Stadt benennt Strategie fürs kommende Jahr

Eichenprozessionsspinner in Hamm „gut“ eingelebt - So viele Nester wie nie

Hat sich in Hamm gut eingelebt: Der Eichenprozessionsspinner muss weiter bekämpft werden.
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Hat sich gut eingelebt: Der Eichenprozessionsspinner muss weiter bekämpft werden.

Auch wenn das Problem angesichts der Corona-Dominanz anders wahrgenommen wurde als noch im Vorjahr: Die Zahl der gemeldeten Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) hat in diesem Jahr in Hamm erneut stark zugenommen.

Hamm – Insgesamt gingen bei der Stadt Hamm 762 Meldungen ein – gut 100 mehr als noch im Jahr zuvor. Einen Schwerpunkt gab es nicht. Allerdings: Nicht überall habe man es, so Stadtsprecher Lukas Huster, mit Nestern des Eichenprozessionsspinners zu tun gehabt. Gelegentlich werden sie mit den Nestern der Gespinstmotte verwechselt.

Bei 700 Standorten – das können auch mehrere Bäume sein – handelte es sich aber tatsächlich um EPS-Nester. Besonders stark war das Aufkommen laut Stadt Ende Mai/Anfang Juni. Das hatte zur Folge, dass nicht alle Nester im vorgegebenen Zeitrahmen von den von der Stadt beauftragten Firmen – binnen drei Tagen an neuralgischen Punkten und innerhalb von zehn Tagen an allen anderen – beseitigt werden konnten.

Dennoch: Da die von der Stadt gewählte Methode weitgehend funktioniert hat, sieht sie keinen Grund, ihre Strategie im kommenden Jahr zu ändern. Mit den drei Absauggebieten Heessen/Bockum-Hövel, Uentrop/Rhynern und Pelkum/Herringen/Mitte habe man gute Erfahrungen gemacht, ebenso mit den Firmen. Gemäß der Ausschreibung werde man die Zusammenarbeit mit ihnen fortsetzen und weiterhin aufs Absaugen setzen. „Wir denken, dass das die effektivste Methode zur Bekämpfung der Raupen ist“, so Huster.

Ein Schild warnt in Hamm vor dem Eichenprozessionsspinner.

Eichenprozessionsspinner in Hamm: Probleme mit der Hotline

Das bedeutet allerdings nicht, dass zu den Hochphasen, wenn die beauftragten Firmen mit dem Absaugen der Nester nicht mehr nachkommen, nicht auch andere Unternehmen beauftragt werden können. Das werde man dann aber zu gegebener Zeit sehen.

Probleme hatte es in diesem Jahr zwischenzeitlich mit der Erreichbarkeit der beim Ordnungsamt angesiedelten Hotline gegeben. Deren Mitarbeiter seien im Frühjahr allerdings aufgrund der Corona-Pandemie stark beansprucht gewesen, bat der Stadtsprecher um Verständnis und gelobte mit Blick auf 2021 Besserung – vorausgesetzt, die Pandemie lässt es zu und bindet die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht noch ein weiteres Jahr übermäßig stark.

Eichenprozessionsspinner in Hamm: Kein Einsatz von Bioziden

Weiterhin abgelehnt wird von der Stadt der Einsatz von Bioziden, mit denen beispielsweise die Stadtwerke im Vorfeld die Eichen im Freibad Selbachpark mit Erfolg bekämpft hatten. Neben dem Absaugen hatte die Stadt in diesem Jahr erstmals auf die Bekämpfung der Giftraupe durch Meisen gesetzt. Die an Standorten mit vielen Eichen aufgehängten 80 Kästen seien jedoch kaum angenommen worden, so Huster. Das dauere in der Regel aber auch einige Zeit.

Inwieweit sich der an Standorten in Bockum-Hövel praktizierte Einsatz von Pheromonfallen beziehungsweise Lockstofffallen auf die Population im kommenden Jahr auswirkt, konnte Huster indes nicht sagen. Das werde sich vermutlich erst 2021 zeigen.

Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im öffentlichen Raum plant die Stadt im kommenden Jahr rund 250.000 Euro ein. Diese Summe habe man auch in diesem Jahr, so Huster, aufwenden müssen.

Arten der Bekämpfung

Neben dem Absaugen gibt es weitere Möglichkeiten, den Eichenprozessionsspinner (EPS) zu bekämpfen.

Die Firma Alphaclean Gebäudeservice GmbH aus Heessen beispielsweise hat in diesem Jahr in Hamm die Heißschaum-Methode eingesetzt, um befallene Eichen vom EPS umweltfreundlich zu befreien.

Die Stadtwerke hatten, nach eigenen Angaben ebenfalls mit Erfolg, die Eichen mit Bioziden behandelt, um ein Ansiedeln der Raupe von vorneherein zu verhindern.

Auf eine Bekämpfung der Raupe schon im frühen Larvenstadium hat auch der Landesbetrieb Straßen.NRW gesetzt. Dadurch hatten die Straßen- und Autobahnmeistereien 70 bis 90 Prozent weniger Nester verzeichnet, hieß es. Der Landesbetrieb hatte im Frühjahr die jungen Eichenblätter befallener Bäume mit einem Biozid besprüht. Frisst die Raupe die behandelten Blätter, stirbt sie ab, bevor sie die für den Menschen gefährlichen Brennhaare entwickeln kann.

Die Stadt Hamm und auch der Landesbetrieb wollen zudem Meisen als natürliche Feiner der Giftraupen einsetzen und haben dazu Meisenkästen aufgehängt. Erfolgsmeldungen hierzu gibt es aber noch nicht.

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