Lohauserholz

Ein Ortsteil im Tiefschlaf? Anwohner klagt über maues Engagement fürs Hölzken

Ein Ärgernis: Der Wasserstau unter den Bahnbrücken im Hölzken ist einer von mehreren Punkten, die Rolf-Dieter Karalus kritisiert Mehr als ein Dutzend Punkte hat er aufgeführt.
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Ein Ärgernis: Der Wasserstau unter den Bahnbrücken im Hölzken ist einer von mehreren Punkten, die Rolf-Dieter Karalus kritisiert. Mehr als ein Dutzend Punkte hat er aufgeführt.

Unsere Frage, was Pelkum – und hier vor allem der Ortsteil Lohauserholz – braucht, ist schnell beantwortet. „Einiges“, sagt Rolf-Dieter Karalus und führt mehr als ein Dutzend Punkte auf, die den „Hölzkenern wichtig geworden sind und um die man sich kümmern sollte“.

Lohauserholz - Denn: „Wir haben mittlerweile das Gefühl, dass sich dieser Ortsteil im Tiefschlaf befindet. Was haben die gewählten Politiker für Visionen? Wie soll unser Ortsteil für die Zukunft vorbereitet werden? Man hört und sieht nichts mehr!“, findet er deutliche Worte. Probleme sieht Karalus vor allem bei der Nahversorgung, der Infrastruktur sowie bei der Grünpflege, wie die folgende Übersicht zeigt.

Einziger Ortsteil ohne Nahversorger

Bis auf Lohauserholz haben alle Ortsteile des Stadtbezirks Pelkum eine Nahversorgung. Im Hölzken gibt es lediglich eine Bäckerei und einen kleinen Kiosk. Zwar hat die Stadt erklärt, dass es um Lohauserholz herum genügend Einkaufsmöglichkeiten gibt. Nur: „Diese Geschäfte sind nicht innerhalb von 700 Metern zu erreichen.“

Doch was tun? Karalus verweist auf den ehemaligen Grote-Markt an der Rathenaustraße. „Vielleicht ergibt sich ja hier irgendwann die Chance, auf das Grundstück zurückzugreifen und dann ein Nahversorgungskonzept zu entwickeln“, so Karalus.

Abends ein Bierchen um die Ecke? Nicht im Hölzken

Mit dem „Haus Berkemann“ hat kürzlich das letzte Restaurant im Hölzken geschlossen. Es gebe also keine Möglichkeit mehr, sich abends auf ein Bierchen zu treffen, so der Hölzkener.

Es wäre daher gut, wenn es wenigstens ein Bistro oder einen Imbiss gebe, wo man schnell etwas essen oder trinken könne.

Schandfleck Bahnbrücken: Hilft schon ein bisschen Farbe?

Sie sind für Karalus ein besonders gutes Beispiel für den „vergessenen Ortsteil“. Die Brücken machten auf ihn einen äußerst schlechten Eindruck. „Hier sollte einmal überlegt werden, wie man das hässliche graue Mauerwerk mit frischen Farben versieht.“

Und dann ist da noch das weiterhin nicht gelöste Problem mit dem Wasserstau auf dem Geh- und Radweg unter den Brücken – obwohl mittlerweile Teile des Gehwegs neu gepflastert und einige Risse im Mauerwerk verschalt wurden, sodass kein Wasser mehr auf den Gehweg spritzt.

Doch aus dem Bahndamm läuft es weiterhin auf den Gehweg, sodass sich selbst bei Trockenheit Pfützen bilden. „Ich frage mich, warum nicht schon bei der Sanierung des Gehwegs eine Abflussrinne angelegt wurde, die das Wasser aus dem Bahndamm aufnimmt“, so Karalus, der zudem auf die regelmäßig verstopften Straßeneinläufe und das zu geringe Straßenlängsgefälle in diesem Bereich verweist.

Bürgermeister und Stadt sind „dran“ am Thema

Das Problem ist der Stadt und der Politik bekannt. Schon in der abgelaufenen Legislaturperiode hatte der jetzige Bezirksbürgermeister Axel Püttner auf die Missstände hingewiesen und mit dem Anbringen der Betonschalen zumindest einen Teilerfolg erzielen können.

Auch die Stadt ist am Thema „dran“. Zur Behebung des fehlenden Längsgefälles sollen in den betroffenen Bereichen Kastenrinnen eingebaut werden. Das werde voraussichtlich, so Stadtsprecher Lukas Huster, im September passieren.

Die ewige Buckelpiste Holteneck

In einem schlechten Zustand befindet sich das Holteneck. Karalus: „Da in Lohauserholz viel gebaut wird und immer mehr Autos unterwegs sind, ist es für uns Bürger nicht nachvollziehbar, warum hier nichts geschieht.“

Dringend saniert werden muss aus seiner Sicht auch die Lohauserholzstraße, die zwischen Thomaskirche und Paschen in einem „desolaten Zustand“ ist.

Einen Stillstand gibt es beim Kreisverkehr Günterstraße/Östingstraße, dessen Ausbau bereits vor zehn Jahren beschlossen wurde und der frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021 kommen soll.

Aber wird er überhaupt noch benötigt? Karalus hat da seine Zweifel. Aus seiner Sicht ist die aktuelle Situation dort recht übersichtlich. Das eingesparte Geld – fast 300.000 Euro – sollte dazu verwendet werden, das Hölzken an der einen oder anderen Stelle aufzuwerten.

Situation an Geh- und Radwege ausbaufähig

Hier sieht Karalus besonders viele Schwachstellen. So sollte der Fußweg vom Hochhaus am Gallberg zur Martinstraße beleuchtet werden, weil hier ältere Bürger in die Busse stiegen.

Am Fußweg Zum Wiescherbach, der von vielen Hundebesitzern genutzt werde, sollte ein Automat mit Beuteln für Hundekot aufgestellt werden.

Kritik übt der Hölzkener auch am vor etwa zwei Jahren angelegten Fußweg beginnend von der östlichen Buschstraße entlang der Bahn bis zum Hochzeitswald. „Er ist selten gut zu nutzen, weil der Untergrund lehmig und feucht ist. Dieser Weg ist für ältere Mitbürger eine Zumutung.“

Weitere Kritikpunkte sind die Schotterbürgersteige an der Peter- und der Günterstraße sowie der teilweise holprige Radweg an der Martinstraße. Hier hätten Baumwurzeln stellenweise das Pflaster angehoben.

Bei der Grünpflege sieht Karalus neben der Stadt auch Grundstückseigentümer in der Pflicht – vor allem dort, wo das Grün auf die Bürgersteige wächst oder sich zugewucherte Grünstreifen befinden. Auch das ärgere ihn.

Püttner: Nahversorger-Ansiedlung schwierig

Bezirksbürgermeister Axel Püttner hat die von Rolf-Dieter Karalus vorgetragenen Punkte zur Kenntnis genommen. Beim Wasserstau unter den Bahnbrücken zeichne sich eine Lösung ab, die Grünpflege sei ein Thema für den gesamten Stadtbezirk. Hier habe er sich bereits mit der Verwaltung in Verbindung gesetzt.

Andere Punkte wie die Ansiedlung eines Nahversorgers dürften hingegen nur schwer umzusetzen sein, so seine Einschätzung. Püttner selbst wird seine wöchentlichen Sprechstunde im August und September auch in den einzelnen Ortsteilen abhalten. Dann könnten ihn die Hölzkener direkt ansprechen und mit ihm über die genannten und weitere Probleme sprechen.

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