Mehr Überwachung

Drogentreff Hauptbahnhof: OB erwartet mehr Polizeipräsenz

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Auch am Willy-Brandt-Platz wird mit Drogen gedealt.

Hamm - Rund um den Hauptverkehrsknotenpunkt Willy-Brandt-Platz/Neue Bahnhofstraße hat sich eine neue Drogenszene etabliert. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann fordert von der Hammer Polizei eine größere Präsenz rund um den Hauptbahnhof.

Der neue Umschlagplatz stehe aber nicht mit der seit Jahren eingesessenen Drogenszene im Nordring in Verbindung, sagte Ewald Wehner, Leiter des Drogenhilfezentrums des Arbeitskreises Jugendhilfe e.V. am Montag auf WA-Anfrage.

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann hat unterdessen von der Hammer Polizei eine größere Präsenz rund um den Hauptbahnhof gefordert. „Wir unterstützen die Polizei gerne bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe. Aber das Handeln mit Drogen zu überwachen und nach Möglichkeit zu unterbinden, ist und bleibt eine originäre Polizeiaufgabe. Dazu muss sich die Hammer Polizeibehörde auch bekennen. Da werde ich sie auch nicht herauslassen.“ 

Die Polizei reagierte prompt auf den OB: „Wir sind im Bahnhofsviertel unverändert präsent“, sagte Polizeidirektor Bertram Welsing, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz, der zurzeit den in Urlaub befindlichen Polizeipräsidenten vertritt. Die polizeiliche Lage habe sich seit dem vergangenen November nicht verändert.

Polizei: "Wir verfolgen diese Straftaten konsequent"

Damals hatte die Polizei mit 50 Einsatzkräften eine groß angelegte Kontrollaktion durchgeführt und 80 Personen überprüft (WA berichtete). Auch aufgrund der guten Infrastruktur nutzten auch viele Zuwanderer den Bereich rund um den Platz der Deutschen Einheit, da sie durch WLAN (kabellose Internetverbindung) und dort ansässige Internetcafés gute Möglichkeiten hätten, in ihre Heimat zu kommunizieren.

„Darunter gibt es Vereinzelte, überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene, durch die es zu Fällen des Drogenhandels und -konsums sowie zur Beschaffungskriminalität kommt“, sagte Welsing weiter. Bei Verdachtsmomenten schreite die Polizei ein. „Wir verfolgen diese Straftaten konsequent.  

Gesprächsrunde mit Anliegern für April geplant

Die Polizei stehe auch weiterhin in engem Austausch mit den Anliegern. Nach einem Gesprächskreis im November (ohne städtische Beteiligung) werde es im April eine weitere Gesprächsrunde geben. Ewald Wehner vom Arbeitskreis Jugendhilfe e.V., der für die Stadt Hamm seit Jahrzehnten die Betreuung von drogenkranken Menschen wahrnimmt, sieht „keine Berührungspunkte“ zwischen der alteingesessenen Drogengebraucher-Szene am Nordring und der neueren Szene in der Bahnhofsumgebung.

„Es gibt keinen Austausch zwischen beiden Szenen.“ Die Anzahl der Personen, die regelmäßig im Nordring verkehren, sei sicher größer als 100. Dazu kämen nochmals etwa 70 Personen, die das Angebot des betreuten Wohnens in Anspruch nehmen. Die Stadt habe dem Arbeitskreis bislang nichts zur Szene am Bahnhof mitgeteilt.

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