Hammer (64) erpresst Bekannten: "Dann geschieht Schreckliches"

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Hamm - Eine verworrene Geschichte um Kredit, Erpressung und Drohungen hatte jetzt vor dem Hammer Schöffengericht ein juristisches Nachspiel. Insgesamt übergab ein Hammer einem weitläufigen Bekannten – ebenfalls aus Hamm – 2311 Euro, aber eher unfreiwillig. Der Erpresser drohte seinem Opfer.

Zweimal ging das Opfer seinem Erpresser auf den Leim, beim dritten Erpressungsversuch schaltete er schließlich die Polizei ein. Bei der Geldübergabe wurde der Erpresser, er ist mehrfach einschlägig vorbestraft, überwältigt. 

Gekannt hatten sich der Angeklagte und sein Opfer schon lange. Bei einem Treffen vertraute der Hammer seinem späteren Peiniger an, dass er Geld benötige. Der 64-Jährige bot an, einen Kredit zu vermitteln. Er hätte gute Kontakte und würde sich um alles kümmern. Als sich die beiden handelseinig werden sollten, zog der Hammer dann doch seine Bitte zurück. 

Sehr zum Ärgernis des späteren Angeklagten. Er hätte viele Kosten gehabt, die jetzt erstattet werden sollten. Davon wollte der Hammer nichts wissen und brach den Kontakt ab. Der vermeintliche Kreditvermittler griff schließlich zum Telefon und bedrohte den Hammer. Wenn er ihm nicht zahle, dann geschehe Schreckliches, ließ er sein Opfer wissen. 

"Wenn du nicht zahlst, stehe ich neben deinem Bett"

Offensichtlich eingeschüchtert zahlte der Hammer 1700 Euro, in der Hoffnung die Sache ausgestanden zu haben. Der Angeklagte seinerseits dachte eine nette Geldquelle erschlossen zu haben und versuchte mit der lapidaren Drohung „Wenn du nicht zahlst, stehe ich neben deinem Bett“, wieder Geld zu erpressen. 611 Euro bekam er. 

Erst der dritte Versuch wieder an Geld zu kommen, scheiterte. Der erpresste Hammer ging zu Polizei, die schließlich den Erpresser dingfest machte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten jetzt zu einer einjährigen Bewährungsstrafe wegen Betruges in einem minderschweren Fall. Das Opfer, so das Gericht, habe es dem Angeklagten sehr einfach gemacht. 

Falls der Angeklagte binnen vier Wochen das Geld nicht an sein Opfer zurückzahlt, wird die Bewährung widerrufen und der 64-Jährige muss seine Haftstrafe antreten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft überlegt, gegen den Urteilsspruch Berufung einzulegen.

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