„Kulturfest h4“ nimmt Formen an

Ein kleines bisschen echte Party: Stadt Hamm wagt sich was im September

Endlich wieder Zuschauer, endlich wieder Applaus: Nicht nur die Hammer Kultur freut sich darauf.
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Endlich wieder Zuschauer, endlich wieder Applaus: Nicht nur die Hammer Kultur freut sich darauf.

Ob Corona-müde oder nicht: Alle Hammer sind vom 10. bis 12. September 2021 zu einer großen Kultur- und Gastronomie-Party in der Innenstadt eingeladen.

Hamm - Einer Anfang Juni noch ziemlich abstrakten Ankündigung haben viele engagierte und optimistische Hammer inzwischen kraftvolles Leben eingehaucht. Doch wie passt das eigentlich zusammen: Corona und Party? Zunächst gilt es zu relativieren: Statt „Party“, „Stadtfest“ oder „Hammer Summer“ lautet der Lockruf „Kulturfest h4“. Zwar wird sich das in allen Bereichen kostenlose Geschehen in vielen Teilen der Innenstadt abspielen, doch steht über allem die dann aktuelle Pandemie-Situation. (News zum Coronavirus in Hamm)

Für das Planungsteam bedeutet das eine nie gekannte Herausforderung und eine sehr komplizierte Gratwanderung zugleich. Unter welchen Umständen die Angebote ab dem 10. September besucht werden können, wird daher frühestens drei Wochen vorher feststehen, wenn das entsprechende Hygienekonzept aufgestellt wird. Allein klar ist schon jetzt: Alle Besucher werden sitzen müssen.

Das gilt auch und besonders für die vier hellsten Event-Leuchttürme: Auf dem Willy-Brand-Platz, auf dem Santa-Monica-Platz, vor dem Kubus und auf dem Lutherplatz soll es an allen drei Tagen ein attraktives Bühnenprogramm geben. Getreu dem Vorsatz „Aus Hamm, für Hamm“ sollen sich Musiker und Bands wie Return, Sheffield Steel und die Neckbellies, aber auch Projekte der Musikschule und der Waldbühne präsentieren. Rund 50 Acts im weiten Feld zwischen Rock, Pop, Country, Jazz, Klassik und Musical sind – über „Klangfarben“ möglichst zueinander passend – bereits gesetzt.

„Kulturfest h4“ in Hamm: Zuschauer sitzen vor Bühnen

Die Bereiche vor der Bühne werden abgesperrt sein, die Zuschauer sitzen im Schachbrettmuster verteilt. Es gibt jeweils einen Ein- und einen Ausgang, damit nicht mehr Besucher kommen als es Plätze gibt. Ob und inwieweit das derzeit gängige „3G-Prinzip“ (geimpft, genesen oder getestet) zur Anwendung kommt, wird erst das Hygienekonzept zeigen. Offen ist außerdem noch, ob auch die Bühnentechnik aus Hamm kommen wird. „Diese Jobs muss die Stadt ausschreiben“, erklärt der Leiter des Kulturbüros, Knud Skrzipietz.

Über die vier Bühnen hinaus soll es am „h4“-Wochenende überall in der Innenstadt weitere „Kulturspots“ geben. Wichtigste Bedingung: Sie alle müssen sich draußen abspielen. Einige Beispiele, die bisher bekannt sind:

  • Das Gustav-Lübcke-Museum, die Galerie der Disziplinen, die VHS und die Zentralbibliothek stellen Bereiche ihrer Arbeit vor.
  • Die Jugendkunstschule, das Stadtarchiv, das Treibkrafttheater sowie viele Innenstadt-Galerien präsentieren sich, ebenso die eigentlich dezentralen Einrichtungen Kulturrevier Radbod und CreativRevier.
  • Der „Eine-Welt-und-Umwelttag“ zieht ausnahmsweise vom Maxipark in die Stadt; das Stichwort lautet „Interkultur“.
  • Der Verein „City Ost e.V.“ präsentiert sein Programm „Im Osten geht die Sonne auf“ für Familien und Kinder.
  • Der „Tag des offenen Denkmals“ (immer am 12. September) wird integriert.
  • Die „Kulturnacht“ soll – obwohl offiziell abgesagt – Werbung in eigener Sache machen.
  • Rund zehn Gastronomiebetriebe – darunter das Westend und Alt Hamm – bringen eigene kleinere Kulturangebote vor ihre Türen.

Damit immer noch nicht genug, denn auch ein Rahmenprogramm soll Teil von „h4“ sein: Auf dem Willy-Brandt-Platz wird ein Streetfood-Markt aufgebaut, die Wochenmarktbeschicker sorgen an der Pauluskirche für einen „Genussmarkt“, außerdem steht ein verkaufsoffener Sonntag auf der Agenda. All das ist überschrieben mit dem Stichwort „Verweilqualität“.

Das Logo für das Kulturfest. (Ein Klick rechts oben ins Bild zeigt das komplette hochformatige Motiv.)

„Kulturfest h4“ in Hamm: Straßen werden gesperrt

Die Rahmenzeiten sind – Stand jetzt – am Freitag von 16 bis 22 Uhr, am Samstag von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Der Aufbau beginnt bereits zwei Tage früher, also am 8. September. Gesperrt werden an allen Tagen die Nassauerstraße in Höhe „La Maison“, die Südstraße zwischen Ostenwall und Lutherstraße, die Lutherstraße zwischen Sternstraße und Pauluskirche, der nördliche Teil des Santa-Monica-Platzes sowie am Samstag auch die Oststraße.

Skrzipietz betont, dass angesichts der dynamischen Entwicklung Änderungen in allen Punkten noch bis zuletzt möglich sind: „Alles ist im Fluss.“ Details und Zeiten werden in den kommenden Wochen nach und nach veröffentlicht. Die Gesamtkosten beziffert die Stadt auf rund 200.000 Euro: 40.000 Euro muss sie dabei selbst aufbringen, immerhin 160.000 Euro kommen aus dem Topf „Neustart Kultur“ der Bundesregierung.

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