Hoffnung durchs Isek

„Tote Hose“ am Pelkumer Platz: Geschäftsleute beklagen Erscheinungsbild, aber es gibt Hoffnung

Schön ist anders: Der Pelkumer Platz verkommt in den Augen der Anwohner und Gewerbetreibenden immer mehr.
+
Schön ist anders: Der Pelkumer Platz verkommt in den Augen der Anwohner und Gewerbetreibenden immer mehr.

Für Joachim Rind hat es etwas von einer „verlassenen Westernstadt“ – nur dass diese sich nicht in Arizona oder Texas, sondern mitten in Pelkum befindet.

Pelkum – „Der Pelkumer Platz ist so gut wie tot“, sagt Rind, dessen Frau dort seit 2017 „Susannes Tagespflege“ betreibt. Auch seine Nachbarin Cordula Brehmer, die vor 15 Jahren ein Friseurgeschäft eröffnet hat, macht sich große Sorgen. Sie habe noch das Glück, eine relativ große Stammkundschaft zu haben. Ansonsten müsste sie ihren Laden wohl schließen.

Und in der Tat: Der Pelkumer Platz wirkt in diesen Tagen trostlos. An der einen Ecke liegt noch das Laub vom letzten Wintersturm, an der anderen wächst Unkraut aus den Pflasterfugen. An mehreren Stellen wurde das Pflaster durch Baumwurzeln angehoben, sodass Stolperfallen entstanden sind.

Kein schöner Anblick

Die ehemalige Apotheke und das frühere Schreibwarengeschäft Schuster, die seit Ende 2019 geschlossen sind, stehen leer, die Fensterfronten sind zugeklebt. „Die Corona-Krise und das allgemeine Erscheinungsbild des Pelkumer Platzes machen eine Vermarktung schwierig“, sagt Brehmer.

Sie und Joachim Rind sehen hier aber nicht nur die Eigentümer, sondern auch die Politiker und die Stadt in der Pflicht. „Nur wenn alle mitziehen, können wir die Situation verbessern“, so Brehmer. Die Friseurin fragt sich bis heute, warum vor einigen Jahren der inzwischen längst wieder geschlossene Wochenmarkt auf dem Marktplatz Wiescherhöfen und nicht auf dem Pelkumer Platz angesiedelt wurde.

Der Pflegezustand – Unkraut oder unbrauchbare Fahrradständer – lässt zu wünschen übrig.

Initiativen zur Belebung gescheitert

Im Umfeld gebe es viele potenzielle Kunden, ist sie sich sicher. Initiativen, den Platz durch Veranstaltungen zu beleben, seien am mangelnden Interesse einiger Eigentümer und Geschäftsleute gescheitert, bedauert sie.

Doch was tun? Als erstes müssten, so Rind, die pflegerischen Mängel beseitigt und die schadhaften Stellen ausgebessert werden. Und: Den vielen Worten müssten endlich Taten folgen.

Lesen Sie auch

Tränenreicher Abschied am Pelkumer Platz: Lotto und Post ade

Warum findet die Post in Pelkum keinen neuen Partner?

Neues Leben im „Haus Refus“ - und einen neuen Namen gibt's dazu!

Viele Ideen, viele Absagen

Denn Ideen, wie der Pelkumer Platz entwickelt werden kann, gibt es reichlich. Er ist einer der Kernbereiche des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) Pelkum/Wiescherhöfen.

Allerdings ist dieses zum dritten Mal in Folge bei der Förderung durch das Land durchgefallen, sodass vorerst keine Gelder zu erwarten sind. Auch im Isek kommt der Pelkumer Platz nicht gut weg. Demnach weist die städtebauliche Konzeption Mängel auf. Die angrenzenden einstöckigen Gebäude und auch die Lage des Spielplatzes verhinderten eine räumliche Fassung des Platzes, heißt es dort. Zudem sei der Bereich nur schlecht einsehbar.

Pelkumer Platz hat Potential 

Dennoch: Aus Sicht der Gutachter weist er ein „großes Potenzial für die verstärkte Nutzung öffentlichen Raumes und der Reanimation des ehemaligen sozialen Treffpunktes auf“. Durch eine Umgestaltung und Neuorganisation könne er wieder zu einem Nachbarschaftstreffpunkt werden. Neben dem Kaufen und Verkaufen von Gütern könnte er auch als Veranstaltungsort für Konzerte oder Open-Air-Kino genutzt werden.

Um die Aufenthaltsqualität zu verbessern, sollte einige kleinere Bestandsgebäude durch Neubauten ersetzt werden, um hier innovative Wohnformen anzubieten. Auch Sportgeräte, eine Außengastronomie sowie eine Bühne könnten hilfreich sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare