Mega-Baustelle

Der Düker ist fertig: 25-Millionen-Euro-Projekt vollendet - Fluss 100 Meter verlegt

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Hier fließt jetzt die Ahse: Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes 2019 in einem noch nicht gefluteten Dükerrohr.

Hamm – Der Neubau des Ahseflussdükers im Hammer Osten ist vollendet. Nach vierjähriger Bauzeit wurde die Adenauerallee zwischen Fährstraße und Stadion jetzt wieder für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.

Damit ist eines der größten Bauprojekte der vergangenen Jahre in Hamm fast vollständig abgeschlossen – ohne Verzögerung und im geplanten Kostenrahmen. Immerhin 25 Millionen Euro hat der Bund in den neuen Düker investiert. Es handelt sich um ein Röhrensystem, das Ahsewasser unter dem Datteln-Hamm-Kanal hindurch in die Lippe leitet. Der alte, 1913 eröffnete Düker war baufällig und musste ersetzt werden. Ein Zusammenbruch des maroden Bauwerks aus der Kaiserzeit hätte zu Überschwemmungen in der gesamten Umgebung führen können.

320 Tonnen schwere Rohre verbaut

Seit 2016 war im Hammer Osten am neuen Düker gearbeitet worden. Kern des Neubaus sind fünf jeweils 100 Meter lange und 320 Tonnen schwere Stahlrohre. Sie wurden in 20-Meter-Teilstücken vom Produktionsstandort in Sachsen-Anhalt mit 25 Schwertransporten nach Hamm gefahren und an Ort und Stelle zusammengeschweißt. Am Rosenmontag 2018 wurde das erste der Ungetüme per Kran auf die Wasseroberfläche des Datteln-Hamm-Kanals gehievt, über eine zuvor ausgehobene Baugrube bugsiert und dort versenkt. Für alle fünf Röhren zusammen dauerte die Aktion drei Tage, zahlreiche Schaulustige säumten das Ufer.

So idyllisch sieht es am neuen Düker aus. Die fehlenden Kastanien sollen im kommenden Jahr nachgepflanzt werden.

Anschließend entstanden eigene Bauwerke für den Ein- und den Ausfluss des Röhrensystems. Mit Sperrtoren kann der Wasserzufluss gestoppt werden, beispielsweise für Wartungsarbeiten. Im Normalbetrieb läuft das Wasser nur durch zwei der fünf Röhren; die drei anderen sind für den Abfluss von Hochwasser gedacht.

Ahse 100 Meter verschwenkt

Die Ahse wurde gut 100 Meter nach Westen verschwenkt, um im neuen Düker zu münden. Im August 2019 war der Neubau betriebsbereit und wurde von Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, eingeweiht.

Der alte Düker wurde anschließend verfüllt, auch die mehr als 100 Jahre alten Brückengeländer verschwanden. Unsichtbar für die Öffentlichkeit wurde weiter gebaut: Unter der Adenauerallee entstanden eine Entwässerungsleitung für den Lippeverband und eine Gasleitung für die Stadtwerke. Wege, Zäune und ein Sportplatz wurden wiederhergestellt, provisorische Leitungen und eine Behelfsbrücke abgebaut.

Flutung des Ahsedükers in Hamm

Flutung des Ahsedükers in Hamm

Aktuell werden die Baustelle und die Baustraße am Exerzierplatz beseitigt; im kommenden Frühjahr soll die gesamte Fläche durch die Bundesforstverwaltung rekultiviert werden.

Ahseverlegung und Dükerneubau

Die Ahse umfloss ursprünglich die Altstadt und mündete etwa auf Höhe des Richard-Matthäei-Platzes in die Lippe. Um Hochwassergefahr und üble Gerüche zu bannen, ließ die Stadt den Fluss umleiten. Von 1911 bis 1913 wurde ein neues Flussbett im Hammer Osten gebaut. Die Ahse fließt seitdem schnurgerade durch den Kurpark und unter dem gleichzeitig angelegten Datteln-Hamm-Kanal hindurch in die Lippe; das alte Flussbett in der Innenstadt wurde verfüllt; dort befinden sich heute die Ringanlagen.

Mit dem Neubau des Dükers begann das Wasserstraßenneubauamt 2016. Ausführendes Unternehmen war die Papenburger Firma Johann Bunte. Im Januar 2020 rutschte nahe der Baustelle ein Teil der Böschung ab; die Behörden gehen von einem Zusammenhang mit den Arbeiten aus.

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