Wie gut sind die Straßen in Hamm?

Spezialkameras machen alle fünf Meter ein Foto

Genaue Erfassung: Sirwan Rashid sieht auf seinem Bordcomputer jede Straße in Hamm.
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Genaue Erfassung: Sirwan Rashid sieht auf seinem Bordcomputer jede Straße in Hamm.

Wie gut oder wie schlecht steht es eigentlich um die Straßen in Hamm? Um ein umfassendes Bild darüber zu erhalten, hat die Stadt eine Straßenzustandserfassung in Auftrag gegeben. Ist sie fertig, hat die Stadt einen genauen Überblick drüber, wo der Sanierungsbedarf am größten ist und vor allem welchen Wert das Straßennetz noch hat.

Hamm - Vor der Auswertung steht eine Bestandsanalyse an. Dazu werden in den nächsten Wochen die Straßen in den Stadtbezirken Uentrop und Mitte mit einem speziellen Fahrzeug befahren. Nach und nach sind auch die anderen Stadtteile dran. Die Stadt Hamm hat dazu nach einer Ausschreibung das Erfurter Unternehmen Lehmann und Partner beauftragt. Dessen Mitarbeiter Sirwan Rashid ist nun in Hamm und fährt mit seinem Spezialfahrzeug alle Straßen ab.

Auf den ersten Blick sieht der Kleinbus wie ein gewöhnliches Baustellenfahrzeug aus, doch an ihm befinden sich Laserscanner und hochauflösende Messkameras, die die Straßenschäden bis ins kleinste Detail erfassen. Alle fünf Meter machen die acht Kameras ein Foto von der Straße. So entsteht ein Film, der später im Ingenieurbüro ausgewertet wird. Die Stadt Hamm erhält nach der Analyse eine detaillierte Karte mit Hinweisen zu schadhaften Stellen und Informationen darüber, wo eine oberflächliche Reparatur ausreichend ist und wo tatsächlich in die Tiefe gegangen werden muss. Buckel, Löcher, Spurrinnen oder Risse: Dem Laser und den acht Kameras entgeht nichts.

Hochauflösende Messkameras

Die Datenerhebungen sind allerdings nur bei Tageslicht möglich. Zudem darf es nicht regnen und die Sonne nicht zu stark scheinen. Dann könnten durch Spiegelungen auf dem Asphalt die Ergebnisse verfälscht werden. Das Messfahrzeug fährt jede Straße ab. Rashid hat auf seinem Bordcomputer eine Karte aller Straßen. Sie sind blau eingezeichnet, die Straßen die er bereits befahren hat werden auf seinem Monitor rot eingezeichnet. In engen Straßen, Sackgassen oder kleineren Wegen, die mit dem Bulli nicht zu befahren sind, wird gegebenenfalls ein kleineres Fahrzeug eingesetzt. Ist auch das nicht möglich, wird die Straße zu Fuß abgeschritten und mit Kameras erfasst.

Unterwegs im Spezialfahrzeug: Thomas Schaaf (von links), Micha Mädler und Sirwan Rashid untersuchen die Straßen.

Wichtig ist den Verantwortlichen, dass bei der Erhebung alle Vorgaben des Datenschutzes berücksichtigt werden. Alle bei den bei den Messfahrten miterfassten Autokennzeichen oder Gesichter werden von der Software des Auswertungsprogramms unkenntlich gemacht. Außerdem werden die Daten ausschließlich verwaltungsintern verwendet. Eine endgültige Auswertung der Straßen in den zwei bereisten Stadtbezirken erwartet die Stadt Anfang des kommenden Jahres. Die Dokumentation der Verkehrsflächen und Straßenschäden ist dann die Grundlage für ein Straßenkataster, mit dessen Hilfe die Stadt Hamm Pflege und Unterhalt der Straßen gezielt planen kann.

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