Fragen und Antworten zum Angebot des Seniorenstifts

Infiziert? DRK bietet kostenfreien Schnelltest an - aber nicht für alle

Mobiles Corona-Testcenter DRK-Senioren-Stift Mark in Hamm einsatzbereit: Björn Baumann, Elisabeth Manteufel und Dieter Arrenberg
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Das mobile Corona-Testcenter des DRK-Senioren-Stifts ist einsatzbereit: Heimleiter Björn Baumann (von links), Projektleiterin Elisabeth Manteufel und Geschäftsführer Dieter Arrenberg präsentieren das Angebot für pflegende Angehörige und Pflegebedürftige.

Sie werden zuerst geimpft. Aber was machen Menschen in der häuslichen Pflege bis dahin? Ein Corona-Schnelltest könnte zumindest Sicherheit und Gewissheit bringen. Deshalb bietet das DRK-Senioren-Stift im Hammer Osten so einen Test jetzt kostenfrei an. Der ist aber nicht für alle!

Mark/Hamm-Osten – „Hab ich Corona?“ Ob jemand Symptome zeigt oder nicht: In beiden Fällen kann die Antwort drängend sein – vor allem, wenn es darum geht, Menschen aus einer Risikogruppe zu schützen. In so einer Situation befinden sich pflegende Angehörige und Pflegebedürftige. Sie brauchen Sicherheit, sie wollen Gewissheit. Für diese Gruppe im Hammer Osten bietet das DRK-Senioren-Stift-Mark einen Corona-Schnelltest an. (News zum Coronavirus in Hamm.)

Das Angebot ist für die Teilnehmer kostenfrei. Möglich wird es durch das vom Land NRW geförderte Projekt „Miteinander und nicht allein“. Nachfolgend die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer kann sich im DRK-Senioren-Stift testen lassen?
Alle pflegenden Angehörigen, Pflegenden in der häuslichen Pflege und pflegebedürftigen Menschen aus dem Hammer Osten können im DRK-Senioren-Stift Mark einen Corona-Schnelltest machen. Die räumlichen Grenzen sind nicht scharf gezogen. Sie reichen aber über das Quartier hinaus. „Wenn jemand zum Beispiel vom Papenweg oder von der Josef-Schlichter-Allee in Hamm-Mitte kommt, dann wird er auch getestet“, sagt Dieter Arrenberg, Geschäftsführer des DRK-Senioren-Stifts. „Wir müssen das Angebot aber begrenzen. Sonst wären wir wahrscheinlich überfordert.“
Auf eine Corona-Infektion testen lassen? Wie gehe ich vor?
Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich. Die ist dienstags bis freitags zwischen 9 und 12 Uhr (außer an Feiertagen) bei Projektleiterin Elisabeth Manteufel telefonisch unter 98281-21 möglich. Dazu gibt es weitere Informationen. „Ich erkläre dann, was jeweils mitgebracht werden muss“, sagt sie. „Die Vorlage einer Pflegebescheinigung ist zwingend erforderlich.“ Nur wer die Voraussetzungen erfüllt, kann den Schnelltest kostenfrei durchführen lassen. Ein erster Kontakt ist auch per E-Mail unter manteufel@drk-senioren-stift.de möglich.
Wo wird getestet?
Das DRK-Senioren-Stift hat eigens einen Raum im Untergeschoss des Hauses, Marker Allee 88, eingerichtet. Die Gefahr, sich das Virus damit in einen so hochsensiblen Bereich zu holen, wird weitgehend ausgeschlossen. „Es gibt keinen Kontakt mit den weiteren Menschen im Haus“, versichert Arrenberg. Die Nutzer des Testangebots nehmen den rückwärtigen Zugang und Ausgang über den Innenhof.
Wer führt die Tests durch?
Ein geschulter Mitarbeiter des DRK-Senioren-Stifts erledigt dies – unter Beachtung der Hygieneanforderungen.
Wie viel Zeit muss ich mitbringen?
Mindestens 20 bis eher 30 Minuten muss jeder Teilnehmer für das Prozedere des Schnelltests einkalkulieren. Einige Formalitäten, wie etwa das Ausfüllen eines kurzen Fragebogens, müssen vor einem Test erledigt werden. Nachdem eine Speichelprobe genommen worden ist, muss sie 15 Minuten auf dem Teststreifen wirken.
Warum ist der Test für mich kostenfrei?
Das Land NRW hat die Testung der pflegenden Angehörigen im Quartier Hammer Osten initiiert. Die Unterstützung erfolgt im Rahmen des seit Mai im DRK-Senioren-Stift angesiedelten Projekts „Miteinander und nicht allein“. Es wird auch vom Land gefördert.
Ab wann wird getestet?
Die Corona-Schnell-Tests werden im DRK-Senioren-Stift ab Montag, 21. Dezember, durchgeführt. Die Anmeldungen nimmt Elisabeth Manteufel ab sofort entgegen.
Wie sicher ist das Testergebnis?
Der Corona-Schnelltest hat eine Genauigkeit von etwa 90 Prozent. Die Nutzer des Angebots müssen aber beachten, dass ein negatives Ergebnis (keine Infektion) nur eine Momentaufnahme ist.
Was passiert bei einem positiven Ergebnis?
Positive Tests müssen dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden. Betroffene müssen sofort in Quarantäne.
Wie viele Schnelltests liegen vor?
Das DRK-Senioren-Stift Mark verfügt derzeit über rund 1600 Einheiten. Die Schnell-tests werden auch für die regelmäßigen Überprüfungen der Bewohner, Mitarbeiter und Besucher verwendet. „Wir bestellen mit Blick auf das Angebot der kostenfreien Tests nach“, sagt Arrenberg.
Wie hoch ist der Testbedarf?
Wie hoch der Bedarf an Corona-Tests im Hammer Osten ist, lässt sich nicht sagen. „Es gibt eine hohe Dunkelziffer“, sagt Dieter Arrenberg, Geschäftsführer des DRK-Senioren-Stifts. Dabei verweist er unter anderem auf Pflegebedürftige, die privat von Menschen aus Osteuropa betreut werden. Er geht davon aus, dass die Zahl höher ist, als die aus der stätionären und ambulanten Pflege. Laut aktuellem Pflegebedarfsplan bieten allein die fünf Pflegeeinrichtungen im Stadtbezirk Uentrop zusammen 327 stationäre Plätze.
Die Versorgung der Pflegebedürftigen erfolgt aber zum größten Teil zu Hause. „Es ist politisch gewollt, dass Menschen die Last und Bürde der häuslichen Pflege auf sich nehmen“, sagt er. Andernfalls würde die Pflege zu teuer werden. Deshalb gibt es eine hohe Anzahl an pflegenden Angehörigen. Laut Pflegebedarfsplan wurden Ende 2017 rund 72 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Hamm in der eigenen Häuslichkeit durch Angehörige und/oder einen ambulanten Pflegedienst gepflegt. Laut einer Prognose wächst die Gesamtzahl der Pflegebedürftigen in Hamm bis 2023 von rund 6990 auf etwa 7190.

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