Maskenpflicht

Erst Corona-Test, dann Klausur: Abiprüfungen starten unter erschwerten Bedingungen

Abitur-Prüfungen unter Corona-Bedingungen bedeuten für viele Schüler eine zusätzliche Belastung.
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Abitur-Prüfungen unter Corona-Bedingungen bedeuten für viele Schüler eine zusätzliche Belastung. (Symbolbild)

Die ersten Abiturklausuren sind seit Freitag im Kasten, das flaue Bauchgefühl erst einmal wieder verflogen – und selbst mit den widrigen Bedingungen, die die Corona-Umstände nun bereits für den zweiten Abiturjahrgang in Folge mit sich bringen, haben sich die Hammer Schüler arrangiert.

Hamm – Maske auf und durch: „Alles hat schon ein wenig surreal gewirkt und kam einem etwas suspekt vor“, sagt Levi Kreienfeld, der gerade am Freiherr-vom-Stein Gymnasium sein Abi baut. „Aber irgendwie ist man ja schon an die ganze Situation gewöhnt.“ (News zum Coronavirus in Hamm)

Mit den Klausuren der Grund- und Leistungskurse im Fach Englisch begann am Freitag die heiß diskutierte Prüfungsphase für die Hammer Gymnasien. Und wie im Vorjahr stehen die Abschlussarbeiten ganz unter der Knute der Corona-Pandemie. Rund 45 Schülerinnen und Schüler des Stein-Gymnasiums schrieben ihre Arbeiten in der von der Abiturientia zur „Klausur-Arena“ umgetauften Dreifachsporthalle der Schule. „Das fand ich nicht so angenehm“, sagt Mila Bennemann, die wie Kreienfeld auf dem „Stein“ ihr Abitur macht. „Die Lüftung lief die ganze Zeit über und war total laut und kalt.“ Zumindest gegen die Kälte half eine mitgebrachte Decke.

Maskenpflicht trotz Abiturprüfung

Am Gymnasium Hammonense wurden die Abiturienten auf Aula und Großraum verteilt. Los ging es aber schon einen Tag vor der eigentlichen Prüfung. Denn da galt es für alle Abitur-Anwärter erst einmal, einen Corona-Test zu bestehen: „Das war etwas komisch“, berichtet Hammonense-Schülerin Mara Mersch. „Damit war schon mal eine halbe Stunde verbracht, die wir sonst zum lernen gehabt hätten. Bei der Klausur war es dann eigentlich ähnlich wie bei den anderen vorher auch. Nur maskentechnisch war es schon anstrengend: Fünf Stunden da zu sitzen und die nur zum essen und trinken abnehmen zu dürfen – aber irgendwann gewöhnt man sich dran.“

Noch im vergangen Jahr durften die Schüler ihre Masken abnehmen, sobald sie auf ihren Plätzen saßen. Das ist nun untersagt. „Aber selbst das war nichts mehr, was einen groß einschränkt“, sagt Kreienfeld. „Wir haben ja auch die Vor-Abi-Klausuren schon mit FFP-2-Masken geschrieben. Und zum Ausgleich haben wir etwas mehr Zeit bekommen als sonst.“

Auch in der Themenauswahl gab es in diesem Jahr eine minimale Erleichterung für die Abiturienten. Denn aufgrund des in den vergangenen Monaten dezimierten Präsenzunterrichts wurden für das Zentralabitur vier Aufgaben angeboten, von denen die Lehrer ein Thema vorab aussortieren durften. „Wir haben dann noch drei bekommen, von denen wir eines auswählen konnten“, so Bennemann. „Und in einem Teil der Aufgabe hieß es, dass wir nur widergeben müssen, was wir auch wirklich im Unterricht behandelt haben. Das gab zusätzlich ein gutes Gefühl.“

Trotz Corona: Vorbereitung auf Abiprüfungen

Unabhängig von der gerade begonnenen Prüfungsphase fühlt sich die Situation für Mara Mersch gerade sehr unwirklich an. „Wir hatten nach den Osterferien noch einmal zwei Wochen zur Vorbereitung in den abiturrelevanten Fächern in der Schule. Aber ein Ausgleich für verlorene Stunden war das nicht“, sagt sie. „Aus meiner Perspektive war das schwammig und wirkte wie eine Formalität – lerntechnisch hat das in meinen Augen nicht geholfen. Das war eher lästig als sinnvoll.“ Auch die Bewertung der mündlichen Noten anhand der Eindrücke des Online-Unterrichts hält sie nicht für gerecht.

Was sich bei keinem der drei angehenden Abiturienten einstellen mag: das Glücksgefühl nach der getanen Arbeit. „Die Aufregung ums Abitur fehlt komplett“, sagt Mersch. „Wenn man gemeinsam auf ein Erlebnis hinfiebert, ist das das Ereignis des Jahres. Bei uns sind es drei Klausuren, dann bist du fertig.“ So sieht es auch Kreienfeld. „Viele hätten sich nach der Klausur entspannen mit Leuten getroffen. Das geht jetzt alles ganz unspektakulär ab“, sagt er. „Normalerweise sieht man sich als Stufe zwei Jahre am Stück jeden Tag. Wir hatten Perioden dabei, wo wir uns drei, vier Monate nicht gesehen haben. Du hast das Gefühl, irgendwas geht zu Ende, aber nicht, das es ein einschneidender Umbruch ist.“

Die weiteren Abiturprüfungs-Termine:

  • Montag, 26. April: Lateinisch, Italienisch, Niederländisch, Russisch, Türkisch (LK, GK)
  • Dienstag, 27. April: Kunst, Musik, Geographie, Erziehungswissenschaft, Geschichte, Geschichte/Sozialwissenschaften, Philosophie, Psychologie, Recht, Sozialwissenschaften (mit SW/Wirtschaft), Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Ev. und Kath. Religionslehre, Sport (nur LK)
  • 28. April: Französisch, Orthodoxe Religionslehre (LK GK)
  • 29. April: Biologie, Chemie, Ernährungslehre, Informatik, Physik, Technik (LK, GK)
  • 30. April: Deutsch (LK, GK)
  • 03. Mai: Chinesisch, Japanisch, Hebräisch (einschl-Erw.-pr.), Kunst, Musik, Geographie, Erziehungswissenschaft, Geschichte, Sozialwissenschaften, Philosophie, Psychologie, Recht, Sozialwissenschaften (mit SW/Wirtschaft), Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Ev., Kath., Jüd., Orth. Religionslehre und islamischer Religionsunterricht (GK)
  • 4. Mai: Mathematik (LK, GK)
  • 5. Mai: Spanisch, Portugiesisch, Griechisch (LK, GK)

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