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Erdgasbohrungen in Hamm: So könnte es ablaufen

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Die Stadtwerke Hamm haben sich – gemeinsam mit Partnern – sieben Erlaubnisfelder mit einem Umfang von 330 Quadratkilometern in der Region (blaue Fläche) für den möglichen Abbau von unkonventionellen Gasvorkommen (speziell Flözgas) gesichert.

HAMM / AHLEN / DRENSTEINFURT / HERBERN ▪ Von Kamen bis Ahlen-Vorhelm und von Herbern bis nahe Lippborg reichen die Erlaubnisfelder, die sich die Stadtwerke Hamm – gemeinsam mit Partnern – für die mögliche Erkundung und Förderung von unkonventionellen Gasvorkommen gesichert haben.

Wie die Energie gewonnen werden könnte, wird jetzt in einer Stellungnahme der Stadtwerke Hamm aufgezeigt, die auf Anfrage der Grünen-Ratsfraktion angefertigt wurde.

In einer etwa drei- bis vierjährigen „Projektphase“ sollen „kleinere Bohrungen sowie ein bis zwei tiefe Bohrungen“ vorgenommen werden, um zu erkunden, ob eine anschließende Förderung des Gases (Produktion) überhaupt wirtschaftlich ist. „Wenn durch Erkundungsbohrungen in den Steinkohlelagerstätten der Druck erniedrigt wird, lösen sich die Gasmoleküle von der Kohleoberfläche und wandern zum Bohrloch. In diesem Fall ist das Ergebnis der Bohrung eine Gasproduktion, für die eine Nutzungsmöglichkeit vorzusehen ist (z. B. Einleitung ins Gasverteilnetz)“, gehen die Stadtwerke von der Annahme aus, dass poröse Gesteinsschichten vorhanden sind. Das bedeutet, dass die umstrittene Fracking-Methode – dabei werden große Mengen von Wasser, Sand und Chemikalien ins Erdreich gepresst werden, um das Gas vom Gestein zu lösen – nicht angewendet werden müsste.

Sollte die Gasförderung lukrativ erscheinen, müsse eine „vollständige Produktionsinfrastruktur“ aufgebaut werden. Etwa zehn bis 20 Bohrplätze mit einer Fläche von jeweils rund einem Hektar müssten für einige Monate eingerichtet werden. „Danach würde sich die Fläche auf wenige hundert Quadratmeter reduzieren für Anlagen zur Aufbereitung des Gases und Einleitung in das Gasnetz.“

Da die Stadtwerke als Wasserversorger Träger öffentlicher Belange ist, sei eine Beteiligung am Verfahren bereits unter den heute gültigen bergrechtlichen Antrags- und Zulassungsverfahren gesichert. Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Marc Herter (SPD-Ratsfraktionschef und Landtagsabgeordneter) hatte unlängst darauf verwiesen, dass das städtische Tochterunternehmen als Dienstleister und als Eigentümer der Bürger besondere Verantwortung habe.

„Für alle HammGas-Gesellschafter besteht die Selbstverpflichtung, über die Aktivitäten der HammsGas eine Transparenz in der Öffentlichkeit herzustellen und umweltschonende Techniken einzusetzen“, wird versichert. Zudem hätten die Gesellschafter vertraglich festgelegt, dass nach Abschluss der Pilotphase über den Fortgang des Projektes zu entscheiden sei. ▪ vor

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