Massenhaft Probleme mit Funkkopfhörern

Drahtlose Störenfriede auf Hammer Grund und Boden

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Drahtlose Kopfhörer können zu einem echten Problem werden. (Symbolbild)

Hamm - Es muss ja nicht gleich so weit kommen wie im sauerländischen Meinerzhagen, wo zu Jahresbeginn ein 82-jähriger Senior den Funkverkehr der Flugzeuge im Anflug auf den Düsseldorfer Flughafen erheblich störte, nur weil er einen drahtlosen Kopfhörer zum Fernsehen benutzte.

Das Gerät hatte der Rentner von Angehörigen geschenkt bekommen, und die hatten es wiederum über einen Internet-Handel erworben. „Made in China“ stand darauf, der Rentner dachte sich nichts dabei, als er es benutzte. Tatsächlich sendete der Kopfhörer auf einer Frequenz, die auch Piloten benutzen.

Die Bundesnetzagentur startete mittels eines Peilwagens eine akribische Suche nach dem Störenfried und wurde schließlich in dem auf einer Anhöhe gelegenen Seniorenheim fündig, in dem der 82-Jährige wohnt. Das Gerät wurde eingezogen; weil der alte Mann und seine Angehörigen nicht böswillig gehandelt hatten, kamen sie ohne ein Bußgeld davon.

388.000 Funkkopfhörer aus dem Verkehr gezogen

Tatsächlich sind solche Störungen weit verbreitet und kommen auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Hamm vor. Allein im vergangenen Jahr wurden schließlich von der Netzagentur bundesweit 388.000 Funkkopfhörer aus dem Verkehr gezogen. 64.000 Störfälle wurden ihr gemeldet und daraufhin knapp 5200 so genannte Funkstörungsprüfungen (so wie bei dem Senior aus Meinerzhagen) veranlasst.

Gestört werden können nicht nur die Funkverbindungen zu Flugzeugen, sondern auch die der Polizei oder Rettungskräften – oder auch die eigene W-Lan-Verbindung. Beobachtet wird bei der Netzagentur der Trend, dass online immer mehr Produkte direkt aus Drittstaaten bestellt werden. 2016 wurden 744.000 in Deutschland nicht zugelassene sogenannte FM-Transmitter eingezogen und gesperrt.

Geräte sollten mit CE-Kennzeichnung versehen sein

Um als Verbraucher sichergehen zu können, sollte darauf geachtet werden, dass die verwendeten Geräte mit einer CE-Kennzeichnung versehen sind. Am Hammer Flugplatz sind Funkstörungen bislang nicht registriert worden. Dennoch habe man in den letzten Wochen alle Flugzeuge mit neuen Funkgeräten ausstatten müssen. Die sei vor dem vor dem Hintergrund geschehen, dass eine neue EU-Vorschrift in Kraft getreten sei.

Die Frequenzbänder für den Flugverkehr in Deutschland und Europa seien feiner gefasst worden. Gegenüber dem Vorjahr stünden nun dreimal so viele Frequenzen zur Verfügung. Die alten Geräte würden an Piloten und Flugzeugbesitzer in den USA verkauft. Dort werde noch mit dem alten Frequenzensystem gefunkt.

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