiges erstes Wochenende nach Inkrafttreten der Ausgangssperre, das Hamm am Samstag und Sonntag erlebte. Das belegen nicht nur die Zahlen, sondern auch eine Rundfahrt durch die Lippestadt.

Hamm - Dabei zeigte sich, dass sich die allermeisten Hammer an die neuen Regeln halten und dass selbst tagsüber verhältnismäßig eher wenig auf den Straßen los war. Der KOD bestätigt das und spricht von einem ruhigen Wochenende. Die Polizei hat in der Nacht zu Samstag und der Nacht zu Sonntag jeweils fünf Anzeigen geschrieben – verteilt über das ganze Stadtgebiet. Sie hatte Personen angetroffen, die ohne einen der erlaubten Gründe unterwegs waren. (News zum Coronavirus in Hamm)

Normalerweise hätte das schöne Wetter sicherlich mehr Menschen nach draußen gelockt, wie sich bei der Fahrt am frühen Nachmittag zeigt. So wie im Lipppark. Nur wenige Menschen haben es sich dort auf der Wiese gemütlich gemacht. „Geht bitte ein bisschen mehr auseinander“, sagt ein Mitarbeiter einer Securityfirma, die das Ordnungsamt und die Polizei im Lippepark unterstützt, in Richtung dreier Jungs, was diese auch befolgen. Dabei seien es gerade diese Gespräche, die schwer fallen, erzählt ein anderer Mitarbeiter. „Ich bin selbst Vater, da hat man schon ein tränendes Auge, wenn man den Kindern etwas verbietet“, sagt er im Hinblick darauf, dass er an diesem Tag immer wieder Kinder auf die Sperrung der Skateanlage und des Bolzplatzes hinweisen muss.

Ausgangssperre in Hamm: Nicht drohend, sondern verständnisvoll

Das Flatterband sei schließlich schon nach zehn Minuten abgerissen worden, sodass es nun durch Worte ersetzt werden muss. Der Ton des Mitarbeiters ist entsprechend verständnisvoll und alles andere als drohend. „Es ist schwer, den Kindern zu erklären, warum sie auf der Wiese spielen dürfen, aber nicht auf der Skateanlage“, sagt er, der diese vermeintlich unlogischen Regeln deshalb selbst kaum nachvollziehen kann. Wie kompliziert die sind, zeigt sich kurze Zeit später, als ein Kollege zu ihm kommt. „Jetzt heißt es, dass auch auf dem Gehweg Mundschutz getragen werden muss“, erzählt er,

Dass vor allem Familien froh sind, mal herauszukommen, zeigt sich danach auf den belebten Spielplätzen der Stadt. „Für die Kinder ist es schön“, sagt eine Mutter, deren Kinder im Friedrich-Ebert-Park schaukeln. Für sie selbst sei die Zeit nicht so schwer, für die Kleinsten schon. „Sie sehen ihre Freunde nicht mehr“, erzählt die Mutter nachdenklich. Zeit auf einem anderen Spielplatz verbringt auch eine Oma mit ihrer Enkelin – „aber nur solange es nicht zu voll ist“, betont sie. Dass zwischenzeitlich das Ordnungsamt einen Blick auf den Spielplatz zwischen Schleppweg und Ahornallee geworfen hat, findet die Oma gut: „Ich fühle mich dadurch sicher.“ Fast so entspannt wie auf den Spielplätzen ist es nachmittags auch in vielen Supermärkten. Dass die Anzahl erlaubter Kunden und damit auch die Einkaufswagen reduziert worden sind, merkt man kaum. Am Maxicenter in Werries sind jedenfalls deutlich weniger Autos auf dem Parkplatz zu sehen als üblich.

Ausgangssperre in Hamm: Gähnende Leere nach 21 Uhr

Etwas hektischer wird es erst am Abend, genauer gesagt kurz vor Anbruch der Ausgangssperre: Die letzten Kunden verlassen den Rewe-Markt an der Alleestraße und beeilen sich, pünktlich nach Hause zu kommen. Und egal, ob es die Straßen im Stadtgebiet sind, bekannte Treffpunkte oder öffentliche Parks: Fast überall herrscht nach 21 Uhr gähnende Leere. Die Einzigen, die noch unterwegs sind: Hundehalter, ein paar wenige Jogger und Radfahrer. Einzige Ausnahme: der Waschsalon an der Alleestraße. Dort warteten auch nach 21 Uhr noch eine handvoll Leute darauf, dass die Waschmaschine endlich fertig wird.

Überschaubar ist auch der Verkehr auf den Straßen. Neben Bussen und einigen Lieferdiensten sind ansonsten deutlich weniger Autos und Co. unterwegs. Die, die da sind, haben aber ein wachsames Auge. Kurios: Als Warnung vor einem um die Ecke stehenden Bulli des Ordnungsamtes im Hammer Westen macht ein Autofahrer Lichthupe. Apropos Ordnungsamt: Dessen Mitarbeiter sind an diesem Abend ebenso wie die der Polizei vielfach auf den Straßen Hamms anzutreffen. So auch im Lippepark, als sie gerade zwei Radfahrer ins Visier nehmen. Deren offensichtliches Vergehen: Sie sind zu zweit unterwegs. Ob sie die eigentlich fällige Strafe von 250 Euro zahlen müssen, ist unklar. Auskunft erteilen die Mitarbeiter nicht.

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