Ehemalige Mayersche Buchhandlung

Neue Verkaufsfläche für Kulturschaffende ein Filetstück

Kultur hält Einzug in der Weststraße 36: Stadt und Verantwortliche präsentierten das Konzept.
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Kultur hält Einzug in der Weststraße 36: Stadt und Verantwortliche präsentierten das Konzept.

Innenstadtentwicklung kann manchmal sehr lange dauern. Für ein zentrales Objekt in der Weststraße hat sie eine neue Wendung genommen. In der ehemaligen Mayerschen Buchhandlung in der Weststraße 36 ziehen nun Kunst und Kultur ein.

Hamm – Und das nicht nur im Schaufenster wie bisher, sondern im gesamten Erdgeschoss. Nach dem Lockdown wird das Ladenlokal für Publikum wieder geöffnet sein. Zu verdanken ist das der Kooperation von Stadt, der Interessengemeinschaft (IG) Weststraße und einem privaten Ideengeber.

Wilhelm A. Spindelndreier, der zuvor wechselnde Ausstellungen in der Pauluskirche initiiert hatte, und die Stadt Hamm haben einen Nutzungsvertrag geschlossen, der die temporäre Öffnung des Leerstandes ermöglicht. Der Kontakt kam über die IG Weststraße zustande. Die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) hatte das Gebäude – mit Ausnahme einer Einheit – gekauft, um Gestaltungsmöglichkeiten für die Achse zwischen Allee-Center, dem geplanten „B-tween“ und der Weststraße zu erhalten.

Gegen Leerstand und Verödung

Spindelndreier (65), der aus dem Verlagswesen kommt und sich Kunst und Künstlern verbunden fühlt, schafft auf 220 Quadratmetern im Erdgeschoss Ausstellungs- und vor allem auch Verkaufsfläche für lokale Künstler. Damit entsteht das, was neudeutsch als „Pop-up-Store“ bezeichnet wird: ein Ladenlokal für eine temporäre Nutzung, die Leerstand und Verödung entgegenwirkt.

Stadt, Stadtmarketing und Kulturbüro gefällt das gut knapp acht Jahre nach dem Auszug der Mayerschen. „Unser Ziel ist es, dass Kunst und Kultur Einzug halten in der Innenstadt“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter beim Pressetermin. „Ich bin froh, dass die Stadt diese Immobilie zur Verfügung stellen kann.“ Es bedürfe aber auch immer einer Person, die ein Konzept entwickle und dies umsetze. Ladenlokale und Flächen – allerdings nicht städtische – für ähnliche Projekte gebe es genug. Es müsse verhindert werden, dass Passanten in leere Schaufenster blickten.

Nutzung gegen Betriebskosten

Nach dem Lockdown will Wilhelm Spindelndreier das Ladenlokal montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr öffnen. Auch an Kultur-Events ist gedacht. Bleiben können er und die Kunst so lange, bis ein kommerzieller Mieter einen Mietvertrag für die Ladenfläche unterzeichnet. So lange zahlt er lediglich die Betriebskosten. Ein ähnliches Nutzungskonzept gibt es bereits in Sachen Kunst und Kultur: Auch das städtische Gebäude an der Heinrich-Reinköster-Straße 6, die Galerie der Disziplinen, ist dem Verein „neonweisz“ per Nutzungsvereinbarung überlassen worden.

Das Inventar in der ehemaligen Buchhandlung in der Weststraße bringt Spindelndreier selbst mit. An weißen Ausstellungswänden aus Holz und auf großen Aktionstischen und Ausstellungsmöbeln können Künstler ihre Arbeiten präsentieren und zum Verkauf anbieten. Hinzu kommen Artikel aus Spindelndreiers Admos-Verlag. Künstler können sich bei Wilhelm A. Spindelndreier unter Telefon 0172/2338964 melden.

Rückbaustudie in Auftrag gegeben

Die Stadt hat aktuell eine Rückbaustudie für Teile des Gebäudes zur Rödinghauser Straße hin in Auftrag gegeben. Mit Ergebnissen ist Ende des Jahres zu rechnen. Das Ladenlokal der ehemaligen Mayerschen soll erhalten bleiben. Das viergeschossige „Rödinghaus“ wurde 1984 eingeweiht – lange vor der Ritterpassage (1998) und dem Allee-Center (1992). Die Firma Dolle war mit drei Betrieben vertreten: Café, Bäckerei und Feinkost. Dem Neubau gewichen war das „Café Schulte“ von 1953.

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