Erste Arbeiten für den Lippestrand - aber:

Torpediert Corona-Krise auch Superprojekt "Erlebensraum"?

Es tut sich was entlang der Lippe. Der "Strand" (der kein Badestrand sein wird) soll in den kommenden Jahren Besuchern einen schönen Aufenthalt ermöglichen.
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Es tut sich was entlang der Lippe. Der "Strand" (der kein Badestrand sein wird!) soll in den kommenden Jahren Besuchern einen schönen Aufenthalt ermöglichen.

Die Corona-Krise könnte auch den Zeitplan für das Hammer Superprojekt "Erlebensraum Lippeaue" torpedieren. Zugleich haben die Arbeiten an einem weiteren besonderen Bereich begonnen.

Hamm - Das auffälligste Baustellengeschehen im weiten Projektareal zwischen Bahndamm und Fährstraße ist aktuell entlang der Lippe in Höhe des Flugplatzes zu beobachten. Dort haben zeitplangemäß die Vorarbeiten für den so genannten Lippestrand begonnen. Das erklärte ein Stadtsprecher auf Nachfrage von WA.de.

Insgesamt rund 12.000 Kubikmeter Bodenmaterial werden im etwa 500 Meter langen Uferbereich abgetragen; so entsteht eine ebenerdige Fläche, die sich leicht zur Lippe neigen soll. Das Material werde teilweise für den weiteren Aufbau des neuen Deiches und die Aufschüttung des Plateaus verwendet. Im Bereich des Lippestrandes werden als nächstes sogenannte „Lippesande“ verarbeitet, das ist ein relativ grobkörniger Sand. (Das Lippeufer soll vieles sein, aber kein Badestrand.)

Nach Angaben von Stadt und Lippeverband - sie sind gemeinschaftlich für das Projekt Erlebensraum verantwortlich - laufen die Arbeiten dort nach aktuellem Stand bis etwa Juni – "wenn es keine unvorhergesehenen Einschnitte durch Corona gibt".

So soll der Lippeuferbereich künftig aussehen.

Darum wären Blindgänger ein Problem:

Überhaupt Corona: Während es bis März keinerlei Bedenken an der Einhaltung des Zeitplans für den "Erlebensraum" gab, ist das wegen der Viruskrise nun eben doch anders. Zum Beispiel wegen der Bombenproblematik. Denn: "Der Kampfmittelräumdienst führt aktuell keine Arbeiten durch, da in der aktuellen Situation mit Abstandsgeboten und großen Infektionsrisiken mit Blick auf Risikogruppen keine möglichen Evakuierungen durchgeführt werden könnten", erklärt der Stadtsprecher.

Trotz sehr umfangreicher Voruntersuchungen können weitere Kampfmittelfunde in dem riesigen Projektgebiet nicht ausgeschlossen werden. In diesem Fall müssten die Arbeiten umdisponiert werden und würden sich gegebenenfalls auch verzögern, heißt es. Nicht vom Bombenproblem betroffen ist immerhin der bereits deutlich sichtbar gezogene neue Deichverlauf. Dieser ist nämlich in allen Bereichen längst voruntersucht.

Der neue Deichverlauf (hier von der Fährstraße beobachtet) ist längst gut zu erkennen. Blindgängerprüfungen haben hier bereits stattgefunden.

Die Stadt hält die Wahrscheinlichkeit von Verzögerungen durch die Corona-Krise für das Gesamtprojekt gleichwohl grundsätzlich für hoch, weil Lieferketten teilweise unterbrochen oder Lieferkapazitäten geringer seien. Eigentlich ist die Fertigstellung des "Erlebensraumes Lippeaue" für Mitte 2022 anvisiert.

Werden Einzelbereiche früher freigegeben?

Aktuell finden abseits des Lippestrands vorbereitende Arbeiten für die Hochwasserschutzanlage statt: Dazu gehören Flächeneinrichtungen und die Anlage von Baustraßen und Zuwegungen im Bereich der Hochwasserschutzanlagen. Die Erstellung dieser Anlage ist ab Mitte 2020 vorgesehen. Das Auslaufbauwerk der Kläranlage wird ebenfalls aktuell erstellt, der Umschluss ist für Juni geplant. Teilweise gab es dort laut Stadt bereits durch Corona bedingte Engpässe bei Zulieferern.

Sollten sich Baufortschritte beziehungsweise die Fertigstellung einzelner Bereiche des "Erlebensraumes" unterschiedlich gestalten: Ist es dann denkbar, dass früher fertig gestellte Bereiche (zum Beispiel eben der Lippestrand) für die allgemeine Nutzung früher freigegeben werden als andere? Klare Antwort der Stadt: nein. Und zwar deshalb: "Aus Sicherheitsgründen ist das leider nicht durchführbar: Der Baustellenverkehr würde das nicht zulassen, und eine sichere Wegeverbindung zum Lippestrand könnte nicht gewährleistet werden."

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