Schüler in Hamm berichten

Erlaubnis für Abschlussfeiern zu spät - Jetzt Frust... aber auch Lust

Einen Abiball, wie man ihn kennt, wird es in diesem Jahr wohl nicht geben.
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Einen Abiball, wie man ihn kennt, wird es in diesem Jahr wohl nicht geben.

Eigentlich hatten sich die Hammer Abschlussschüler vom Gedanken einer Party längst verabschiedet. Die gebuchten Locations wurden gecancelt, Deko und gekaufte Getränke zurückgegeben, der DJ abbestellt. Dann kam am Samstag – eine Woche vor Ferienstart – die Nachricht aus dem Schulministerium: Private Abifeiern sind wieder erlaubt – unter bestimmten Bedingungen.

Hamm – Für Emilie Pletschen und ihre Mitschüler vom Stein-Gymnasium war die plötzliche Party-Erlaubnis allerdings eher eine ernüchternde Nachricht: „Das war schon irgendwie sehr erniedrigend, denn die Nachricht, dass man wieder Abibälle feiern darf, kam an dem Tag, als unser Abiball eigentlich stattgefunden hätte. Das war schon nicht so cool, man hat darauf so hin gefiebert und es dann absagen müssen. Aber uns war dann auch klar, dass wir nicht spontan eine Feier schmeißen, sondern auf die Eltern warten, denn ohne sie wäre das nicht dasselbe.“

Die Schüler suchen jetzt nach Locations, wo man Ende des Jahres oder nächstes Jahr nochmal zusammenkommt. Auch mit den Eltern. „Es geht darum, nach kurzer Zeit das erste Nachtreffen zu haben, den Abiball nachholen zu können und vor allem auch richtig tanzen zu können“, so die Schülerin.

„Das hat schon Salz in die Wunde gestreut“, sagt auch Mitschülerin Isabel Rempel vom Stein-Gymnasium. Ein bisschen gefeiert wurde aber trotzdem. Allerdings im kleinen Rahmen in den Freundeskreisen. „Ich hoffe, das klappt, dass wir das nachholen. Ich bin da zuversichtlich, weil wir schon ein toller Jahrgang waren. Aber man kennt das ja auch von Hochzeiten. Da wird dann erst standesamtlich geheiratet und es wird gesagt, wir feiern später groß und das passiert dann aber oft nie.“

Schüler verärgert über Hin und Her

Ähnlich geht es auch den Abiturienten vom Lüders-Kolleg. Ihre Zeugnisvergabe fand am heutigen Donnerstag statt, klassenweise in drei Durchgängen auf dem Sportplatz der Schule. Die große Abifeier in der Mensa des Märkischen Gymnasiums wurde abgesagt, alle Bestellungen und Verträge gecancelt. Die Nachricht, dass Abifeiern doch stattfinden dürfen, kam für die Abschlussschüler etwas zu spät.

„Das war sehr ärgerlich, weil wir uns schon viel Mühe gegeben haben und alles geplant hatten, dann wurde alles gecancelt und jetzt heißt es doch wieder, dass alles stattfinden darf,“ sagt Abiturientin Jana Rüter. „Wir hatten alles schon zurückgeschickt. Das war jetzt doch sehr spontan, fanden wir“, ergänzt Mitschülerin Birte Schellscheidt. Einen Nachholplan gibt es hier nicht.

Chaotisches Ende der Schulzeit

Das chaotische Ende ihrer Schulzeit hat sich bei den Schülerinnen nicht auf ihre Zukunft ausgewirkt. Zumindest bisher. Jana möchte Sonderpädagogik studieren und hat noch einen Praktikumsplatz ergattern können. „Allerdings hieß es da auch, dass es nur möglich ist, wenn kein neuer Lockdown kommt“, erklärt sie. Auch Emilie hat sich für ein Sonderpädagogik-Studium in Dortmund beworben: „Das ist natürlich schwierig, aber gar nicht wegen Corona, sondern eher, weil das so viele machen wollen“, sagt sie.

Auch Birte Schellscheidt hofft einen Studienplatz zu bekommen: „Ich möchte Wirtschaftsingenieurwesen studieren, sobald ich mein Zeugnis habe, schicke ich die Bewerbung raus. Und dann mal sehen.“

Live-Stream-Party als Trost

Für alle, die wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf ihre Abschlussparty verzichten müssen schmeißt der WA zusammen mit der Lippewelle am Samstag, 4. Juli, den Abschluss 2020 – mit Abstand Hamms beste Party.

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