St.-Marien-Hospital

Ehering, Uhren, Schmuck: Hier landen Wertsachen von Krankenhaus-Patienten

Wertgegenstände werden in einem Krankenhaus in einem Safe deponiert
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Ein Safe in einem abschließbaren Schrank: Hier deponiert Stationsleiterin Ulrike Weiss vom St.-Marien-Hospital Wertgegenstände.

Hamm – Nichts ist wertvoller als ein Menschenleben. Gesundheit ist ein hohes Gut, für das sich auch die Hammer Krankenhäuser und ihr Personal täglich einsetzen. Was den Patienten sonst noch lieb und teuer ist, sollten sie bei einem geplanten Klinikaufenthalt besser zu Hause lassen: Wertsachen wie Uhren, Schmuck, am besten auch den Ehering.

Auch Piercings haben in einem Operationssaal nichts zu suchen. Nach einem Unfall oder beispielsweise einem Herzinfarkt werden am Körper getragene Wertsachen manchmal schon im Rettungswagen zur Seite gelegt. Oft passiert das auch im sogenannten Schockraum der Notaufnahme. Und dann?

In beiden Fällen gilt in allen Hammer Kliniken, Gegenstände aus dem persönlichen Besitz des Patienten kommen in eigens dafür gedachte Wertsachenbeutel. Am Rollbett angehängt, fahren sie mit dem Patienten dann später auch auf die Station. Oder sie werden separat auf die Station gebracht. Dass Wertgegenstände im Umfeld einer Operation dauerhaft verschwinden, kommt so selten vor, dass solche Fälle in den Hammer Krankenhäusern in der Statistik nicht erfasst werden.

Tipp: Wertsachen zuhause lassen

Für geplante Operationen geben alle Hammer Krankenhäuser schon auf ihren Internetseiten den Hinweis, dass Wertsachen besser zuhause bleiben. „Sollten Sie keine Möglichkeit haben, Wertgegenstände bei Angehörigen oder Freunden zu deponieren, können Sie sie gegen eine Empfangsbescheinigung in der Krankenhausverwaltung hinterlegen“, heißt es auf der Website der St.-Barbara-Klinik.

„Auch bei den Vorbesprechungen vor einem Eingriff, werden die Patienten darauf hingewiesen, keine Wertsachen mitzubringen und dass im OP kein Schmuck getragen werden darf“, sagt Susanne Grobosch vom Evangelischen Krankenhaus (EVK). „Das Personal achtet schon, wenn der Patient zu OP gebracht wird, darauf, dass kein Schmuck getragen wird“, so Bettina Otte vom St.-Marien-Hospital. Neben Schmuck sind beispielsweise auch Zahnprothesen abzulegen – die könnten, wenn sie verrutschen, die Beatmung behindern.

Im Notfall muss es im Schockraum oft schnell gehen, da werden auch schon mal Kleidungsstücke aufgeschnitten, um Verletzungen besser versorgen zu können. Auch Kleidungsstücke, die mit einem Notfallpatienten in die Klinik kommen, werden in Beuteln gesammelt. Vor Sachwerten steht hier die Lebenserhaltung.

Fälle mit hohen Wertverlusten nicht bekannt

Konkrete Fälle mit hohen Wertverlusten sind in den Hammer Krankenhäusern nicht bekannt. „Bei geplanten Eingriffen haben die Patienten auch eine Eigenverantwortung“, sagt Andrea Pohlmann aus dem Sekretariat des Kaufmännischen Direktors der St.-Barbara-Klinik. „Sollte es zu Verlusten kommen, die von der Klinik oder ihrem Personal verschuldet sind, würden wir unsere Haftpflichtversicherung einschalten“, ergänzt sie.

Ihr Beispiel: „Eine Schwester sieht auf dem Weg zum OP, dass der Patient noch einen Ring trägt. Sie nimmt ihn für ihn in Verwahrung, vergisst ihn aber im Laufe des Tages und ihr Kittel landet mit Ring im Wäschekorb.“ Auch dass während der Rettungsmaßnahmen in der Notaufnahme Gegenstände herunterfallen können, sei nie ganz auszuschließen. „Was immer mal vorkommt ist, dass etwas kurzzeitig verschwindet und dann wieder auftaucht“, sagt Bettina Otte.

Der Klassiker ist ein Schmuckstück, das dann beim Bettenmachen wieder da ist. Wenn im Marienhospital Gegenstände gefunden werden, die sich keinem Patienten zuordnen lassen, landen diese im Bereich der Patientenaufnahme.

Möglichkeiten durch Pandemie eingeschränkt

Alle Einrichtungen in Hamm bieten ihren Patienten auch die Möglichkeit, Wertsachen in einem abschließbaren Wandschrank oder Nachttisch zu deponieren und während der OP den Schlüssel im Schwesternzimmer aufbewahren zu lassen. Die Möglichkeit, einer Begleitung seine Gegenstände anzuvertrauen, ist wegen der Kontakteinschränkungen derzeit nicht gegeben.

Nur Personen, die sich nicht allein verständigen können, werden derzeit begleitet. „Aber das wird schon im Vorfeld abgeklärt. Im Moment kommen die Patienten in der Regel allein“, so Bettina Otte. Und weiter: Bei ambulanten Operationen, bei denen die Patienten anschließend wieder nach Hause dürfen, werden Kleidung und andere Gegenstände in Beuteln oder Plastikbehältern für den Zeitraum des Kurzaufenthaltes gelagert – in einem Bereich, der nicht öffentlich zugänglich ist.

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