Drastischer Anstieg der Arbeitslosigkeit in Hamm

HAMM ▪ Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Hamm ist im Januar kräftig angestiegen. Sie erhöhte sich um 8 Prozent (1.473) auf 19.884, liegt aber dennoch um 4,3 Prozent (901) niedriger als vor einem Jahr.

Regional zeigten sich die Entwicklungen in unterschiedlicher Ausprägung. Die stärkste Erhöhung errechnete sich im Bezirk Kamen mit 10,4 Prozent. Dahinter liegen Unna mit einer Steigerung im Vergleich zum Vormonat um 9,5 Prozent und Hamm mit 5,9 Prozent. Die Arbeitslosenquoten: Bezirk Unna 7,7 Prozent, Bezirk Kamen 9,3 Prozent und Stadt Hamm 10,7 Prozent.

77,4 Prozent der Arbeitslosen werden von Trägern der Grundsicherung betreut. Beim Kommunalen JobCenter Hamm sind 7.509 Arbeitslose gemeldet, beim Jobcenter Kreis Unna in Bergkamen und Unna sind dies 7.885. Auf die Agenturen für Arbeit in Hamm, Kamen und Unna entfallen insgesamt 4.490 Arbeitslose. Die Zunahme verteilte sich mit 16,9 Prozent (649) auf die Arbeitsagentur, um 5,7 Prozent (824) stieg die Zahl der Arbeitslosen, die von Trägern der Grundsicherung betreut werden.

Die Unternehmen bezifferten ihren Kräftebedarf mit 689 Arbeitnehmern. Das sind 304 weniger als im Dezember, aber 181 mehr als im Januar 2011. Personaldienstleister orderten 159 Arbeitskräfte, der Handel 149. Auch aus dem Gesundheits- und Sozialwesen kamen 86 Vermittlungsaufträge.

Agentur für Arbeit Hamm (Rechtskreis SGB III):Wie erwartet ist die Zahl der bei der Arbeitsagentur betreuten Kunden kräftig angestiegen. Sie erhöhte sich um 20,7 Prozent (322) auf 1.879 und bleibt damit 12,7 Prozent (274) hinter dem Vorjahresmonat zurück.

Harald Küst, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm, führt diese Entwicklung auf saisonale Gründe zurück: „Es kommen mehrere Faktoren zusammen. Einerseits haben das Baugewerbe und der Garten- und Landschaftsbau witterungsbedingt Mitarbeiter freigestellt. Andererseits hat der Handel das vorübergehend zum Weihnachtsgeschäft eingestellte Zusatzpersonal entlassen. Hinzu kommen Arbeitslosmeldungen nach befristeten Verträgen, die zum Jahresende ausgelaufen sind.“ Für die nächste Zeit rechnet der Agenturchef nicht mit einem nennenswerten Anstieg: „Vieles hängt in den nächsten Monaten von der weiteren Entwicklung der Konjunktur ab.“

Die saisontypische Entwicklung spiegelt sich in der Entwicklung der Arbeitslosigkeit der Männer. Da sie die meisten der witterungsabhängigen Arbeitsplätze besetzen, steigt ihre Zahl im Winter überproportional an. So ist im Januar die Zahl der männlichen Arbeitslosen um 27,4 Prozent (247) auf 1.149 in die Höhe geschnellt, während die Zahl der arbeitslosen Frauen um 11,5 Prozent (75) auf 730 zugenommen hat.

Die höchste Steigerungsrate betrifft diejenigen, die in den vergangenen Monaten am stärksten von der Konjunkturlage profitiert haben, den jüngeren Arbeitslosen. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen waren im Januar mit 300 insgesamt 42,2 Prozent (89) mehr Personen ohne Arbeit. Allerdings sind dies immer noch 4,5 Prozent (14) weniger als vor einem Jahr. ▪ WA

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