Was zockt eigentlich mein Kind? LAN für Eltern

+

Hamm - Mal Lust auf eine LAN-Party für Eltern? Beim Fachtag des Medienkompetenz-Netzwerkes war für jeden etwas dabei: vom digitalen Kinderzimmer bis zu Videospielen für Senioren in Altenheimen.

Sehr viele Fragen und noch mehr Antworten zu den Themen Onlinegaming, Medienerziehung und Zocken gab es bei der LAN-Party für Eltern, die im Rahmen des Fachtages des Medienkompetenz-Netzwerkes im Heinrich von Kleist-Forum stattfand. 

Im Alter wird man kein Profi-Zocker mehr

Mit dem Satz „aus Ihnen werden leider keine professionellen E-Gamer mehr, da im Alter die Hand-Augen-Koordination abnimmt“, nahm Referent Daniel Heinz den 20 teilnehmenden Eltern direkt die Chance, professionelle Computerspieler zu werden. 

Dass dieser Anspruch auch gar nicht erhoben werden darf, merkten die Eltern selbst, als sie verschiedene Spiele testeten, die bei der jüngeren Generation beliebt sind. 

Der Wunsch die Kinder zu verstehen

„Ich möchte einfach meinen elfjährigen Sohn verstehen. Zuhause gibt es regelmäßig Konflikte rund um das Thema Zocken“, erklärte eine Mutter ihre Motivation zur Teilnahme an der Veranstaltung. 

Die beiden Referenten, Alexander Hundenborn und Daniel Heinz von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW, nahmen diese und weitere Fragen auf und gaben konkrete Hinweise, wie solche Situationen lösbar sind. Man wolle den Eltern zeigen, dass ihre Bedenken auf der einen Seite zu Teilen berechtigt sind. 

Ängste nehmen und bei Problemen helfen

„Wir wollen Eltern mit ihren Problemen nicht alleine lassen und zeigen, dass es noch andere gibt, die die gleichen Probleme haben“, sagt Hundenborn. Andererseits sei es auch von Vorteil, wenn man den Eltern die Ängste nehme, die sie vielleicht im Umgang mit Spielen haben. 

Wichtig, so die beiden weiter, sei, dass man sich mit der Lebenswelt der Kinder auseinandersetze. Im Prinzip sei Medienerziehung kein abstraktes Subjekt sondern ein Teil der Erziehung, der den meisten Eltern jedoch nicht präsent ist. 

Autorennen und Ego-Shooter

Bei einer anschließenden Spielerunde konnten die Eltern selbst einen Ego-Shooter und ein Formel-1 Spiel ausprobieren. Während einige Eltern versuchten, der komplexen Steuerung zu folgen und zugleich die Gegner statt der Mitglieder der eigenen Teams zu erschießen, gaben einige von ihnen direkt resigniert auf. 

Einig waren sie sich in der abschließenden Evaluationsrunde: Es ergebe einen Sinn, sich mit digitalen Spielen zu beschäftigen, auch wenn man selbst keine Erfolgserlebnisse beim Spielen habe. Wichtig war den Referenten jedoch, dass Eltern ihre Erfahrungen mit dem Thema selber machen, weil sie nur so ein Gespür für die Spiele bekommen. 

Der LAN-Party für Eltern war der 4. Fachtag „Spielewelten – Lernwelten?!“ des Medienkompetenz-Netzwerks aus Hamm vorausgegangen. Das Netzwerk freute sich über den regen Zuspruch von rund 90 Teilnehmern, die an den Workshops teilnahmen. - jsp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare