Papier mit Haarspray getränkt und angezündet: 26-Jähriger gesteht Brandstiftung

Im karierten Hemd: Der Beschuldigte neben seinen Verteidigern von Glahn und Erinc.
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Im karierten Hemd: Der Beschuldigte neben seinen Verteidigern von Glahn und Erinc.

Der Brandstifter von der Sachsenschleife hat am Verhandlungstag vergangenen Freitag vor dem Dortmunder Landgericht die gefährliche Tat gestanden.

Hamm/Dortmund – Der 26-jährige Bulgare ließ über seinen Dolmetscher erklären, dass er am 8.Februar nachts Papier mit Haarspray getränkt und vor die Tür der Wohnung im dritten Obergeschoss gelegt habe. Wenige Minuten später sei er von seiner im selben Haus gelegenen Wohnung wieder nach oben gegangen, um den Brand zu löschen, doch da habe der Mieter bereits die angebrannte Tür aufgemacht – und da sei er schnell geflüchtet.

Nur vage konnte der seit Monaten in einer psychiatrischen Klinik unterbrachte Brandstifter ein mögliches Tatmotiv beschreiben. Aus der Opferfamilie habe sich jemand über seinen behinderten Vater lustig gemacht, doch das sei längt geklärt, gab der 26-jährige zu Protokoll.

Keine Beweise für versuchten Mord

Auch der Leiter der nach dem Brand zunächst eingesetzten Mordkommission konnte damals keinen Anhalt finden für einen versuchten Mordanschlag auf den Hausnachbarn. Entscheidende Triebfeder bei der gefährlichen Tat des Beschuldigten war aber offenbar sein damaliger seelischer Zustand.

Der seit zehn Jahren in Deutschland lebende Gelegenheitsarbeiter hatte nach eigenen Angaben in den Monaten vor der Tat immer wieder reichlichen Alkohol und Drogen konsumiert.

Psychische Erkrankung und Drogeneinfluss

„Seit einiger Zeit hörte ich dann innere Stimmen, die mir immer die Schuld gaben oder mich aufforderten, dieses oder jenes zu tun!“ Menschen habe er bei der Zündelei vor der Wohnungstür auf keinen Fall schaden wollen, er habe gedacht, dass niemand zuhause sei, weil keine Schuhe vor der Wohnungstür gestanden hätten.

Nach mehrmonatiger medikamentöser Behandlung in der Psychiatrie seien die inneren Stimmen nun verschwunden. „Ich habe mittlerweile auch erkannt, dass ich psychisch krank bin.“ Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte wegen seiner psychischen Erkrankung zur Tatzeit schuldunfähig war und nicht bestraft werden kann, aber in eine forensische Klinik eingewiesen werden muss.

Vor einem Feuer in einem anderen Mehrfamilienhaus warnte eine Katze in Pelkum. Die Katze bemerkte den Küchenbrand und miaute so laut, dass auch die menschlichen Bewohner auf das Feuer aufmerksam wurden. Für reichlich Aufmerksamkeit sorgte auch ein junger Mann in Dortmund: Der 23-jährige Poser raste durch Dortmund und prallte vor einer roten Ampel gegen ein Taxi. Dabei stellte die Polizei den Mercedes sicher. Zuvor fiel er Verkehrsteilnehmern durch eine rücksichtslose Fahrweise auf. 

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