Schmiererei mit Hintergedanken

Vandalismus an Blitzeranhängern in Hamm - Mehr als nur eine Sauerei

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Drei Blitzer-Anhänger hat die Stadt Hamm im Einsatz. Immer wieder werden die ungeliebten rollenden Kisten von Vandalen beschmiert. Aber manchmal auch nach Kräften traktiert. Wer erwischt wird, hat ein Problem.

Hamm – Es ist wenig überraschend, dass die als mobile Blitzer eingesetzten Enforcement Trailer der Stadt die Aufmerksamkeit auf sich ziehen – meist allerdings erst dann, wenn rasende Autofahrer das Gerät auslösen. Manches Mal ziehen die Trailer die Blicke aber auch aus einem anderen Grund auf sich: und zwar dann, wenn sie ziemlich versaut aussehen und mit Schrift, Zeichnungen und Farbe beschmiert sind.

Eine Lappalie? Nicht ganz, Oftmals geht es den Tätern nicht nur um das Verunstalten der drei im Einsatz befindlichen Geräte. Das eigentliche Ziel: das Gerät so zu manipulieren, dass der Blitzer nicht auslöst. Wegen derartiger Vergehen laufen bereits Verfahren bei der Polizei.

Ein frisches Beispiel verdeutlicht das Vandalismus-Thema sehr gut: Denn ganz schön beschmiert ist etwa das Gerät, das zuletzt an der Soester Straße in Norddinker Raser ertappte. Weil es direkt neben der Straße stand, war die „Sauerei“ – inklusive eines aufgemalten männlichen Geschlechtsteils – für viele Menschen sichtbar. Wer aber ganz genau hinschaute, dem wird das Sichtfenster ins Auge gestochen sein. Denn rote Farbe an den Ecken und Kanten zeigten deutlich, dass dieser besonders wichtige Teil der Enforcement Trailer – dahinter befindet sich der Auslöser für die Blitzertechnik – schon öfter mit Farbe besprüht wurde.

Ausfallzeiten der Trailer gering

Doch wie groß ist das Problem mittlerweile? „Vandalismus beziehungsweise Schmierereien kommen immer wieder mal vor“, erklärt die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung. „Allerdings sind die Ausfallzeiten der Trailer gering“, fügt ein Stadtsprecher hinzu. Konkret bedeutet das, dass die drei Geräte unabhängig von Schmierereien nach etwa vier bis sechs Wochen im Einsatz „gründlich gereinigt“ werden, so der Sprecher. Wie lange die Geräte also durch Reinigung und Reparaturen tatsächlich ausfallen, ist daher unklar.

Als der erste Enforcement Trailer im Sommer 2018 in Betrieb genommen wurde, versuchten etliche Hammer, das Gerät auszutricksen. Bilder davon, wie Pizzaschachteln das Sichtfenster des Blitzers verdeckten oder große Papiertonnen vor das Gerät gestellt wurden, machten damals die Runde. Derartige Manipulationsversuche seien inzwischen aber „relativ selten der Fall“, so der Stadtsprecher.

Wie groß der finanzielle Schaden durch den Vandalismus ist, sei allerdings schwer zu beziffern. Denn: Alle drei Geräte sind von der Stadt gemietet. Bereits im Mietpreis enthalten sind dabei auch die Kosten für Reparaturen und Schäden durch Vandalismus, so die Stadtverwaltung.

Schon Beschmieren ist strafbar

Die Firma, von der die Stadt die drei Trailer gemietet hat, kümmert sich dabei auch um die Erledigung von Reparaturen bei größeren Schäden, beispielsweise wenn eine neue Folierung erforderlich ist. Aber: „Um die Einsatzfähigkeit der Trailer sicherzustellen, werden die meisten Arbeiten kurzfristig durch städtisches Personal durchgeführt“, erklärt ein Stadtsprecher. Angeschafft wurden die drei Geräte im Abstand von jeweils gut einem Jahr, der letzte von drei gemieteten mobilen Blitzern geht seit April dieses Jahres auf Raserjagd.

Der Stadtsprecher betont unterdessen, dass das Beschmieren der Trailer kein Kavaliersdelikt ist. „Es handelt sich immer um Sachbeschädigung.“ Welche Strafe den Tätern droht? „Das Strafmaß variiert bei einer einfachen Sachbeschädigung bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und bei einer Störung öffentlicher Betriebe mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe“, klärt der Sprecher auf. In beiden Fällen sei auch der Versuch bereits strafbar.

Achtung, Autofahrer: Hier wird in Hamm geblitzt!

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