Hammer Händler kritisieren neue Regeln - Staus vor Geschäften?

Genug Platz bei Möbel Wachter – Mitarbeiterin Astrid Hermann rückt die Sessel gerade.
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Genug Platz bei Möbel Wachter – Mitarbeiterin Astrid Hermann rückt die Sessel gerade.

Mit Unverständnis reagieren Supermarktbetreiber in Hamm auf die neuen Corona-Regeln für Geschäfte.

Hamm – Sie können nicht nachvollziehen, wieso ab einer Verkaufsfläche von 801 Quadratmetern nur noch halb so viele Kunden ins Geschäft dürfen wie in kleineren Läden, sagte Kornelia Sonnenburg unserer Redaktion. Sie leitet den gleichnamigen Edeka am Maxicenter in Werries. „Am besten müssten wir hinter jedem Kunden herlaufen und prüfen, ob er auch wirklich 20 Quadratmeter Platz hat“, sagt sie. Das sei nicht praktikabel. (News zum Coronavirus in Hamm)

Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, die Beschränkungen zu verlängern. In einigen Bereichen werden die Regeln verschärft, so auch für größere Geschäfte: Bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern darf ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche in den Laden gelassen werden, ab 801 Quadratmeter sind es 20 Kunden.

Corona-Regeln für Geschäfte: „Es wird zu Staus kommen“

„Vor allem im Weihnachtsgeschäft wird es bei uns eng“, glaubt Sonnenburg. Das bestätigt der Mitarbeiter eines Hammer Rewe-Marktes. „Bei uns wird es sicher zu Staus kommen“, sagt er. Er geht davon aus, dass in der Vorweihnachtszeit derart viele Menschen auf einmal einkaufen, dass sie nicht gleichzeitig eingelassen werden dürfen. Die Supermarktbetreiber wollen den Zutritt vor allem mithilfe der Einkaufswagen regeln: Ohne darf man nicht mehr rein. Sie werde Schilder vor ihrem Geschäft aufstellen lassen, sagt Sonnenburg. „Wenn das nicht hilft, muss da halt wieder einer stehen.“

Davon abgesehen beklagt sich die Branche nicht. „Wir können weiter unsere Arbeit machen, weiter unser Geld verdienen“, sagt der Rewe-Mitarbeiter. Anderen gehe es deutlich schlechter.

Nicht beklagen will sich auch Nina Rothenpieler, die für die Führung des Gartencenters Hesse zuständig ist. „Jeder macht sich seinen Garten schön“, sagt sie über die Coronazeit. Mehr Kunden habe das Center in den vergangenen Monaten zwar nicht gehabt, aber durchschnittlich hätten die Kunden mehr ausgegeben. „Der Durchschnittsbon war höher.“

Corona-Regeln für Geschäfte: Die Stimmung ist anders

Die Beschränkung der Kundenzahl bei mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche werde sich auf Hesse kaum auswirken. „Wir haben drinnen 14.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, da müssten ja 700 Kunden gleichzeitig kommen“, sagt Rothenpieler. So viele Kunden hätte das Gartencenter normalerweise nicht.

Ähnlich sieht es bei „Postermöbel aktuell“ aus. 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche hat Geschäftsführer Felix Zwingmann an der Münsterstraße. Da bleibe genügend Platz pro Kunde, sagt er. Die Besucher kämen gezielt zum Sofakauf und verhielten sich dabei diszipliniert. Die Geschäfte laufen offenbar nicht schlechter als in den Vorjahren: Man könne sich nicht beklagen.

Barbara Werner-Thiel führt mit Möbel Wachter am Kissinger Weg ein kleineres Haus, Weihnachtsartikel spielen bei ihr durchaus eine Rolle. Doch die Stimmung sei in diesem Jahr eben anders, sagt sie. Und weil die Möbelindustrie Corona-bedingt Lieferschwierigkeiten habe, müsse sie ihren Kunden immer wieder erklären, dass die gewünschten Möbel erst später geliefert werden können. Und Hamms größtes Möbelhaus? Bei Höffner möchte man sich zu Corona-Maßnahmen nicht äußern, weder in Rhynern noch in der Berliner Zentrale.

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