Schiffe dürfen wieder fahren

Rätsel um Erdrutsch am Kanal - Ernste Probleme, aber auch Entwarnung

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Über ein Boot des Wasser- und Schifffahrtamtes (WSA) werden Bojen angebracht, die vorbei fahrende Schiffe von der Problemstellefern halten sollen. Gut sichtbar ist hier die weit in Richtung Wasser abgesackte Spundwand.

[Update 14.45 Uhr] Welch ein ungewöhnlicher Vorgang: Nach einem Erdrutsch blieb der Datteln-Hamm-Kanal zwischen beiden Hammer Schleusen für den kompletten Schiffsverkehr bis Montagmittag gesperrt. Doch es gibt auch weitere Auswirkungen.

  • Am Datteln-Hamm-Kanal ist am Sonntagabend Erdreich abgesackt.
  • Der Kanal blieb über Stunden für den Schiffsverkehr gesperrt.
  • Wege im Kurparkbereich weiter teilweise gesperrt.

Hamm - Am Sonntagabend hatten sich die Spundwände wenige Meter östlich hinter der Baustelle zum neuen Ahsedüker an der Fährstraße auf einer Länge von etwa 80 Metern in Richtung Kanal geneigt. Die Wände trennen das Wasser des Kanals vom Ufer. 

Das dahinter liegende Erdreich sei auf einer Breite von zwei Metern etwa einen Meter tief abgesackt, teilte die Polizei mit. 

"Erdrutsch" am Datteln-Hamm-Kanal neben der Düker-Baustelle

Kanal aus Vorsicht für Schiffsverkehr gesperrt

Die Feuerwehr und Experten des Wasser- und Schiffahrtsamtes waren am Sonntag bis spät abends vor Ort, prüften die Ausmaße des Erdrutsches und ergriffen erste (Sperr-)Maßnahmen. Schnell war klar, dass der Kanal zunächst gesperrt bleiben würde; später wurde dann entschieden, auch für sämtliche weiteren Verkehre Sperrungen einzurichten. 

Bei Tageslicht gab es dann wieder positive Signale: Weil keine nachhaltige Gefahr weiteren Abrutschens besteht, wurde der Schiffverkehr am Montagmittag wieder freigegeben. Die Gefahrenstelle wird auf dem Wasser mit grünen Bojen deutlich gemacht. Der Fuß- und Radweg im Uferbereich bleibt bis auf weiteres gesperrt, weil darüber schweres Gerät für die Reparaturarbeiten herangeschafft werden muss.

Bauunternehmen weist Verantwortung zurück

Björn Kranz von der Bauunternehmung Johann Bunte, die die Arbeiten am neuen Düker ausführt, betont, dass der abgesackte Bereich sich nicht auf dem Baufeld befinde und "insofern mit der Baustelle Ahsedüker nichts zu tun" habe. Die Spundwände befänden sich im alten Kanalverlauf.

Wie es zu dem Erdrutsch kam, sei noch unklar. so Kranz. WSA-Sprecher Peter Holthaus, der vor Ort auch gefährliche Risse ufernahen Boden ausmachte, wollte sich auf Spekulationen ins diesem Zusammenhang nicht einlassen. Er zeigte sich vor Ort jedoch sehr verwundert: "Das muss man erst einmal erklären..."

Wer haftet für die Schäden und die Folgen?

Auch wenn der Schaden optisch relativ unscheinbar wirkt: Die Tücken liegen in vielen Details und müssen nun professionell untersucht werden. Und die Ursache dürfte dann auch Verantwortungs- und Haftungsaspekte offen legen.

Auf welche Weise und in welchem Zeitraum der Schaden nun angegangen und behoben wird, konnte zunächst nicht beurteilt werden.

Im vergangenen August waren die fünf Röhren des neuen Ahsedükers im Hammer Osten geflutet worden. Ein Düker ist eine Druckleitung zur Unterführung von Straßen, Kanälen oder Flüssen. Hier wird die Ahse über fünf Rohre unter dem Kanal hindurch in die Lippe geleitet.

Feuerwehr-Einsatz auf dem Kanal: Öl-Spur im Wasser

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