Obdachlose in Hammer Innenstadt

Zustände im Parkhaus spitzen sich zu - Nun reagiert auch Edeka

Edeka reagiert mit Flatterband auf Obdachlose.
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Flatterband am Edeka: Hier sollen Obdachlosen-Schlafplätze vermieden werden.

Die Situation mit Obdachlosen, Dreck und Pöbeleien im Parkhaus unter dem Kino am Chattanooga-Platz und drumherum bewegt Menschen und WA-Leser in Hamm. Viele beklagen Zustände, die sich nicht allein auf das Parkhaus beschränken.

Hamm – Der neue Betreiber der Tiefgarage, Saba Park Deutschland, hat seit der Übernahme im vergangenen Dezember viele Hebel in Bewegung gesetzt, um das Ekel-Image loszuwerden, das dem Objekt seit Jahren anhaftet. Von durchschlagendem Erfolg kann aber bisher noch keine Rede sein. Saba-Regionalleiter Carl-Philipp Rose hat gegenüber unserer Zeitung wiederholt gesagt: „Das ist nicht allein ein Parkhausproblem, sondern ein Innenstadtproblem.“ Erst vor wenigen Tagen kampierten Obdachlose sogar in der oberen Etage des Parkhauses in einzelnen Parkbuchten.

Polizei und Ordnungskräfte am Parkhaus und bei Edeka

Saba Park setzt unter anderem auf konsequente Alarmierung von Polizei und Ordnungskräften, um der Lage im eigenen Haus Herr zu werden. Und diese haben alle Hände voll zu tun. Nicht nur in der Garage, sondern auch wenige Meter weiter vor dem Edeka-Markt an der Pauluskirche. Seit Anfang Juli scheint sich die Lage an beiden Orten noch einmal zuzuspitzen.

Schnittmenge bei Klientel am Parkhaus und an der Pauluskirche

Zwar ist das Klientel, das sich dort aufhält, nicht zu 100 Prozent deckungsgleich, eine Schnittmenge gibt es aber zweifellos. Das Einsatzgeschehen auf engem Raum mitten in der Innenstadt ist gefühlt beachtlich. 26 Einsätze im Parkhaus seit 1. Januar bis Ende Juni und 52 vor Edeka – das macht 78 insgesamt. Allein seit Anfang Juli waren es in der Tiefgarage fünf und vor Edeka in den vergangenen gut zwei Wochen beachtliche 14.

Bewerten wollte Polizeisprecher Hendrik Heine die Zahlen mangels einheitlicher Vergleichsmaßstäbe nicht. Eine mögliche Erklärung: Wo mehr alarmiert und kontrolliert wird, wird auch mehr aktenkundig. Wie das Ruhmesblatt einer guten Stube lesen sich die Zahlen aber keineswegs.

Allein 17 Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs wurden im Parkhaus geschrieben. Voraussetzung dafür sind in der Regel zuvor mehrfach ausgesprochene Hausverbote. Allein vier Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs wurden seit dem 6. Juli geschrieben, alle in der Zeit zwischen 6 und 8 Uhr morgens. Hinzu kommen unter anderem zwölf Alarmierungen wegen hilfloser oder verdächtiger Personen. Wie viele Menschen sich hier bisweilen unberechtigt aufhalten, zeigte sich am 4. April: Gegen Mitternacht sprach die Polizei hier 14 Platzverweise aus.

Vor dem Edeka-Markt stehen 16 Mal Belästigung zu Buche, 24 verdächtige oder hilflose Personen, jeweils sechs Mal Randalieren und Körperverletzung und in acht Fällen weitere Streitigkeiten. Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs wurden fünf geschrieben.

Seit einigen Tagen ist unter dem Vordach ein Flatterband gespannt. Nicht zufällig, wie es aus dem Markt heißt: Es soll kampierende Menschen daran hindern, sich hier aufzuhalten. Die Situation sei unerträglich geworden, täglich gebe es Klagen von Kunden. Unter dem Abdach hat Edeka Hausrecht und kann solche Maßnahmen durchführen. Unter freiem Himmel beginnt der öffentliche Raum und damit städtisches Hoheitsgebiet. Edeka wolle an der Maßnahme festhalten, heißt es.

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