Hammer Stadtverwaltung hat klare Meinung

Ratten auf und unter der Terrasse: Wer muss sich darum kümmern?

In die Falle gegangen ist die eine oder andere Ratte am Schwarzdornweg.
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In die Falle gegangen ist die eine oder andere Ratte am Schwarzdornweg.

Ratten sind Überträger von Krankheiten. Wer sie zu Hause hat, muss sie laut Infektionsschutzgesetz bekämpfen. So ein Rattenproblem haben Anwohner des Schwarzdornwegs im Garten. Ist das Vorkommen ein Fall für die Stadtverwaltung?

Hamm – Seit zwei Jahren wohnt das Ehepaar Bassier im Neubaugebiet Schwarzdornweg in Braam-Ostwennemar. Ihr Haus steht an der Nordseite mit Blick auf die naturnah umgestaltete Geithe. So schön der abendliche Blick auf die beleuchtete Terrasse auch gefällt, was da ab und an über die Steinplatten huscht, erschreckt die Bewohner: Ratten.

„Erst im Januar haben wir sie gesichtet“, sagt Renate Bassier. Schnell hätten sie sich Fallen besorgt, auch weil die Tiere die Terrasse „unterwühlen“ und die Platten in Schieflage brächten. Gezählt habe sie die Tiere nicht, aber bestimmt acht oder neun Ratten seien schon in die Falle gegangen.

Den Rattenbefall meldeten sie der Stadtverwaltung. „Die wollten wissen, ob das eine Kanal- oder Wanderratte war“, sagt Renate Bassier. „Woher soll ich das wissen?“ Hilfe bekamen sie nicht, auch als sich Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch einschaltete. Von der Stadtverwaltung kam nur der Hinweis, dass sich die Bewohner selbst um eine Lösung des Problems zu kümmern haben.

Woher kommen die Ratten?

Das bestätigt Stadtsprecher Lukas Huster auf Anfrage: „Wenn jemand Ratten auf seinem Grundstück hat, muss er sich zunächst selbst darum kümmern.“ In dem Fall am Schwarzdornweg ist es derzeit auch so, dass nur die Bassiers die Beobachtungen und Fänge gemacht haben – „wir haben ja abends die Terrasse beleuchtet“, begründet Renate Bassier.

Für die Stadtverwaltung ist zunächst wichtig zu beobachten und zu klären, woher die Ratten kommen. Ursächlich könnte eine wilde Müllkippe sein. Am Rande des Neubaugebiets und am Blauregenweg unweit der Geithebrücke liegen etwas Grünschnitt und achtlos weggeworfener Müll. Die Stelle bereits als wilde Müllkippe zu bezeichnen, dürfte aber zu hoch gegriffen sein. „Sollte es aber dennoch so sein, dass dort Ratten seien, würden wir aktiv werden“, sagt der Stadtsprecher.

Nach den Regenfällen führt die Geithe recht viel Wasser. Möglicherweise sind deshalb die Ratten in Richtung Wohnbebauung am Schwarzdornweg (links) geflohen.

Stadt zweifelt Angaben nicht an

Mitarbeiter der Verwaltung prüften demnach die Umgebung am Schwarzdorn- und Blauregenweg. Das Ergebnis: Weder auf städtischen Flächen noch auf Grünflächen sei ein Rattenproblem festzustellen. Das gelte auch für den Geithe-Bach. Dass keine entsprechenden Beobachtungen gemacht wurden, heißt aber nicht, dass keine Ratten vorhanden sind. Die Stadt zweifelt die Angaben der Bassiers nicht an.

„Entlang von Gewässern kommen Ratten vor“, sagt der Stadtsprecher. „Unsere Vermutung ist, dass die Ratten wegen des aktuell hohen Pegels der Geithe geflohen sind und sich in Richtung Siedlung ausgebreitet haben.“ Das würde bedeuten, dass das Rattenproblem nur zeitweise am Schwarzdornweg beziehungsweise auf dem Grundstück der Bassiers besteht. „Wenn der Wasserstand zurückgeht, müssten auch die Ratten zurückgehen“, sagt er.

"Kein größeres Rattenproblem"

Von einem größeren Rattenproblem in diesem Bereich der Geithe und im Wohngebiet geht die Stadt nach bisherigen Erkenntnissen nicht aus. Demnach seien es nicht so viele Tiere, dass das zuständige Umweltamt im Bereich der Geithe handeln müsse.

Auch die Spuren deuteten nicht darauf hin, dass durch Grün- und Speiseabfälle ein Problem entstanden sei. „Alles unauffällig“, sagt er. Bislang sei in dem gesamten Bereich auch nur die eine Meldung zu Ratten bei der Verwaltung eingegangen.

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