Schöne Fassaden für die Stadt: Fassaden- und Hofprogramm wird zu Erfolgsmodell für die Innenstadt

Mithilfe des Fassadenprogramms renoviert: das denkmalgeschützte Geschäftshaus an der Weststraße 52. Bei der Besichtigung von links: Carsten Gniot (Stadtplanung), Peter Rosenberger (Eigentümer), Holger Pump-Uhlmann (Quartiersarchitekt) und Simone Düchting (Stadtplanung).
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Mithilfe des Fassadenprogramms renoviert: das denkmalgeschützte Geschäftshaus an der Weststraße 52. Bei der Besichtigung von links: Carsten Gniot (Stadtplanung), Peter Rosenberger (Eigentümer), Holger Pump-Uhlmann (Quartiersarchitekt) und Simone Düchting (Stadtplanung).

Es ist eines der markantesten Gebäude in der Innenstadt: das Geschäftshaus an der Weststraße 52. Sein größeres Vorbild steht mit dem „Chilehaus“ als Weltkulturerbe in Hamburg. Aktuell erhält die kleine, 1927 erbaute Hammer Version eine Fassadensanierung.

Hamm – Möglich wird die Sanierung auch, weil es über das Fassaden- und Hofprogramm Fördergelder für eine Instandsetzung gibt. Das Förderprogramm hat sich in der Innenstadt zu einem Erfolgsmodell entwickelt.

Auf etwa 20 Prozent der Gesamtmaßnahme, die für die Substanzerhaltung dringend erforderlich ist, beziffert Eigentümer Peter Rosenberger den Förderanteil. Das sei für ihn eine wertvolle Unterstützung und ein entscheidendes Argument gewesen, die Sanierung zügig vornehmen zu lassen.

An dem seit 1987 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude mussten verschiedene Arbeiten vorgenommen werden: Erneuert wurden die Holzverkleidung am Staffelgeschoss und mehrere Fenster, durch Witterungseinflüsse schadhafte Gesimse mussten nachmodelliert werden, Blechverkleidungen wurden ausgetauscht.

Erscheinungsbild immer wichtiger

Beratung holte sich Rosenberger im Büro Innenstadt in der Oststraße 9. Und damit ist er nicht der einzige. Rund 40 Projekte haben die Quartiersarchitekten und Stadtplaner dort mit Eigentümern seit Eröffnung 2017 auf den Weg gebracht. Mit rund 225.000 Euro wurden die Maßnahmen gefördert, die Gesamtinvestition liegt bei rund 650.000 Euro. Bei etwa 20 liege aktuell die Zahl derer, die einen Antrag stellen wollen, sagt Quartiersarchitekt Holger Pump-Uhlmann, die Zahl derer, die eine Eingangsberatung wünschen, noch einmal deutlich höher.

Das Wohnhaus an der Brüderstraße 3b erhielt über das Programm einen neuen Fassadenanstrich.

„Wohnen wird als Funktion wieder immer wichtiger für die Innenstädte“, so Pump-Uhlmann. „Viele Eigentümer haben sich damit noch nicht so intensiv beschäftigt. Aber Gestaltung ist wichtig: für die eigene Immobilie und als Mehrwert für das Stadtbild.“ Eine Erkenntnis, die zunehmend anzukommen scheint.

Aktuell wird beispielsweise die Fassade an der Nordstraße 5 gefördert, um die Ecke an der Brüderstraße 3b ist dies gut sichtbar bereits erfolgt. Und insbesondere auch in der südlichen Innenstadt liege aktuell in Schwerpunkt. „Die Leute sehen natürlich zunächst ihr eigenes Objekt, schauen aber auch auf die Nachbarn und werden so häufig zum Handeln bewegt“, sagt der Quartiersarchitekt.

Geförderte Projekte

Das Angebot sei bewusst niederschwellig, das Antragsverfahren bis zu einer schriftlichen Vereinbarung mit dem Eigentümer in der Regel in wenigen Wochen durchlaufen. „Die Lösung erfolgt immer im Konsens mit dem Eigentümer und dem Malerunternehmen“, sagt Pump-Uhlmann. Damit sich Immobilieneigentümer eine Vorstellung machen können, werden Farbsimulationen erstellt oder Farbanstrichfelder aufs Objekt gebracht.

Abgelehnt worden seien bislang lediglich drei Projekte. Eine nachträgliche Erhöhung der vereinbarten Fördersumme sei beispielsweise nicht möglich, wenn die Kalkulation nicht mehr passe oder nicht Vereinbartes ausgeführt werde. Gefördert werden können auch nur Projekte, für die es bisher keine andere Förderung gibt.

Darüber hinaus beraten die Mitarbeiter Initiativen in der Innenstadt bei der Planung und Durchführung von Projekten über den Verfügungsfonds City. Die Arbeit des Büros Innenstadt ist bis 2024 gesichert. Entsprechende Beschlüsse liegen vor und Fördermittel sind bewilligt. Die Fortführung der Quartiersberatung bis 2024 ist mit insgesamt 560.000 Euro kalkuliert. Der städtische Eigenanteil liegt bei 112.000 Euro.

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Nordstraße 5 wird saniert. Auch hierfür gibt es eine Förderung.

Büro und Förderung

Quartiersberatung im Büro Innenstadt: Oststraße 9 (ehemaliges Musik-Blum-Ladenlokal); Öffnungszeiten: montags 13 bis 18 Uhr, donnerstags 9 bis 14 Uhr. Der Förderraum wird begrenzt durch Kanal und Lippe im Norden, die Heßlerstraße im Osten, die Alleestraße im Süden und die Bahnlinie im Westen.

Gefördert werden kann unter anderem Fassadenrenovierung, Dachbegrünung und Entsiegelung. Bezuschusst werden maximal 30 Euro pro Quadratmeter, mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten sind als Eigenanteil zu leisten. Die Höchstgrenze für die Gesamtförderung je Grundstück liegt bei 30.000 Euro (brutto).

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