Dubiose Fälle in Hamm

„Phantom“ und „Spendenkasse“: Durchsuchungen beim Amtsleiter

Polizei Polizisten Hamm Wache Einsatz Symbolbild
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Hammer Polizisten haben die Wohnung und das Büro von Wolfgang Müller durchsucht.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben ihre Ermittlungsaktivitäten wegen der dubiosen Vorgänge in der Hammer Sozialverwaltung forciert.

Hamm – Wie ein Sprecher der Dortmunder Staatsanwaltschaft auf WA-Anfrage mitteilte, wurden am Mittwoch die Privatwohnung und das Büro des Leiters des ehemaligen Amtes für soziale Integration, Wolfgang Müller, durchsucht. Die Aktion habe in Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Komplexen „Phantom“ und „DRK“ gestanden.

Der Durchsuchungsbeschluss sei am Montag ergangen. Ein Bericht der durchführenden Polizisten, ob etwas – und falls ja, was – sichergestellt wurde, lag der Staatsanwaltschaft am Donnerstag noch nicht vor. Der seit zwei Wochen von Oberbürgermeister Marc Herter vorläufig freigestellte Amtsleiter sei in seiner Wohnung angetroffen worden, sagte Pressestaatsanwalt Börge Klepping.

Beim „Phantom-Komplex“ geht es um die möglicherweise unzulässige Verwendung von NRW-Fördermitteln bei der Integration von in Hamm lebenden Bulgaren und Rumänen. Beim „DRK“ geht es um die dubiose Verwendung von Spendengeldern, die das Deutsche Rote Kreuz über Jahre hinweg (unter anderem) von städtischen Töchtern wie der Sparkasse und den Stadtwerken für die Integrationsarbeit erhalten hatte. Amtsleiter Müller soll sich allein zwischen 2013 und Mitte 2016 über 130.000 Euro in bar auszahlen lassen haben. Was mit dem Geld geschah, ist bislang unklar.

Duiose Fölle im Hammer Rathaus: DRK-Erklärung für Mitglieder

Das DRK wandte sich am Donnerstag in einer Erklärung an seine Mitglieder. Darin heißt es unter anderem, dass die Vorgänge in der Vergangenheit nicht in Frage gestellt worden seien, „weil wir aufgrund der guten Zusammenarbeit ein enges Vertrauensverhältnis zur Stadt Hamm pflegten. Uns lagen und liegen bisher keine Informationen vor, dass die ausgezahlten Mittel nicht dem Spendenzweck zugeführt wurden.“

Dennoch sei man sich bewusst, dass man aus Verantwortung gegenüber den Spendern den Sachverhalt kritischer hätte hinterfragen und besser hätte dokumentieren müssen. „Wir können versichern, dass ein solches Vorgehen heute nicht mehr stattfindet (...)“, heißt es in dem Schreiben.

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