Verbot von Bollerwagen auch am Sonntag

Einsamer Maifeiertag: In Hamm gelten heute besonders harte Regeln

Wanderungen in Gruppen mit dem Bollerwagen sind in Hamm am 1. und 2. Mai verboten.
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Wanderungen in Gruppen mit dem Bollerwagen sind in Hamm am 1. und 2. Mai verboten.

Corona macht aus den Mai-Traditionen diesmal ein ziemlich einsames Vergnügen. Die Behörden appellieren, sich auch am Feiertag zu beschränken. In Hamm gilt sogar ein Bollerwagen-Verbot.

Hamm – Ohnehin gelten in ganz Hamm bekanntlich strikte Kontaktbeschränkungen (ein Haushalt plus eine Person, Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet). Darüber hinaus gilt am ersten Mai-Wochenende in ganz Hamm auf öffentlichen Plätzen, Wegen und Parks ein Bollerwagen- und Musikverbot. Bollerwagen, Handkarren oder ähnliche Wagen dürfen also nicht mitgeführt werden. Einzige Ausnahme: Eltern, die einen Bollerwagen für ihre Kinder unter 15 Jahren dabei haben. (News zum Coronavirus in Hamm)

Musikgeräte wie Lautsprecher, Boxen oder Ghettoblaster dürfen in der Öffentlichkeit nur über Kopfhörer genutzt werden. Alkoholverbot gilt auf den Straßen „In der Geithe“ und „Zur schönen Aussicht“ sowie am Burghügel Mark, im Ostring, im Lippepark, im Titaniapark, am Kurricker Berg sowie auf dem Spielplatz an der Straße „In Süddinker“.

Weil der 1. Mai auf einen Samstag fällt, gelten die Regeln in diesem Jahr auch für Sonntag, 2. Mai.

Klage gegen Hammer Regelung vor Gericht

Gegen die Regelung waren auch am Freitagnachmittag noch Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Arnsberg anhängig. Ein Gerichtssprecher sagte auf Anfrage, ein Antragsteller habe sich gegen das Alkoholverbot gewandt - erfolglos. Er habe mit einem Eilverfahren erreichen wollen, dass er am 1. Mai am Grab seiner Eltern ein Glas Wein trinken dürfe. Das Gericht habe hier aber kein Rechtsschutzbedürfnis gesehen und Alkoholkonsum auf dem Friedhof sei ohnehin grundsätzlich verboten, schilderte der Gerichtssprecher. Ein Eilverfahren gegen Bollerwagen- oder Lautsprecherverbot sei nicht bekannt.

Unter Verweis auf die bereits geltenden Regeln belassen es die meisten Kreise und Städte bei dem Appell, diese auch bei Maitraditionen einzuhalten: „Das Amt für öffentliche Ordnung bittet Verliebte, die Birkenbäumchen vor 21 Uhr oder nach 5 Uhr am Haus ihrer Angebeteten aufzustellen, damit die Ausgangsbeschränkung eingehalten wird“, teilte beispielsweise ein Sprecher der Stadt Köln mit. In vielen Regionen gilt ein Maibaum als Liebesbeweis. - dpa/csp

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