Immobilienpreise stark gestiegen

Einfamilienhaus oder Wohnblocks: Welche Wohnungen braucht Bockum-Hövel? Diskutieren Sie mit!

Luftbild, Wohnpark Schulze-Everding, Baugebiet Neubau, Bockum-Hövel, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
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Nur Einfamilienhäuser im Baugebiet Schulze-Everding: Die Geister scheiden sich darüber, was für Wohnungen in Bockum-Hövel gebaut werden sollten.

In Bockum-Hövel ist die Nachfrage nach Bauland groß. Dabei konkurrieren die Interessen der Bauwilligen mit denen der Landwirte, Firmen und Naturschützer. In unserer Serie „Was braucht Bockum-Hövel“ geht es um das Thema Wohnen - sagen Sie uns Ihre Meinung!

Bockum-Hövel – Mehr sozialer Wohnungsbau oder mehr hochwertige Immobilien? Wie in Bockum-Hövel (Hamm) gebaut werden soll, darüber scheiden sich die Geister. So sind in den Baugebieten Schulze-Everding I und II sowie auf dem ehemaligen Sportplatz an der Dörholtstraße ausschließlich Einfamilienhäuser vorgesehen. Die SPD bemängelt, dass dort kein öffentlich geförderter Wohnungsbau stattfindet und hat angekündigt, dass bei der Nachnutzung der Geländes des St.-Josef-Krankenhauses mit den Genossen kein „Schöner Wohnen“ machbar sei. In jedem Neubaugebiet sollte es nach Ansicht der SPD mindestens ein Drittel Sozialwohnungen geben.

StadtteilBockum-Hövel
Einwohner35.363 (Stand 31.12.2020)
BezirksbürgermeisterHartmut Weber (SPD)

CDU: Wir brauchen hochwertigen Wohnraum in Bockum-Hövel

„Wir brauchen auch hochwertigen Wohnraum in Bockum-Hövel. Sonst ziehen die Leute, die so etwas nachfragen, in andere Städte“, sagt dagegen immer wieder Werner Brosowski (CDU) bei Diskussionen um Bauen und Wohnen in der Bezirksvertretung.

Wie viel Wohnraum wurde in den vergangenen Jahren eigentlich in Bockum-Hövel geschaffen? Und wie viele öffentliche geförderte Wohnungen für Menschen mit geringen Einkommen sind gebaut worden? Die Stadt hat dazu die Zahlen auf Anfrage mitgeteilt.

Wohnen in Bockum-Hövel: 17 neue Wohnungen und Häuser in diesem Jahr

Demnach wurden im Jahr 2019 für Bockum-Hövel 53 von stadtweit insgesamt 388 genehmigten Wohneinheiten erfasst, in 2020 waren es 102 von 560. Bis zum 30. Juni wurden für das Jahr 2021 insgesamt 17 von 184 Wohneinheiten erfasst. Eine konkrete Aufschlüsselung mit Blick auf die Art der Wohneinheiten, zum Beispiel Einfamilienhäuser oder Geschosswohnungsbau, ist laut Verwaltung allerdings nicht möglich.

In den vergangenen Jahren wurden folgende öffentlich geförderte Einheiten für Bockum-Hövel bewilligt: Im Jahr 2017 eine modernisierte Mietwohnung und zwei modernisierte Eigenheime sowie ein Eigenheim-Erwerb. Im Jahr 2018 elf Mietwohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern, zwei Eigenheime (ein Erwerb und ein Neubau). Im Jahr 2019 eine modernisierte Mietwohnung und ein modernisiertes Eigenheim. Im Jahr 2020 14 Mietwohnungen in Form von Mietseinfamilienhäusern und zwei Eigenheimen (Neubau). Bis zum 30. Juni dieses Jahres gab es noch keine bewilligten Einheiten, wobei dies in der Regel erst in der zweiten Jahreshälfte geschehe, so die Verwaltung.

Geförderter Wohnraum: Mehr als 1200 geförderte Wohnungen in Bockum-Hövel

Auch zum aktuell vorhandenen öffentlich geförderten Wohnraum in Bockum-Hövel hat die Verwaltung Zahlen. So gibt es 536 öffentlich geförderte Gebäude. 297 davon sind Einfamilienhäuser. Zudem gibt es 1253 Wohnungen.

Nicht jeder, der einen berechtigen Anspruch auf eine öffentlich geförderte Wohnung hat, bekommt auch sofort eine. Es gibt eine Warteliste, die laut Auskunft der Verwaltung in den vergangenen drei Jahren konstant geblieben sind. Zurzeit seien darauf 345 wohnungssuchende Haushalte in Bockum-Hövel darauf verzeichnet. Das sind hauptsächlich Ein-Personen-Haushalte und Familien ab vier Personen. „Man kann festhalten, dass Bockum-Hövel grundsätzlich mit öffentlichem Wohnraum gut versorgt ist, allerdings fehlen barrierefreie sowie größere Wohnungen. Bei den beiden letzteren Gruppen sind die Wartezeiten entsprechend länger“, teilt Stadtsprecher Lukas Huster mit.

Grundstückspreise steigen rasant auf mehr als 200 Euro pro Quadratmeter in Neubaugebieten

Und wie sieht es bei jenen aus, die sich ihre vier Wände selbst bauen wollen? Bauland ist nicht nur knapp, auch die Preise sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Beispiel Reimanns Kotten. Hier lag laut Bodenrichtwertkarte (Boris NRW) der Quadratmeterpreis zwischen 2011 und 2016 bei 130 Euro. Ab 2017 stieg er über 150 Euro und 175 Euro (2019) auf inzwischen 225 Euro. Die Entwicklung ist überall in Hamm so.

Auch im weiteren Verlauf der Barsener Straße sind die Grundstückpreise ähnlich in die Höhe geschnellt. Auch im in der Nähe gelegenen Neubaugebiet Schulze-Everding wird laut Bodenrichtwertkarte aktuell ein Quadratmeterpreis von 230 Euro aufgerufen. Der mit 255 Euro höchste Preis ist an einem Teilstück des Heinbuchenweges sowie an der Albert-Struck-Straße verzeichnet.

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Unser aller Leben hat sich deutlich verändert – durch die Pandemie, aber auch durch die Digitalisierung, Alterung der Gesellschaft und viele andere Prozesse. Doch wie steht es um das Leben in Bockum-Hövel überhaupt? Was läuft gut im Bezirk, was schlecht? Um diese Frage geht es in dieser Serie. Wir haben mehrere Themenschwerpunkte definiert, in denen wir uns der Frage „Was braucht Bockum-Hövel?“ annähern möchten. Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 17. Juli. Dem nächsten Schwerpunkt widmen wir uns in zwei Wochen.

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