Bewährungsstrafe für 27-Jährigen aus Hamm

Ehefrau vergewaltigt: Mildes Urteil, aber keine Entschuldigung

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Symbolbild

Hamm/Dortmund - Mit einem ungewöhnlich milden Urteil ist das Strafverfahren gegen einen Mann aus Hamm zu Ende gegangen, der unter anderem zwei Mal seine damalige Ehefrau vergewaltigt hatte.

Der 27-jährige Türke muss nicht ins Gefängnis, sondern erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe. Außerdem willigte er ein, 12.000 Euro Schmerzensgeld an seine mittlerweile geschiedene Ehefrau zu zahlen ;–2000 Euro Anzahlung wurden direkt im Gerichtssaal an die gleichaltrige Ex-Frau überreicht.

So endete ein Verfahren, das angesichts der Schwere der Taten durchaus auch mit einer Haftstrafe hätte enden können. Doch letztlich überwog der Wunsch aller Beteiligten, die juristische Auseinandersetzung um brutale Übergriffe auf die damalige Ehefrau zu beenden. Sie hatte sich vom November 2015 von ihrem Landsmann endgültig getrennt, nachdem dieser immer wieder gewalttätig geworden war.

Bei der Polizei berichtete die verzweifelte Frau von körperlichen Angriffen und zwei Vergewaltigungen in der damaligen Wohnung am Kleinweg. Mehrfach musste die 27-jährige sich ärztlich behandeln lassen, die Krankenakten dokumentieren blaue Flecke, eine Bisswunde und eine heftige Verletzung an einem Finger. Mittlerweile sind die Eheleute geschieden, habe neue Partner. „

"Meine Mandantin hatte totale Angst davor, dass sie hier im Gerichtssaal eine Aussage machen muss“", erklärte Nebenkläger Michael von Glahn gegenüber dem WA das Verhalten des Vergewaltigungsopfers. Dieser belastende Zeugenauftritt konnte ihr in dem Prozess erspart werden. Der Angeklagte bestätigte die Angaben, die seine Ex ausführlich bei einer polizeilichen Vernehmung zu Protokoll gegeben hatte.

Das mit allen Prozessbeteiligten einvernehmlich abgestimmte Urteil wurde sofort rechtskräftig. Auf eine Entschuldigung ihres Peinigers wartete die Frau aber vergeblich.

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