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„Erlebensraum Lippeaue“ doch nicht bis Ende 2022 fertig

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Von: Sarah Hanke

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die Delegation um Marc Herter und Prof. Dr. Uli Paetzel mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.
Besondere Ausblicke bei Traumwetter: die Delegation um Marc Herter und Prof. Dr. Uli Paetzel mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. © Andreas Rother

In diesem Jahr wird das nichts mehr: Die Fertigstellung des Megaprojekts „Erlebensraum Lippeaue“ in Hamm verzögert sich erneut. Frühestens im März 2023 ist mit dem Abschluss der Maßnahmen zu rechnen.

Hamm - „Bis dahin wird alles fertiggestellt sein. Denn das ist auch die Deadline für die Förderung, die ja noch läuft“, verkündet Silke Bielefeld, Projektleiterin seitens der Stadt Hamm. Die Gesamtkosten für das Bauprojekt belaufen sich auf 28,3 Millionen Euro, die aus EU-, Bund- und Landesmitteln stammen. (Hier klicken für unser Spezialressort zum Thema Erlebensraum.)

Neben der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Lieferproblemen beim Baumaterial und der problematischen Einreise ausländischer Arbeiter hätten auch die vielen Bombenentschärfungen Zeit gekostet. „Hamm ist ja immens bombardiert worden am Ende des Zweiten Weltkrieges“, so Bielefeld. „Mit so vielen Kampfmitteln haben wir nicht gerechnet.“ In Zeiten der Pandemie sei es nicht immer sofort möglich gewesen, Menschen in enge Räumlichkeiten zu evakuieren.

Im zweiten Quartal 2022 steht bereits die nächste Entschärfung an: An der Brücke in unmittelbarer Nähe zum Eingang des Ruderclubs wurde ein weiterer möglicher Blindgänger gefunden. Dort verläuft auch eine Versorgungsleitung. „Ein großer Punkt, wo wir im Frühjahr nochmal räumen müssen“, so Bielefeld.

Blick über die Lippe in Richtung „Auenpark“ und dem dahinter liegenden Flugplatz.
Blick über die Lippe in Richtung „Auenpark“ mit Lippestrand und Plateau und dem dahinter liegenden Flugplatz. © Hanneken

Ministerin verschafft sich Überblick

Ursula Heinen-Esser,  Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, verschaffte sich auf Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Hamm Marc Herter am Montag einen Überblick über den Stand Projektes „Erlebensraum Lippeaue“.

Ab Mai 2022 soll mit der Gestaltung des Auenparks begonnen werden. Die Ausschreibung der Baumaßnahmen zur Oberflächengestaltung dieses Projekt-Herzstücks ist beendet. Im Laufe der Woche soll bekannt werden, wer den Zuschlag bekommt. Derzeit laufen die Arbeiten für das Trafostation, einer künftigen Aussichtsplattform am Erlebnisraum, auf Hochtouren.

Ministerinnen-Lob für Hammer Projekt

„Das ist ein wunderbares Projekt“, lobte die Ministerin. Lippeauen so zu gestalten sei fortschrittlich und wichtig für die Stadt. „Es ist eine tolle Idee, grüne und blaue Infrastruktur zusammenzubringen“, so Heinen-Esser weiter. „Das zeigt, dass man in Zukunft auch in Hamm gut leben kann.“ Mit diesem Projekt und der Anpassung an den Klimawandel werde Hamm es schaffen, die Temperatur in der Stadt zu senken und für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Und: „Man hat eine tolle Freizeit- und Erholungsanlage für die Bürger der Stadt.“

Damit die Bürger künftig direkten Zugang zum Wasser haben, ist das einst befestigte Lippeufer bereits entfesselt worden. Bielefeld machte jedoch deutlich: „Wir wollen das Strand-Ambiente hier nicht besonders hochhalten.“ Sonnenliegen sollen dort nämlich nicht aufgestellt werden. Ein Bereich mit hoher Aufenthaltsqualität soll es dort aber dennoch geben.

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