Spannender Vergleich der Einwohnerzahlen

Ebenso viele Prostituierte in Hamm gemeldet wie in Münster

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Prostituierte dürfen wegen Corona auch in Hamm derzeit nicht arbeiten. In der Statistik tauchen sie natürlich weiterhin auf.

Hamm - 129 Prostituierte sind in Hamm gemeldet. Das sind exakt so viele wie in Münster und zehn Mal so viele wie im Kreis Warendorf.

Diese Zahlen werden besonders spannend, wenn man sie auch mit den Einwohnerzahlen abgleicht: Münster hat 130.000 Einwohner mehr als Hamm (rund 180.000) und der Kreis Warendorf liegt um knapp 100.000 drüber (dort sind nur 13 gemeldet!). In Dortmund (586.000 Einwohner) hingegen sind weitaus mehr Prostituierte gemeldet als in Hamm, nämlich 552. Im benachbarten Kreis Soest (302.000 Einwohner) sind es 40.

Von den 129 angemeldeten Prostituierten in Hamm sind nur 21 Deutsche (16,2 Prozent). Die übrigen 108 haben nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. 110 der Hammer Prostituierten sind zwischen 21 und 45 Jahren alt. Zu den übrigen liegen keine Altersangaben vor.

Die Zahlen nennt Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt. Sie sind von Ende 2019 und somit die aktuellsten, die derzeit vorliegen. Für Prostituierte besteht seit dem 1. Juli 2017 Anmelde- und für die Prostitutionsgewerbe Erlaubnispflicht. Für 2019 wurden diese Verwaltungsvorgänge erstmals flächendeckend gemeldet. Zur Zahl nicht angemeldeter Gewerbe und Prostituierter liegen den Statistikern (naturgemäß) keine Angaben vor. Die Dunkelziffer dürfte die Zahlen in allen Bereichen also nochmals deutlich höher treiben.

Die meisten Prostituierten kommen aus Bulgarien

Landesweit waren im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen 9472 Personen nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) angemeldet. 2202 (23,3 Prozent) von ihnen hatten die deutsche Staatsangehörigkeit. Von den 7270 ausländischen Prostituierten hatten die meisten eine rumänische (48,0 Prozent) oder eine bulgarische Staatsangehörigkeit (16,5 Prozent). 

Wegen der Corona-Situation dürfen Prostituierte seit März nicht öffentlich arbeiten, Bordelle sind geschlossen. In Dortmund wurde daher kürzlich eine ungewöhnliche Spendenaktion ins Leben gerufen.

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