Entlastung für Eltern: So sinken die Beträge für Kita und OGS in Hamm

Coronavirus - Kita
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Die Gebühren für Kitas und Offene Ganztagsschulen in Hamm sollen ab Sommer 2021 deutlich geringer sein. (Symbolbild)

Die Elternbeiträge für Kindertagesstätten und Offene Ganztagsschulen (OGS) in Hamm sollen vom Sommer an deutlich sinken. OB Herter kündigte für das neue Schul- und Kindergartenjahr umfangreiche Entlastungen für Familien an.

Hamm - Deutlich mehr Eltern als bisher sollen ganz von den Zahlungen befreit werden; im mittleren und oberen Einkommensbereich werden die Beiträge stärker gestaffelt. Die Senkung der Beiträge war 2020 eines von Herters Wahlversprechen gewesen und findet sich nun in der neuen Satzung wieder, die der OB, Schuldezernentin Dr. Britta Obszerninks und Fachbereichsleiter Theo Hesse jetzt vorstellten.

Die Beitragsgrenze steigt demnach für Kitas und OGS von 17.500 auf 25.000 Euro – Familien mit einem geringeren Einkommen sind von den Beiträgen befreit. In den Einkommensbereichen darüber sinken die Beiträge um teilweise 80 und in der Regel mindestens aber 50 Prozent. Das kann auch schon mal mehr als 200 Euro im Monat ausmachen. Beispiel: Eine Familie mit einem Einkommen bis 73.000 Euro zahlte bisher monatlich 313 Euro für die Kita; künftig sollen es nur noch 79 Euro sein – 234 Euro oder 75 Prozent weniger als bisher.

Tagespflege und Geschwisterregelung

Bisher endet die Gehaltsstaffel für die Kita- und OGS-Gebührenberechnung bei 61.000 Euro pro Familie. Für alle die mehr Geld nach Hause bringen, gab es einen Einheitssatz. Hier soll jetzt in 12.000-Euro-Schritten differenziert werden – auch, wie Hesse bemerkte, weil das Land die bisherige Regelung kritisiert habe. Die höchste Beitragsklasse bilden in Hamm künftig Familieneinkommen über 109 .000 Euro. Auch hier fallen die künftigen Beiträge geringer als bisher aus.

Mit der Neuregelung will die Stadt auch Bereiche verbinden, die bisher getrennt betrachtet wurden. So lehnen sich die Beiträge für die Tagespflege künftig an jene für die Kindertagesstätten an. Die bisherige Geschwisterregelung, nach der nur für ein Kind gezahlt werden muss, soll übergreifend auf Kita und OGS angewandt werden. Damit wolle man Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters entlasten, sagte Herter. Wenn das Kind, das für die Beitragsberechnung maßgeblich sei, in die zwei beitragsfreien Kita-Jahre komme, würden die Geschwister auch weiter beitragsfrei geführt.

„Kinderfreundlichste Stadt Deutschlands“

Herter sprach von einem Meilenstein „auf dem Weg zur kinderfreundlichsten Stadt Deutschlands“. Statt pauschal Jahrgänge von den Beiträgen freizustellen, habe man die Belastung der Eltern in allen Bereichen senken wollen. Das Paket koste die Stadt jährlich zusätzliche 2,38 Millionen Euro, so der OB. Die seien im Haushalt vorhanden. Im März solle der Rat die neuen Beiträge beschließen. Langfristiges Ziel bleibe die Beitragsfreiheit.

Bis zum Sommer blieben die Beiträge Herter zufolge um die Hälfte reduziert, auch weil man das Angebot wegen Corona derzeit nicht garantieren könne. Für den Februar zieht man aufgrund der Schul- und Kitaschließungen keine Kita- und OGS-Beiträge ein. Das sei ein Dankeschön an alle Eltern, so der OB. Das Land habe eine Beteiligung an den so entstehenden Kosten abgelehnt.

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