Buddel-Vorboten: „Erlebensraum Lippeaue“ erreicht Bockum-Hövel

Diese Bodenmassen sollen für ein weiteres Teilprojekt von „Erlebensraum Lippeaue“ verwendet werden.
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Am Flügeldeich abgekippt: Diese Bodenmassen sollen demnächst für ein weiteres Teilprojekt von „Erlebensraum Lippeaue“ verwendet werden.

Dutzende von Lkw-Ladungen Bodenaushub sind in der Lippeaue in der Verlängerung Siepmannskamp/Ecke Kornmersch abgekippt worden. Das Material entstammt der „Erlebensraum“-Maßnahme. Sie sind gewissermaßen Vorboten anstehender Maßnahmen.

Hamm-Norden – Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, wurde der Boden dort im Rahmen der Arbeiten für den „Erlebensraum Lippaue“ an der Münsterstraße entnommen, um ein Stillgewässer anzulegen. Geplant sei, die Aushubmassen bei später folgenden Maßnahmen des Großprojekts weiter zu verwenden, so Stadtsprecher Lukas Huster.

„Konkreter können wir das noch nicht beantworten, weil die Planungen dafür aktuell noch laufen“, so Huster. Was geschehen soll, werde voraussichtlich Anfang Mai im Rahmen einer Pressekonferenz zum entsprechenden Teilabschnitt des „Erlebensraums“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Huster sagte dann doch noch so viel, dass die neuen Maßnahmen überwiegend auf dem Gebiet des Stadtbezirks Bockum-Hövel stattfänden.

Bislang bewegen sich die Arbeiten vor allem im Bereich des Hammer Nordens und Heessens. Dort findet zurzeit die Rückverlegung des Deiches und die Modellierung der Aktionsfläche statt.

„Erlebensraum Lippeaue“

Der „Erlebensraum Lippeaue“ ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von Lippeverband und Stadt umgesetzt wird. Die Kosten von insgesamt rund 34,5 Millionen Euro teilen sich die Stadt Hamm, der Lippeverband und das Land NRW, 7,4 Millionen davon trägt die Stadt. Die Fertigstellung ist für Ende 2022 vorgesehen.

„Erlebensraum Lippeaue“ erreicht Bockum-Hövel: Schleife zurückgestellt

Auf Bockum-Höveler Stadtgebiet war ursprünglich eine 800 Meter lange Verlängerung des Lippelaufes durch eine neue Schleife vorgesehen. Sie sollte zwischen Kornmersch im Norden und Lippe im Süden sowie dem Damm vor dem Nienbrügger Berg im Westen sowie der Eisenbahnbrücke im Osten entstehen. Dort waren die Reste der Burg Nienbrügge vermutet worden. Sie sollten zuvor gesichert werden. (Das Lippeschleifenprojekt wurde zwischenzeitlich bis auf Weiteres zurückgestellt.)

2018 hatten sich insgesamt 36 Schulklassen mit rund 900 Schülern unter Anleitung von Archäologen auf die Suche nach Spuren der Vergangenheit begeben. Gesucht wurden im Rahmen des Projektes „Archäologie und Schule“ die Überreste der im Jahre 1225 zerstörten Burg Nienbrügge und der Siedlung. Das Grabungsprojekt, das ebenfalls Teil des Erlebensraum-Projekts war, hatte jedoch keine neuen Hinweise auf eine Burg an diesem Standort ergeben. Das Grabungsergebnis stützte eher die These, dass die Burg an einer anderen Stelle gestanden haben muss. Die Funde ließen jedoch den Schluss zu, dass dort einmal eine gehobene Behausung gestanden haben muss. Freigelegt haben die Schüler vor allem Keramik aus dem Hochmittelalter.

„Erlebensraum Lippeaue“ erreicht Bockum-Hövel: Infopunkt für Besucher

Vorgesehen als weiteres Projekt in der Lippeaue südlich der Kornmersch ist auch der Bau eines „Archäologischen Infopunkts“. Ein Förderbescheid in Höhe von 156.000 Euro wurde im Februar 2020 dafür bewilligt. Mit dem Fördergeld soll ein kleiner Hügel mit einer Holzkonstruktion errichtet werden, die an einen mittelalterlichen Burghügel erinnern sollen. Diese sogenannte „Motte“ soll südlich der Kornmersch in der Nähe des Flügeldeiches entstehen.

Von dem neuen Infopunkt aus sollen die Besucher die Möglichkeit haben, in die Landschaft zu blicken und gleichzeitig mehr über Hamms Stadtgeschichte zu erfahren. Dort sollen unter anderem auch Informationen zum Schulprojekt „Archäologie und Schule“ dargestellt werden.

Die Vernässung der Lippeaue und ökologischer Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind weitere Maßnahmen, die ursprünglich für den westlichen Bereich der Lippeaue vorgesehen waren.

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