Nach rund 20 Monaten Schulleitung am Stein in Werries wieder besetzt

Schulstart in (fast) leerer Schule: Ellen Rehmann ist neue Leiterin des Stein-Gymnasiums

Neue Schulleiterin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Hamm-Werries Ellen Rehmann, hier im Homeoffice, hat Anfang Februar 2021 planmäßig angefangen.
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Die neue Leiterin des Stein-Gymnasiums: Ellen Rehmann, hier noch im Homeoffice, hat Anfang Februar planmäßig angefangen.

In normalen Zeiten wäre Ellen Rehmann Anfang Februar im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten zum ersten Tag am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium begrüßt worden. Sie ist die neue Schulleiterin, aber es kam anders - wegen Corona.

Werries – Ellen Rehmann ist die Nachfolgerin von Thomas Kasselmann, der bereits im Mai 2019 zur Schulaufsicht wechselte. Nach einer so langen Zeit der Vakanz wäre die Freude über Rehmanns Dienstantritt sichtlich groß gewesen, doch in Corona-Zeiten gilt: Abstand halten. WA-Redakteur Torsten Haarmann sprach mit ihr über den ungewöhnlichen ersten Tag am Stein.

Corona-bedingt musste eine klassische Begrüßungsfeier ausfallen. Wie war Ihr Start in Werries?
Ich wurde von einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – Corona-gerecht – willkommen geheißen. Die Schule ist also nicht leer. Aber die Schülerinnen und Schüler fehlen natürlich. Von der erweiterten Schulleitung bekam ich ein Stein-Starterpaket, mit Mund-Nasen-Maske inklusive. Allerdings freue ich mich jetzt schon darauf, wenn alle Mitglieder der Schulgemeinde, insbesondere die Schülerinnen und Schüler, das Schulgebäude wieder mit Leben füllen. Aber ich habe meinen Dienst in dem Bewusstsein angetreten, dass wir die Pandemie besiegen werden und die Rückkehr zur Normalität kommt. Doch wir müssen geduldig sein! Über eine Begrüßungsfeier, bei der auch das Schulorchester eingeplant ist, würde ich mich natürlich in der Zeit nach der Pandemie freuen. Besonders weil dann der Zeitpunkt gekommen sein wird, in dem das gemeinsame Arbeiten in der Schule wieder möglich ist.
Mit Blick auf die Corona-Zeit: Worin sehen Sie zu Beginn eine besondere Herausforderung?
Man muss Mittel und Wege finden die Menschen, die die Schule ausmachen, kennenzulernen, da man sich nicht einfach treffen kann. Wir alle hätten gern den Zustand vor Corona wieder. Uns nicht treffen zu können, ist der Preis, den wir zahlen müssen, dass es wieder besser wird. Aber es bleibt ein komisches Gefühl, da ich jemand bin, der immer die direkte Kommunikation mit allen Beteiligten pflegte.
Ein komisches Gefühl, dem Sie wie begegnen?
Indem ich die Mittel und Wege nutze, die wir haben. Mit der Schulcloud haben wir eine Kommunikations-Plattform. Ich habe an meinem ersten Tag ein Video online gestellt, in dem ich die Schulgemeinde begrüße und auch ankündige, dass ich zeitnah den direkten Kontakt suche. Erfahrungen mit dieser Mischung aus synchroner und asynchroner Kommunikation konnte ich bereits an meiner letzten Wirkungsstätte sammeln.
Normalerweise dürfen sich Schüler und Lehrer in den ersten Tagen selbst ein Bild von der neuen Schulleitung machen. In dieser ungewöhnlichen Zeit geht das nicht. Was glauben Sie, was für einen Eindruck machen Sie?
Darauf habe ich keine Antwort. Das hat was mit Fremd- und Selbstwahrnehmung zu tun. Darüber möchte ich auch nicht spekulieren, da dem Betrachter häufig Eigenschaften zuerst ins Auge fallen, die man selbst nicht im Fokus hatte. Vielleicht fragen Sie einfach selbst Mitglieder der Schulgemeinde in ein paar Wochen – das fände ich authentischer.
Schüler und Lehrer noch nicht, aber das Stein kannten Sie schon. Was hat Sie gereizt, sich als Schulleiterin zu bewerben?
Ich komme aus der naturwissenschaftlichen Ecke. Das Stein-Gymnasium ist eine MINT-EC-Schule. Hier habe ich sofort eine Gemeinsamkeit gesehen. Es hat Renommee und ist über die Grenzen von Hamm hinaus bekannt. Es ist aber auch die sichtbare Vielfalt der Schule und ihr umfangreiches Angebot. Daraus können wir schließen: Die Schule lebt. Sie fördert die Persönlichkeitsentwicklung und das ist mir besonders wichtig. Deshalb musste ich nicht lange überlegen, mich genau auf diese Stelle zu bewerben.
Welche Schulentwicklung liegt Ihnen besonders am Herzen?
Da will ich nicht vorgreifen. Ich werde zu geeigneter Zeit meine persönliche Perspektive hereinbringen. Ich habe heute meinen ersten Tag an der Schule. Schule muss sich entwickeln, aber gemeinsam mit allen Beteiligten und vor allem systematisch mit den schulischen Gremien. Es ist das gemeinsame Handeln, das mir besonders am Herzen liegt. Das passiert im Austausch, der hoffentlich schnell stattfinden kann. Hier, am Stein, finden wir eine Basis mit genug Ideen aus der Schulgemeinde. In welche Richtung sich die Schule entwickeln soll? Fragen Sie mich in fünf Monaten noch mal. Denn um zu wissen, wohin sich eine Schule entwickelt, muss man schon genauer wissen, wo sie steht. Aktenstudium alleine reicht da nicht.

Die neue Schulleiterin des Stein-Gymnasiums in Werries

Ellen Rehmann ist gebürtig aus Borken. Sie studierte Biologie und Chemie an der Universität Essen. Nach ihrer Ausbildung an einem Gymnasium in Oberhausen wechselte sie als Studienrätin ans Franz-Stock-Gymnasium in Arnsberg. Die passionierte Naturwissenschaftlerin war dort Mitglied der schulischen Steuergruppe, Oberstufenkoordinatorin und später stellvertretende Schulleiterin. In dieser Funktion kam sie 2018 an das Gymnasium Hammonense. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren bislang die Unterrichts-, Personal- und Organisationsentwicklung. Mit ihrem Ehemann lebt die 49-Jährige in Soest.

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