Familie Kapschak

Empting‘s Backstube bietet jetzt auch Liefer-Service an

Manuela und Joanna Kapschak vor Emptings Bachstube
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Auf dem Weg zur Jung-Unternehmerin: Die 17-jährige Joanna Kapschak (rechts) – hier mit ihrer Mutter Manuela – hat einen Liefer-Service ins Leben gerufen.

Pelkum/Wiescherhöfen – Seit seinem Arbeitsunfall im September 2019 kann Bäckermeister Ludger Kapschak seinem Beruf nicht mehr nachgehen. Dennoch geht der Betrieb weiter, da er und seine Frau Manuela quasi die Rollen getauscht haben. Mit Tochter Joanna bringt sich jetzt auch die nächste Generation ein.

Die Berufsschülerin, die ihr Fachabitur anstrebt, hat kurz nach dem Erhalt ihres Führerscheins einen Lieferservice von „Empting‘s Backstube“ ins Leben gerufen. „Gedacht ist er vor allem für diejenigen, die nicht mehr so mobil sind“, sagt ihr Vater. Aber auch Menschen, die aufgrund der Pandemie größere Menschenmengen in den Supermärkten meiden, könnten sich gegen einen kleinen Aufpreis mit Back- und Konditorwaren vom „Bäcker von nebenan“ beliefern lassen. Auch nach dem Ende der Pandemie wolle sie den Service anbieten, sagt sie.

Da die Schülerin noch keine 18 Jahre alt ist, muss sie bei ihren Fahrten zu den Kunden von ihrer Mutter oder ihrem Vater auf dem Beifahrersitz begleitet werden. Nach ihrem Fach-Abitur werde man ihr anbieten, ein Jahr lang im elterlichen Betrieb zu arbeiten, um das Handwerk und andere Dinge näher kennenzulernen – als „Findungsphase“ sozusagen. „Ob sie danach eine Bäckerlehre antritt, weiß ich nicht“, so Kapschak. Er würde sich aber freuen, wenn seine Tochter eines Tages in seine Fußstapfen treten und den Betrieb übernehmen könnte.

Nach Unfall Buchführung statt Backofen

Kapschak selbst steht seit 1982 in der Backstube – bis zu seinem Arbeitsunfall. Aus körperlichen Gründen sei es ihm derzeit nicht möglich, dort seinem geliebten Beruf nachzugehen, sagt der Bäckermeister. Folglich kümmere er sich um die Buchführung und die Organisation des Betriebs. Lange Zeit habe das seine Frau gemacht. Die habe den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit in die Backstube verlegt und dort schon ihre kreative Ader gezeigt, freut sich Kapschak. Und: „Dort haben wir auch ein tolles Team.“

Ob er demnächst selbst zumindest im kleinen Rahmen noch einmal seinem erlernten Beruf nachgehen kann, weiß Kapschak nicht. „Ich hoffe es natürlich sehr.“ Aktuell befände er sich in der Reha. Und wenn es nicht klappt? Dann wäre da eventuell seine Tochter Joanna, die er in die Geheimnisse der Back-Kunst einführen kann. Ihr Liefer-Service könnte jedenfalls der Start in eine erfolgreiche Karriere sein.

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