Urteil gefallen

Drogenhandel, Gewalt, Erpressung: Bandidos-Rocker zu langen Gefängnisstrafen verurteilt

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Der aufwendige Prozess dauerte mehrere Monate.

Drogenhandel, Gewalt, Erpressung: Die Vorwürfe gegen drei Rocker wogen schwer, die monatelang in einem umfangreichen Prozess vor dem Dortmunder Landgericht standen. Jetzt fiel das Urteil.

Zwei Bandidos wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ein dritter Mitangeklagter, der sich nach eigenen Angaben inzwischen aus der Rockerszene gelöst hat, kam mit einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe davon.

Nach dem Urteil der Dortmunder Richter muss der 27-jährige Hauptangeklagte für sechs Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Sein 30-jähriger Mitangeklagter soll für fünf Jahre und zwei Monate in Haft. Das Urteil hat noch keine Rechtskraft.

Amphetamin-Handel nur eingeschränkt nachgewiesen

Die verhängten Freiheitsstrafen fielen deutlich geringer aus als von Staatsanwältin Barbara Cuntze gefordert. Diese hatte für die beiden Bandidos vor allem wegen Geschäften mit rund 50 Kilogramm Amphetaminen beantragt, die beiden mutmaßlichen Großdealer zu Haftstrafen von achteinhalb und siebeneinhalb Jahren zu verurteilen.

Nach der umfangreichen Beweisaufnahme und der Befragung etlicher Zeugen sind die Dortmunder Richter jedoch davon überzeugt, dass den Angeklagten maximal der Besitz und Handel mit 25 Kilogramm Amphetaminen nachgewiesen werden könne. Auch hatten die Männer im Milieu zwei Mal Gelder erpresst, in einem Fall jedoch vergeblich.

Alle Angeklagten voll schuldfähig

Die Angeklagten selbst hatten vor allem die Rauschgiftgeschäfte stets bestritten. Der Hauptangeklagte will lediglich einem Bekannten beim Eintreiben von privaten Schulden vor Wut einen Faustschlag versetzt haben. Das Trio hatte im Tatzeitraum selbst Drogen konsumiert, alle Angeklagten gelten aber als voll schuldfähig.

Die Verteidiger hatten für die Vorwürfe des Drogenhandels Freisprüche für ihre Mandanten gefordert. Sie können nun versuchen, die Urteile anzufechten. Dafür müssen sie Revision vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen.

Die beiden Hauptangeklagten sitzen seit ihrer spektakulären Festnahme im Oktober vergangenen Jahres durch ein Sondereinsatzkommando der Polizei im Hammer Süden in unterschiedlichen Haftanstalten in Untersuchungshaft.

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