Berichterstattung verboten?

In eigener Sache: Warum wir über Suizid meist nicht berichten

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Auch in Hamm gibt es immer wieder Suizidfälle in der Öffentlichkeit. Nur in bestimmten Situationen berichten WA und WA.de darüber. Das hat Gründe.

In der vergangenen Woche hat sich eine Frau in Hamm das Leben genommen. Sie tat das an einem öffentlichen Ort, allerdings erregte der Vorfall kein Aufsehen.

Hamm – Die Redaktion des WA hatte sehr zeitnah von besagtem Suizid-Fall erfahren, war vor Ort - und hat entschieden, nicht zu berichten. Über die Gründe dafür wird nun in sozialen Medien spekuliert. Unter anderem wird behauptet, der WA und WA.de „dürften“ nicht berichten und wollten das Thema Suizid generell „totschweigen“. Diese und ähnlich lautende Behauptungen sind falsch.

Die Redaktion hat - in diesem Fall wie bei anderen Fällen zuvor auch - aus einem Verantwortungsgefühl heraus entschieden, nicht zu berichten. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Berichterstattung über Suizide zu Nachahmungstaten führen kann. Das wollen wir verhindern.

Wir berichten nur dann über einen Suizid, wenn ein Fall große Aufmerksamkeit erregt. Dabei legen wir strenge Kriterien an. So erklärt beispielsweise die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, dass eine große Aufmachung und emotionale Darstellung zu Nachahmungen führen können. Beides vermeiden wir, um andere nicht zu gefährden. - WA

Hier gibt es Hilfe:

Wenn Sie sich in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, etwa bei der Telefonseelsorge (Telefon 0800-1110111).

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