Große Skepsis gegenüber SB-Kassen in Hammer Märkten

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Alexander Sudol hält nichts von SB-Kassen.

Hamm - Geldautomaten, Fahrkartenschalter oder Konzert-Karten ausdrucken: In immer mehr Bereichen wird der Mensch durch eine Maschine ersetzt. Und auch die Supermarktkasse könnte sich in Zukunft stark verändern. Was halten die Hammer von der Einführung von SB-Kassen?

Von yourzz-Reporterin Samantha Beyerlein 

Bei den Selbstbedienungskassen (kurz: SB-Kassen) können Kunden ihre Artikel selbst einscannen und anschließend mit EC- oder Kreditkarte bezahlen – die Rolle des Kassierers entfällt.

Das beste Beispiel für solche Kassensysteme sind Ikea-Filialen. In Hamm dagegen sind die SB-Kassen aktuell noch kein Thema. Und das gilt auch für ganz Deutschland. Im Ausland hingegen sind die Kassen ein Erfolg.

„Wir wollen den Kontakt zum Kunden pflegen. Ich halte nichts von den SB-Kassen. Der Kunde hat dadurch nur mehr Aufwand“, so Marktleiter Alexander Sudol von Rewe Räker in Rhynern. Ein menschlicher Kassierer sei schneller, der Umgang mit ihm weniger problembehaftet.

Auch der Komfort sei entscheidend: Während der menschliche Kassierer alle Arbeiten erledige, könne der Kunde entspannt zusehen. „Wir legen Wert auf die Beratung der Kunden. Fraglich ist, was passiert, wenn die Technik mal nicht funktioniert“, erzählt Sudol.

Schlechte Erfahrungen mit SB-Kassen

Trotz der geringen Verbreitung kennen viele Hammer die SB-Kassen. Der Student Nicolas Ertmann ist vom Einsatz und der Schnelligkeit der Kassen jedoch nicht überzeugt: „Ich habe schlechte Erfahrungen mit den SB-Kassen gemacht. Die wenigsten waren leicht zu bedienen. Wenn man Wert auf Schnelligkeit legt, dann sollten lieber flächendeckend Expresskassen eingeführt werden, die nur zehn Artikel erlauben.“

Guido Stahlberg, Filialleiter von C&A, ist geteilter Meinung: „In weiter Zukunft kann ich mir vorstellen, dass wir SB-Kassen anbieten. Momentan würde sich das aber innerhalb der Textilbranche nicht rentieren.“

Laut Stahlberg muss berücksichtigt werden, dass sich der Bedarf an SB-Kassen zwischen der älteren und jüngeren Generation unterscheidet. Jugendliche, deren Alltag immer mehr von Technik beeinflusst wird, falle es leichter, damit umzugehen.

Frage der Generationen 

Für ältere Generationen sei es eine Umstellung, auf die sich nicht jeder einlassen möchte. „Bei jüngeren Menschen kommt so eine Technik bestimmt besser an als bei älteren. Junge Leute wachsen einfach schon mit so einer Technik auf“, so Stahlberg.

Wie Studien zeigen, haben Jugendliche außerdem mehr Vertrauen in elektronische Zahlungsvorgänge, zum Beispiel beim Online-Shopping oder der Online-Überweisung. Ältere Menschen hingegen bevorzugen weiterhin die handfeste Barzahlung.

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