Stadt bereitet sich bereits vor

E-Scooter-Boom in Hamm wohl nur Frage der Zeit

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E-Scooter von Tier Mobility könnten in Hamm zum Einsatz kommen. Seit wenigen Tagen sind sie in Gütersloh unterwegs.

Erstaunlich, dass die E-Scooter-Euphorie in Hamm noch nicht angekommen ist. Dafür gibt es aber gute Gründe. Andere Gründe sprechen dafür, dass das nicht so bleiben wird. Wir haben sie gesammelt.

Hamm – Während E-Scooter in anderen deutschen Städten längst nicht nur verbreitet sind, sondern auch kritisch diskutiert werden, herrscht in Hamm sowohl bei Privatnutzern als auch bei den gängigen Anbietern Ruhe an dieser Front. Auch die Polizei musste sich bislang nur in Einzelfällen mit auffälligen Rollerfahrern beschäftigen. Dass sich das ändern wird, ist zumindest im kommerziellen Bereich wohl nur eine Frage der Zeit. Die Stadt bereitet sich zumindest bewusst darauf vor.

„Dem Vernehmen nach befinden sich die Verleiher der E-Scooter in einer Markterprobungsphase, in der die Nachfrage in Städten verschiedener Struktur und Größe ebenso wie die Konkurrenzsituation geprüft werden“, erklärt Stadtsprecher Tom Herberg. Deshalb habe man bislang noch keine relevanten Angebote von Anbietern. Die Modellstädte in unserer Region seien jedoch schon gefunden – “zum Beispiel in der etwa gleich großen Stadt Herne“. Da die Marktsondierung für die Anbieter aber aufwändig sei, gebe es aktuell keine Anfragen in Hamm. Das werde seitens der Stadt erst nach einer Konsolidierungsphase wieder erwartet.

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Rückgabeverbotszonen am Bahnhof?

Daher bereite sich die die Stadt Hamm schon jetzt darauf vor, an der Ausgestaltung möglicher Angebote konstruktiv mitzuwirken. Dabei gilt es vorrangig, die Fehler anderer Städte zu vermeiden. Herberg: „Wie die Erfahrungen zeigen, muss insbesondere eine Beeinträchtigung von Fußgängern und Radlern durch abgestellte Räder vermieden werden.“

Das soll in entsprechenden Verträgen mit den Anbietern festgeschrieben und in der Praxis durch GPS-gesteuerte Rückgabeverbotszonen ermöglicht werden. Eine solche Verbotszone könne es zum Beispiel der Bereich direkt vor dem Bahnhofseingang sein. 

Selbst Gütersloh ist schon dabei

Erst vor wenigen Tagen wurde in der deutlich kleineren ostwestfälischen Stadt Gütersloh ein E-Scooter-Angebot mit Leben gefüllt. Die Firma Tier Mobility stellte zu Beginn der Startphase 100 Roller in verschiedenen Stellen auf – unter anderem am Rathaus und am Bahnhof. Die Fahrten seien durch eine Haftpflichtversicherung abgesichert, heißt es.

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Erste Unfallbilanz für NRW

Die E-Scooter, die maximal 20 km/h fahren dürfen, sind seit dem 15. Juni in Deutschland zugelassen. Sie benötigen eine Zulassung samt Kennzeichen und dürfen nicht auf Gehwegen bewegt werden.

In einer ersten Unfallbilanz sprach das NRW-Innenministerium am 9. Oktober von 54 meldepflichtigen Unfällen und 204 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Die meisten Knöllchen verteilte die Polizei, weil mehr als eine Person auf dem E-Scooter fuhr. In 15 Fällen seien Nutzer schwer verletzt worden.

Aktivierung mit QR-Code

Um Elektroroller nutzen zu können, müssen sich Interessenten die entsprechende Anbieter-App auf ihr Smartphone laden. Über einen QR-Code können die Scooter aktiviert werden. Zur Aktivierungsgebühr kommt eine zumeist minütlich erfasste Nutzungsgebühr. Bezahlt wird zum Beispiel über Paypal oder mit Kreditkarte.

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