Nach zerstörtem Engel ist auch Mosaik beschädigt worden

Erst der Engel und nun das Mosaik: Wieder Vandalismus im Friedenspark

Die Acrylglasscheibe am Friedensmosaik wurde abgerissen.
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Die Acrylglasscheibe am Friedensmosaik wurde abgerissen.

In Herringen hat es schon wieder einen Angriff auf den Frieden gegeben: Nur wenige Tage nach dem Friedensengel haben Unbekannte auch das im Friedenspark an der Dortmunder Straße/ Ecke Fritz-Husemann-Straße gelegene Friedensmosaik beschädigt. Wie Kunstförderin Benigna Grüneberg vom Verein West.Kunst sagte, sei die schützende Acrylglasscheibe herausgerissen und zerkratzt worden.

Herringen – Das Mosaik selbst sei aber heil geblieben. Auf dem Kunstwerk zu sehen ist eine Friedenstaube, um sie herum in acht Sprachen das Wort „Frieden“.

Die Tat hat sich vermutlich in der Nacht zum Montag ereignet. Wie schon bei der besprühten Wand am Rudolf-Otte-Weg haben der oder die Täter die Initialen „NH 77“ hinterlassen, indem sie sie in die Scheibe eingeritzt haben. „NH“ steht vermutlich für Neue Heimat - und damit für die Siedlung im Herringer Westen.

Belohnung für Hinweise

Zum zweiten Mal binnen 24 Stunden hat die West.Kunst Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Zudem habe der Vorstand, wie Dr. Carsten Grüneberg erklärte, eine Belohnung von 300 Euro für Hinweise ausgesetzt, die Zur Ergreifung des oder der Vandalen führen.

Es war übrigens schon der zweite Angriff auf das von Burhan Issa, einem Flüchtling aus Syrien, geschaffene Kunstwerk. Im Sommer 2019, nur drei Monate nach der Einweihung, hatten Vandalen mit brachialer Gewalt das auf Pinnen und einem Stein befestigte Mosaik so weit heruntergedrückt, dass die Oberfläche von zwei Pinnen durchstoßen wurde. Dadurch wurden mehrere Steinchen beschädigt. Kurze Zeit später wurde das Kunstwerk repariert und mit einer Acrylglasscheibe versehen.

Friedensmosaik soll bleiben

Doch die ist nun kaputt. Die West.Kunst will sich durch den immer wieder vorkommenden Vandalismus aber nicht entmutigen lassen. Man wolle das Mosaik am bisherigen Standort belassen, so Benigna Grüneberg. „Allerdings werden wir die Situation in den kommenden Tagen beobachten.“

Der Friedensengel, der vergangene Woche zerstört wurde, ist laut Grüneberg nicht mehr zu retten.

Sollte es wieder zu Schäden kommen, werde man das Friedensmosaik von diesem frei zugänglichen Standort entfernen und an einem weitgehend sicheren Standort aufstellen. Diesbezüglich habe sie bereits mit Bezirksvorsteher Klaus Alewelt und dem Vorsitzenden des Trägervereins „Alter Bauhof“, Hans-Jürgen Fröhlich, gesprochen. Der Bauhof könnte ein potenzieller Standort sein.

Friedensengel wurde zuvor beschädigt

In der vergangenen Woche beschädigten Vandalen bereits den Friedensengel im Friedenspark. Auch hier wurde Anzeige erstattet. Das Kunstwerk von Ute Brünninghaus und dem Künstler Enciu wurde Anfang August 2018 im Friedenspark aufgestellt. Jetzt ist es verschwunden. „Der geköpfte Friedensengel und die völlig verdrehten und verhakten Flügel sind nicht mehr zu retten“, sagte Grüneberg.

Vandalismus soll Kunst nicht stoppen

Aufgeben will der Verein West.Kunst, der das Projekt initiiert hatte, nicht: Zum Glück sei die Europa-Himmelstreppe, wie Grüneberg sagte, weitgehend erhalten. Gemeinsam mit den beiden Künstlern wolle man überlegen, wie der Platz gestaltet werden könne. „Wir lassen uns nicht den Mut und die Lust nehmen, Herringen weiterhin kreativ weiterzuentwickeln“, sagte Grüneberg.

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