Positive Lebensperspektive möglich

Ehemann erstochen: Mildes Urteil für 64-jährige Frau aus Hamm

+
Die Angeklagte und ihre Verteidigerin Sandra Günther am Tag des Urteils.

Mit einem vergleichsweise milden Urteil ist am Dortmunder Schwurgericht der Prozess gegen eine Frau zu Ende gegangen, die am Ostersonntag in Hamm ihre langjährigen Ehemann erstochen hatte.

Hamm/Dortmund - Die Strafkammer unter Vorsitz von Peter Windgätter verurteilte die 64-jährige wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten und folgte damit dem Antrag von Staatsanwalt Henner Kruse.

Die aus Usbekistan stammende Spätaussiederlin war ursprünglich wegen Totschlags angeklagt gewesen, doch nach Überzeugung der Richter kann ihr eine Tötungsabsicht nicht nachgewiesen werden.

Die Frau habe im Streit und stark angetrunken aus dem Moment heraus gehandelt, habe zu einem Küchenmesser gegriffen und beabsichtigt, ihren Mann zu verletzen, nicht aber zu töten. Der Mann wurde in der Küche der gemeinsamen Wohnung an der Bradfordstraße durch einen 13 Zentimeter tiefen Stich ins Herz getroffen und verstarb noch am Tatort.

Lesen Sie auch:

Frau tötet Ehemann mit Messerhieb: "Ich habe ihn geliebt!"

Unfall bei Soest: Hammer hat riesiges Glück im Unglück

Einbruch in Jet-Tankstelle mit brachialer Gewalt

"Tragisches Ende einer langjährigen Beziehung"

Der gewaltsame Tod des Ehemanns, so Richter Windgätter in der Urteilsbegründung, sei "das tragische Ende einer langjährigen Beziehung" gewesen. Täterin und Opfer waren seit über 40 Jahren verheiratet und hatten vor allem in den letzten Jahren beide massiv dem Alkohol zugesprochen. Bei der Angeklagten wurde später ein Blutalkoholwert von rund drei Promille errechnet. Ihre Söhne schilderten als Zeugen, dass die Eltern im nüchternen Zustand liebe und vernünftige Menschen gewesen seien, das Trinken jedoch immer mehr ihr Leben bestimmt habe.

Mit dem jetzt ergangenen Richterspruch hat die Angeklagte eine deutliche und positive Lebensperspektive. Unterstützt von ihren Söhnen, will sie sich um eine längerfristige Entwöhnungsbehandlung kümmern, die sie nach ihrer Haftverbüßung antreten möchte.

Um zeitnah dafür alles Nötige in die Wege zu leiten, akzeptierte sie daher noch im Gerichtssaal das verhängte Urteil.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare