Stadt Hamm streicht Betreuungs-Gebühren bis Ende Juli

Folgen der Pandemie: Derzeit gehen weniger Kinder in die Betreuung, ihre Eltern sollen finanziell entlastet werden.
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Folgen der Pandemie: Derzeit gehen weniger Kinder in die Betreuung, ihre Eltern sollen finanziell entlastet werden.

Um die Eltern in der aktuellen Krise zu entlasten, verzichtet die Stadt Hamm darauf, bis zum 31. Juli Elternbeiträge für die Betreuung in Kita, Tagespflege, OGS und Übermittags-Betreuung zu erheben. Die Entlastung gilt für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres.

Hamm – Rund 1,3 Millionen Euro kostet die Entscheidung der Elternbeiträge-Befreiung. Die Summe wird aus dem allgemeinen Haushalt entnommen. Hammer Eltern sollen nicht für etwas zahlen, das sie nicht bekommen: „Wir haben immer betont, dass wir die Beiträge erst dann wieder einziehen, wenn die Kinder in Kitas und Schulen auch wieder die gewohnte gute und qualifizierte Betreuung in vollem Umfang erhalten“, erklärte Marc Herter bei einer digitalen Pressekonferenz. Derzeit könne niemand absehen, wann im laufenden Schul- und Kitajahr das wieder möglich sein werde.

Herter: „Deshalb haben wir uns dazu entschieden, bereits jetzt eine klare Entscheidung zu treffen, die für alle Betreuungsangebote klar und nachvollziehbar ist: Rückwirkend ab Januar und bis 31. Juli sind Kita, Tagespflege, OGS und Übermittags-Betreuung beitragsfrei.“ Ab dem 1. August gilt dann die neue Beitragsordnung: Deutlich mehr Eltern als bisher werden dann ganz von den Zahlungen befreit, im mittleren und oberen Einkommensbereich werden die Beiträge stärker gestaffelt.

Dank an Eltern

Homeschooling, Kinder-Betreuung, Homeoffice und ausgesetzte Freizeitangebote stellen seit Monaten eine harte Belastungsprobe für Familien dar. Hinzu kommt noch eine finanzielle Belastung für Leistungen, die sie gar nicht beziehen können. „Wir wollen das große persönliche Engagement der Eltern mit dieser Entscheidung ein Stück weit wertschätzen. Wir danken den Eltern dafür, dass sie in dieser schwierigen Zeit mit den Bildungseinrichtungen an einem Strang ziehen“, betont Familiendezernentin Dr. Britta Obszerninks. Sie kenne keine Kommune, die so agiere. Das Prozedere ist auch schon klar: Der Einzug der Beiträge wird im Mai, Juni und Juli ausgesetzt. Eltern, die ihre Beiträge selbst etwa über einen Dauerauftrag an die Stadt Hamm überweisen, werden gebeten, die Überweisung im Mai, Juni und Juli auszusetzen.

„Bereits im Laufe des Jahres 2021 gezahlte Beiträge werden den Eltern in den kommenden Wochen zurückerstattet“, so Theo Hesse, Fachbereichsleiter Soziales.

Nicht auf Entscheidung in Düsseldorf gewartet

Oberbürgermeister Marc Herter hegt die Hoffnung, dass das Land sich an den Kosten beteilige. „Bislang ist aus den Ministerien nichts zu hören.“ Allerdings würden auch die kommunalen Spitzenverbände entsprechende Hilfen einfordern. Auf eine Entscheidung aus Düsseldorf habe man in Hamm aber nicht warten wollen, weil sie zu Lasten der Eltern ginge.

Nach wie vor gelte in Hammer die bedarfsorientierte Notbetreuung. Familien, die auf eine Betreuung angewiesen seien, könnten diese in Anspruch nehmen – Kosten entstünden dafür nicht. Die Stadt Hamm appelliert aber an alle Eltern, ihr Kind möglichst nicht zur Betreuung in die Kita oder Tagespflege zu bringen.

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