Evangelische Kirchengemeinde Heessen

Gleich zwei Einbrüche in Heessener Kirchen - „Gemeinde ist verunsichert“

Einbruch in das Gellerthaus
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In das Gellert-Haus wurde im Juli 2021 eingebrochen.

Zwei Einbrüche in ihre Gotteshäuser musste die evangelische Kirchengemeinde Heessen im Juli hinnehmen, und die Spuren davon sind noch nicht ganz beseitigt. Aber die Gemeinde wappnet sich für die Zukunft.

Heessen – Wenigstens haben die Einbrecher bei ihrem „Besuch“ in der Versöhnungskirche den Feuerlöscher in Ruhe gelassen. Diesen schwachen Trost hat Pfarrer Matthias David noch. Die Glasscherben sind weggefegt, die Schränke wieder fast alle in Ordnung, und doch haben die Einbrüche im Juli bis heute Spuren hinterlassen.

Spezialfirma muss die Räume im Gellert-Haus säubern

Das gilt vor allem für das Gellert-Haus. Dort haben die Täter in der Nacht auf den 9. Juli einen Feuerlöscher genutzt, um ihre Spuren zu verwischen – und das ausgetretene und später getrocknete Pulver sitzt noch überall in den Ritzen. „Wir haben eine Spezialfirma beauftragt, die Räume davon zu säubern“, sagt David, „aber das Zeug findet sich in jeder Ritze, zwischen Blättern in Aktenordnern oder in Briefumschlägen.“

Aus demselben Grund hat die Gemeinde Drucker und Monitor austauschen müssen, die Geräte waren nicht mehr nutzbar. Der Gemeinde-PC musste nur gereinigt werden. Spätfolgen, so David, könnten aber noch dafür sorgen, dass auch hier eine Neuanschaffung her muss.

Sicherheitshalber wurden die Daten, die auf der Festplatte ruhten, gesichert und verschlüsselt. Auch bei anderen technischen Geräten muss die Gemeinde eventuelle Spätfolgen abwarten. Man befinde sich mit der Versicherung in einem Dialog, wie das zu bewerten sei, so der Pfarrer.

Beschädigte Schränke in der Versöhnungskirche

Der Einbruch in der Versöhnungskirche geschah etwa zwei Wochen später und hatte nicht so gravierende Folgen – die Täter richteten keine Vandalismus- oder Verdeckungsschäden an. Die Täter hebelten eine Tür auf, durchsuchten und beschädigten die Schränke, scheiterten am Stahlsafe für die Abendmahlgeräte und erbeuteten Spenden im zweistelligen Bereich.

Weil auch ein Schlüssel erbeutet wurde, hat David alle Schlösser der Schließanlage austauschen lassen. Eine Glastür wurde im Gegensatz zum Gellert-Haus nicht eingeschlagen – sie war nicht abgeschlossen. Der Schaden beläuft sich laut David auf eine vierstellige Summe, der durch die Gewaltanwendung beim Einbruch entstand.

„Bei beiden Häusern dauert es noch, bis sie komplett wieder hergestellt sind“, sagt Pfarrer David. So fehlen noch Schrankteile in der Versöhnungskirche und die Glastür im Gellert-Haus. Aber die Gemeinde belässt es nicht dabei, die Schäden zu beseitigen. Sie lässt sich von der Polizei beraten, wie sie es künftigen Einbrechern schwerer und die Kirchen so sicherer machen könnte.

Entstehen wird ein Sicherheitskonzept, das sich zum Teil schon abzeichnet und sogar teilweise umgesetzt ist. So sind die Außenanlagen jetzt nachts beleuchtet, ein Rückschnitt der Hecken stehe bevor, um Einbrechern weniger Deckung zu geben.

Die Gemeinde ist verunsichert

Und wie reagieren die Menschen, die in den Kirchen aktiv sind? „Die Gemeinde ist verunsichert“, sagt Pfarrer Matthias David, „es gibt vor allem viel Unverständnis bei den Menschen, vor allem wegen des Vandalismus.“ Manche Gemeindemitglieder seien geradezu fassungslos. „Die Menschen fragen: Vor was haben die Leute überhaupt noch Respekt? Denen ist ja nichts mehr heilig“, beschreibt er die Reaktionen.

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