Einbrecher wollen Starkstromkabel kappen - Da war noch „Saft“ drauf

Georg Schroeter hat die Pläne, aus dem  ehemaligen OLG-Gebäude an der Römerstraße in Hamm Bockum-Hövel, ein  Ärztehaus zu machen, nicht begraben. Jetzt haben Einbrecher versucht, ein unter Strom stehendes Kabel zu klauen.
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Georg Schroeter hat die Pläne, aus dem ehemaligen OLG-Gebäude, ein Ärztehaus zu machen, nicht begraben. Jetzt haben Einbrecher versucht, ein unter Strom stehendes Kabel zu klauen.

Seit vielen Jahren steht das ehemalige OLG-Gebäude an der Römerstraße leer. Eigentümer ist der Unternehmer Georg Schroeter, der auch den benachbarten Gewerbehof Hövel betreibt, in dem unter anderem der Philipps Sonderpostenmarkt untergebracht ist. Als „Schandfleck“ bezeichnen die Bockum-Höveler das langsam vor sich hinrottende Gebäude inzwischen.

Bockum-Hövel – Immer mehr Scheiben wurden durch Spanplatten ersetzt, weil Vandalen im Lauf der Zeit auch immer mehr Schaden anrichteten. Der Anblick verschlechtert sich zusehends. Schroeter wollte es zu einem Ärztehaus umbauen. Jetzt sind Unbekannte gewaltsam ins Gebäude eingestiegen. Und das hätte tödlich enden können: In der Nacht zu Dienstag heben drei junge Männer versucht, Starkstromkabel zu stehlen.

Im Gebäude gibt‘s gar nichts mehr zu stehlen

Da war aber „Saft“ drauf. Das berichtete Schroeter unserer Zeitung. „In dem Gebäude gibt es überhaupt nichts mehr zu stehlen. Da ist schon oft eingebrochen und fast alles zerstört worden. Warum machen die das?“, fragt Schroeter. Es gebe noch zwei Starkstromleitungen für den Betrieb der Funkantenne auf dem Dach. Die seien rund sechs Zentimeter im Durchmesser, und die Einbrecher hätten sie irgendwie durchgeknipst oder gesägt. Das sei lebensgefährlich. „Wenn die die Finger dran gehabt hätten, wäre richtig was passiert“, so Schroeter. Mitgenommen hätten sie am Ende nichts. Sicher, für Kupfer gebe es ein paar Euro pro Kilogramm, aber das seien nicht einmal Kupfer-, sondern Aluminiumleitungen.

Eingedrungen seien die Einbrecher über ein mit Spanplatten gesichertes Fenster. „Das müssen sie mit viel Kraft rausgerissen haben“, sagt der Unternehmer. Dass sie lebend und offenbar wohlbehalten herausgekommen seien, zeige eine Überwachungskamera. Darauf sei zu erkennen, dass es sich um drei Männer etwa in den 20er-Jahren handele. Sie seien über den Zaun zum benachbarten Kodi-Markt geflüchtet. Leider seien die Bilder nicht so gut, dass man die Einbrecher identifizieren könne, sagt Schroeter, der Anzeige bei der Polizei erstattet hat. Wer etwas beobachtet habe, möge sich mit Hinweisen unter Telefon 9160 oder per E-Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de an die Polizei wenden.

Die Pläne fürs Ärztehaus liegen noch in der Schublade

Anlässlich eines Einbruchs in dieser Woche auf seine Pläne angesprochen, berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion, dass er es nach wie vor als Standort für ein Ärztehaus für geeignet halte. Die Lage sei hervorragend. Die verkehrliche Anbindung sei mit drei Buslinien und ausreichend Parkraum sehr gut. Seine Pläne für das Ärztehaus habe er allerdings erst einmal auf Eis gelegt. „Ich habe die Hoffnung, dass das St.-Josef-Krankenhaus doch noch erhalten bleibt. Dort könnten sich Ärzte ansiedeln. Dann würde ein Ärztehaus an dieser Stelle keinen Sinn machen“, begründet Schroeter.

Er sitzt für die AfD in der Bezirksvertretung und will auch dort seine Stimme für den Erhalt des Krankenhauses einsetzen. Der bestehende Bebauungsplan sehe als Nutzungszweck die medizinische Versorgung vor. Mit seiner Stimme werde es keine Änderung des Bebauungsplanes zugunsten einer Wohnbebauung geben, sagt er. Und er zeigt sich überzeugt: „Wir brauchen das Krankenhaus, so oder so. In spätestens zehn Jahren wird die Diskussion anders sein als jetzt. Das sehen wir am Beispiel großer Firmen, wo alles konzentriert wird, bis die Overheadkosten davonlaufen. Dann macht man wieder kleinere Systeme mit flachen Hierarchien“, so Schroeter.

Das Haus müsste komplett entkernt werden

Er sieht die Zukunft solcher Standorte wie den des „St. Jupp“ als Spezialkrankenhäuser. Die Spezialisierung schreite weiter fort. Dann würden solche Häuser gebraucht. Auch als Anlaufstation, für Erste Hilfe könne es dann noch dienen. „Man muss nur Leute haben, die das auch wollen“, sagt Schroeter.

Wenn das St.-Josef-Krankenhaus doch noch abgerissen werde, dann wolle er das Ärztehaus an der Römerstraße umsetzen. Dafür müssten aber große Summen investiert und das gesamte Gebäude bis zum Rohbauzustand entkernt werden. Denn es gelte, den dann aktuellen Standard herzustellen und auch für einen guten Brandschutz zu sorgen. „Mit dem, was da noch drin ist, kann man das nicht leisten. Da muss alles raus“, sagt Schroeter. Wirtschaftlich sei er nicht darauf angewiesen, das Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen.

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