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Energieschock erreicht Hamm: Gaspreis steigt im April stark

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Von: Markus Hanneken

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Verbraucher müssen dieses Jahr mit deutlich steigenden Preisen rechnen.
Auch in Hamm kostet Energie ab April deutlich mehr. © Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Getrieben von der allgemein dramatischen Entwicklung vor allem beim Erdgas werden auch in Hamm die Energiepreise stark steigen. Allein für die Strompreise gilt das nicht. Die neuen Konditionen der Stadtwerke greifen zum 1. April 2022.

Hamm - Die Stadtwerke Hamm werden die Preise für Erdgas zum 1. April 2022 um 1,67 Cent/kWh brutto erhöhen. Von der Preiserhöhung sind nach Angaben von Freitag nur die Arbeitspreise - also die Preise je Kilowattstunde - betroffen; die Grundpreise bleiben unverändert. Bei einem beispielhaften Jahresverbrauch von 20.000 kWh betrage die monatliche Mehrbelastung somit brutto 27,83 Euro. Das entspreche einem Anstieg von 23,8 Prozent.

Wie die Stadtwerke betonen, greift die Preiserhöhung - anders als bei vielen anderen Anbietern - in Hamm erst zum Ende der aktuellen Heizsaison. Im Schnitt würde also knapp die Hälfte des Jahresverbrauchs noch zu den günstigeren Konditionen abgerechnet. Im ersten Quartal 2022 seien das rund 150 Euro weniger Belastung je Haushalt. Durch die Umstellung auf ein so genanntes „Fashion Erdgas Produkt“ der Stadtwerke könne die Mehrbelastung um weitere drei oder mehr Prozentpunkte reduziert werden.

Auch Preise für Fernwärme in Hamm steigen

Die allgemeinen Preissteigerungen wird auch die Erzeugung von Fernwärme (sie beliefert vor allem Groß-, Gewerbe- und Industriekunden, Verwaltungen in Behörden und gilt als eine besonders nachhaltige Art der Wärmeversorgung) verteuern. Nach mehr als sieben Jahren Pause passen die Stadtwerke daher die Preise in diesem Segment zum 1. April um 0,95 Cent/kWh brutto an. Die reinen Leistungspreise bleiben unverändert. Bei einem Jahresverbrauch von 17.000 kWh betrage die monatliche Mehrbelastung 13,45 Euro (brutto); das sind 11,4 Prozent.

Auch bei der Fernwärme wirke sich die Preisanpassung nach der aktuellen Heizperiode jedoch kostenmindernd aus, heißt es ergänzend.

Nicht übereilt kündigen

Auch wenn die Preiserhöhung kommt: Nicht vorschnell kündigen. Dazu rät die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 2/2022). Denn die Regel, dass Neukunden oft weniger als Bestandskunden zahlten, gelte so nicht mehr. Oft lohne es sich daher, trotz Preiserhöhung beim bisherigen Energieanbieter zu bleiben, vor allem, wenn sie vergleichsweise moderat ist.

Die genannten Preismaßnahmen wurden vom Aufsichtsrat der Stadtwerke Hamm GmbH in seiner Sitzung am 20. Januar genehmigt. Vor einem Jahr hatten die Stadtwerke zuletzt die Preise für Strom, Gas und Trinkwasser erhöht. Begründet wurde das mit „erheblichen Kostensteigerungen“. Eine Erhöhung der Strompreise ist in dieser Preisrunde nicht vorgesehen.

Begründung und Vergleich der Stadtwerke

Seit Mitte 2021 sind die Energiepreise im Großhandel rasant gestiegen. Dem Verbraucherportal „Check24“ zufolge haben inzwischen mehr als 900 Erdgasversorger in der Grundversorgung Preiserhöhungen von durchschnittlich etwa 34 Prozent durchgeführt oder angekündigt. Der Börsenpreis für Erdgas stieg den Stadtwerken zufolge im November 2021 um rund 560 Prozent. Zum 1. Januar 2022 seien auch die Kosten für den nationalen Emissionshandel - ihn hat die Bundesregierung als zentrale Maßnahme ihres Klimaschutzprogrammes eingeführt - weiter gestiegen. Die sogenannte „CO2-Steuer“ oder „CO2-Bepreisung“ sei seitdem fester Bestandteil des Erdgaspreises.

Auch nach der Preisanpassung sehen sich die Stadtwerke Hamm als einer der günstigsten Erdgas-Grundversorger in der Region. Zumal die meisten Anbieter ihre Preise bereits zum 1. Januar 2022 erhöht hätten.

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