Ende einer Ära: RWE-Kraftwerk in Hamm endgültig vom Netz

Das Kraftwerk Westfalen in Hamm bleibt systemrelevant.
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Das Kraftwerk Westfalen in Hamm bleibt systemrelevant.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag lief die Bereitschaftsphase für die beiden letzten Steinkohlekraftwerke von RWE in Deutschland ab. An den Standorten Westfalen in Hamm und Ibbenbüren gingen die letzten Blöcke endgültig vom Netz.

Hamm - Im Dezember 2020 hatte RWE Generation bei der ersten bundesweiten Stilllegungsauktion für Steinkohlekraftwerke Zuschläge sowohl für den 800-Megawatt-Block E des Kraftwerks Westfalen als auch für den 800-Megawatt-Block B des Kraftwerks Ibbenbüren erhalten. Seit Januar 2021 durfte RWE deshalb keinen Strom mehr aus diesen Anlagen vermarkten.

Im Rahmen der vorgeschriebenen sechsmonatigen Bereitschaftsphase ging das Kraftwerk Westfalen auf Anforderung des Übertragungsnetzbetreibers aus Gründen der Versorgungssicherheit noch 13 Mal ans Netz. Nun endet auch diese Phase, und ab dem 8. Juli darf an beiden Standorten keine Kohle mehr verfeuert werden. Die Stilllegung der Steinkohleblöcke ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität, die RWE 2040 erreichen will.

„Bei unseren Planungen war immer besonders wichtig, den Personalabbau sozialverträglich zu gestalten. Wir wollen die betroffenen Kolleginnen und Kollegen von Arbeit in Arbeit vermitteln und sorgen dafür, dass niemand ins Bergfreie fällt“, betont Hartmut Frank, Leiter der Kraftwerke Westfalen und Ibbenbüren.

Kraftwerk Westfalen

Aufnahme kommerzieller Betrieb: 1. Juli 2014

Betriebsstunden: 35.000

Starts: 140 Stück

Erzeugung: 25 Milliarden Kilowattstunden (KWh)

Kraftwerk Westfalen in Hamm vom Netz, aber weiter systemrelevant

Der Standort Westfalen soll weiter einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten: Die Bundesnetzagentur hat das Kraftwerk als systemrelevant eingestuft. Deshalb wird der Generator von Block E zum rotierenden Phasenschieber umgerüstet und so genannte Blindleistung zur Spannungshaltung erzeugen – eine wichtige Dienstleistung zur Stabilisierung des Stromnetzes. 

Auf die CO2-Bilanz von RWE hat das keine Auswirkung, da für den Betrieb eines Phasenschiebers keine Kohle verfeuert wird. Block B des Kraftwerks Ibbenbüren wurde von der Bundesnetzagentur nicht als systemrelevant eingestuft, so dass nun die Stilllegung des Kraftwerks beginnt.

Kraftwerk Westfalen in Hamm vom Netz: schwierige Tage zum Schluss

„Auch wenn die Entscheidung seit Dezember bekannt ist, sind es jetzt noch einmal schwierige Tage an beiden Standorten“, sagt Leonhard Zubrowski, Betriebsratsvorsitzender der RWE Generation. „Umso wichtiger ist es, dass allen Kolleginnen und Kollegen schnell Perspektiven aufgezeigt werden. Dabei zahlt sich aus, dass wir die Regelwerke für einen sozialverträglichen Personalabbau frühzeitig abgeschlossen haben.“

Seit ihrer Inbetriebnahme haben die beiden Blöcke insgesamt 158 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert – eine Menge, die ausreichen würde, um 35 Millionen Privathaushalte ein Jahr lang mit elektrischer Energie zu versorgen. - WA

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